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LG Augsburg: Klage auf 70.000 € Schadensersatz wegen negativer Amazon-Bewertung

amazonlogoImmer wieder werden wir für Mandanten tätig wegen ungerechtfertigter negativer Bewertungen im Internet. Das Phänomen ist leider sehr verbreitet: Aus verschiedensten Gründen enttäuschte Kunden lassen ihrer Wut mittels negativer Bewertungen freien Lauf. Solange die Kritik berechtigt ist und den Tatsachen entspricht, ist das ihr gutes Recht. Die Grenzen sind aber dann erreicht, wenn die Behauptungen unwahr sind oder die Bewertung unzulässige Schmähkritik, also z.B. Beleidigungen, enthält.

In einem solchen Fall  kann sich der Händler dagegen wehren. Wir haben z.B. einem Softwarehändler erfolgreich helfen können, dem vorgeworfen wurde, er habe keinen Original-Softwarekey geliefert (vgl. Urteil des Landgerichts Köln vom 31.07.2013, Az. 28 O 422/12). Die Bewertung muss dann gelöscht werden, der Äußernde muss eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben und die Rechtsanwaltskosten erstatten. Weitergehender Schadensersatz ist nur selten in krassen Ausnahmefällen zu zahlen, z.B. bei einer erheblichen Persönlichkeitsrechtsverletzung oder nachweisbarem weiteren Schaden.

Wie die Augsburger Allgemeine nun berichtet, fordert aktuell ein Amazon-Händler wegen einer schlechten Bewertung eines Käufers von diesem eine Schadenersatzzahlung in Höhe von sage und schreibe 70.000,00 €. Hintergrund dieser Bewertung war der Kauf eines Fliegengitters für 22,51 €. Der Zuschnitt hierfür klappte nicht, da so der Käufer, die Bauanleitung falsch sei. Nach längerem E-Mail- und Telefonkontakt gab der Käufer  schließlich folgende negative Bewertung bei Amazon ab:

„Die Lieferung erfolgte schnell. Das war das positive. In der Anleitung steht ganz klar Mann muss den Innenrahmen messen das ist falsch. Damit wird das Ganze zu kurz! Die Ware selbst macht guten Stabilen Eindruck, der Verkäufer nie wieder!“

Der Käufer wird nun von dem Händler gerichtlich auf 70.000 € Schadensersatz in Anspruch genommen. Dieser sei dem Händler angeblich deshalb entstanden, weil sein Händlerkonto bei Amazon mit 13.000 € aufgrund dieser Bewertung gesperrt worden sei und er außerdem ohne diese Sperrung etwa 39.000 € hätte erwirtschaften können. Hinzu komme weiterer Schaden in Höhe von circa 20.000 €.

Die Klage hätte Erfolg, wenn der betroffene Händler eine Kausalität zwischen der abgegebenen Bewertung und dem entstandenen konkreten Schaden nachweisen könnte.  Eine solche Beweisführung ist nicht unmöglich, aber naturgemäß schwierig. Denn es müsste feststehen, dass just der Kommentar des Beklagten zur Kontosprerrung und zu den weitergehenden Schadenspoistionen geführt hat. Wir werden über den Ausgang des Verfahrens berichten. (pi)

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8 Antworten auf „LG Augsburg: Klage auf 70.000 € Schadensersatz wegen negativer Amazon-Bewertung“

  1. irgendwer sagt:

    Die Klage hat natürlich keine Chance. Damit kann, würde sie erfolgreich sein, nahezu jedes Unternehmen gegen Bewertungen klagen, die auch nur den Anschein von Geschäftsschädigung erwecken.

  2. Anonym sagt:

    Wenn die Klage durchkommen würde, hätten wir keine Chance mehr unsere EHRLICHE Meinung über etwas zu äußern. Juristischer Blödsinn wird hier vom „armen unschuldigen“ Amazonhändler versucht.

  3. Interessiert sagt:

    Gibt es inzwischen weitere Infos? Man sollte endlich mal ein exempel statuieren und auch Käufer in Ihre Schranken verweisen. Es ist schon oft ungehäuerlich was sich viele rausnehmen. Der Ton von viele Käufer ist in den letzten Jahren so unfreundlich geworden. Viele Kaufen nur noch um sich danach zu beschweren und ihren ganzen Frust an einer außensteneden Person abzulassen. – So kommt es mir jedenfalls vor (meine pers. Meinung)

    1. Christian sagt:

      Diesem Kommentar stimme ich voll und ganz zu.

      Die meisten negativen Bewertungen sind sowieso nur Rachebewertungen, weil z.B. der Kunde die Rücksendekosten bezahlen muss.

      Sachliche und nützliche Negativbewertungen kann man häufig an einem Finger abzählen.

  4. HLKING sagt:

    Richtig so! Bin selber ein Händler, es gibt viele Personen die nicht lesen können und dann ihre Frust auf andere Leute ablassen. Genau so sollte man gegen die KÄUFER vorgehen die nicht mal bemüht sind Probleme oder Anregungen mit Verkäufer zu klären und gleiche ihrer großen Mund aufmachen und rumheulen!

    Finde ich gut wenn das durch kommen würde, dann lohnt es sich zu klagen 

  5. doodo sagt:

    Quelle SZ: „Dem Vorsitzenden Richter genügte ein Satz, um die Abweisung der Klage zu begründen: „Die Klagepartei hat nicht den Nachweis erbracht, dass der Beklagte mit Sicherheit unwahre Tatsachen verbreitet hat.“ Deshalb habe das Gericht die Klage „bereits aus prozessualen Gründen“ abweisen müssen, ohne die Forderungen inhaltlich zu prüfen. (…) Mit Formulierungen wie „meiner Meinung nach“ sei man juristisch aus dem Schneider. Ohne diesen Zusatz wird aus einer Meinungsäußerung schnell eine Tatsachenbehauptung – und das kann teuer werden. Herr A. kann sich übrigens noch nicht sicher fühlen. Der Anwalt des Klägers sagt, es sei „relativ wahrscheinlich“, dass sein Mandant in Berufung gehe.“

  6. CarolinaS. sagt:

    Zählt sowas tatsächlich als Verleumdnung und Beleidigung, wenn ich es nach bestem Gewissen geäußert habe?

    Herzlichen Glückwunsch an alle die den schlechtesten Markler Deutschlands gefunden haben!
    Herr ****** versucht seine Inkompetenz mit einem unermesslichen Reichtum an Unfreundlichkeit auszugleichen. Kleiner Tipp : Das ist nicht gerade die beste Strategie.
    Ich habe bisher noch keinen anderen Markler getroffen der einem so unfassbar wenig über eine Immobilie erzählen kann. Man hat den Eindruck als würde er selbst zum ersten Mal das Haus betreten.
    Bitte tun Sie sich selbst den Gefallen und verkaufen ihr Haus ohne einen Markler oder zumindest mit einem der weiß was er tut und nicht sämtliche Interessenten mit seinem schlechten Ruf und seinen schlechten Manieren abschreckt. Zu unserem erstaunen war selbst unser Bänker mit Herr ******* vertraut und hat uns (aufgrund des Maklers) zum Kauf abgeraten.

    Nachtrag: Ist es Ihnen nicht zu peinlich immer wieder den selben Quatsch zu behaupten? Ich bin definitiv nicht in dieser oder einer ähnlichen Branche tätig. Desweiteren frage ich mich, weshalb besagte angeblich falschen Bewertungen dann nicht gelöscht wurden? Alles sehr suspekt.

    „Google selbst ist nur in Ausnahmefällen verpflichtet, bei der Identifizierung der Verfasser Hilfestellung zu geben. Es muss eine langwierig nachzuweisende Straftat (Betrug, Verleumdung) vorliegen. Erst dann ist Google auf staatsanwaltliche Anfrage verpflichtet, die Daten des Bewerters zur Verfügung zu stellen. Google stellt die Daten ihrer Nutzer aus Datenschutzgründen nicht freiwillig zur Verfügung. Ihr Geschäftsmodell von Google beruht gerade darauf, die Bewertung von Waren und Dienstleistungen zu ermöglichen, ohne die Identiät der Bewerter preiszugeben. Würden Verfasser ihre Identifizierung befürchten müssen, so würden wahrscheinlich viele dieser Personen keine Bewertungen auf Google abgeben.“ –

    Nachtrag: :D sehr schön- dann wissen Sie ja nun das es eine ehrliche Bewertung war und kein „Mitbewerber“
    1 Teilen
    Antwort vom Inhaber vor 6 Stunden
    Nachtrag : Google.de hat die IP schon an die Staatsanwaltschaft weiter gegeben . Da hier der Tatbestand der Verleumdung und Beleidigung erfüllt ist. . Hiermit melden wir zudem Schadensersatzansprüche an . Gruß Team ************ Lieber Mitbewerber langsam solltest du dir ein anderes Hobby suchen.
    Google ist verpflichtet IP Adresse weiter zu geben . Wie viele Strafanzeigen willst du noch.




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