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Verstehen Sie Ihren Anwalt?

In einem Taxi nach AthenDer Kollege Dr. Höcker hat mit einem Co-Autor für den KarriereSPIEGEL ein Fachjargon-Quiz zu der Frage aufgelegt: “Wie ticken Advokaten, wie kann man ihre Geheimsprache im Alltag zum eigenen Vorteil nutzen?” Nicht ohne Selbstkritik für die eigene Zunft beschäftigt sich das Quiz mit der Thematik, dass die Sprache mancher Juristen kaum zu verstehen ist.

Grundlage jeder Kommunikation ist es, so zu formulieren, dass der jeweilige Adressat die Botschaft versteht. Angesichts der juristentypischen und systembedingten Schwierigkeiten, klare Aussagen zu treffen und angesichts der Komplexität juristischer Sachverhalte kommt diese alte Weisheit oft unter die Räder.

Unseren tadellosen Durchmarsch durch das Fachjargon-Quiz verhinderte die folgende Frage:

“Vor Gericht spielt Psychologie eine wichtige Rolle. Wenn ein älterer Anwalt “Lieber junger Kollege!” zum Gegenanwalt sagt, dann meint er: “Du Anfänger!” Was wäre eine angemessene Reaktion des Junganwalts?”

Diese beantworteten wir viel zu pragmatisch mit

“Solche Spielchen dienen nicht der Wahrheitsfindung. Der junge Anwalt sollte sich gar nicht erst beteiligen und souverän darüber hinwegsehen.”

und konnten damit nicht punkten… (ca)

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8 Antworten auf „Verstehen Sie Ihren Anwalt?“

  1. Christian sagt:

    Der Mann ist erkennbar schon zu lange mit Infotainment befasst – von der Anwaltstätigkeit scheint er nicht mehr besonders viel zu verstehen. Welche “ganze Gebühr” anfallen soll, wenn sich ein Anwalt vor seiner Beratung die Unterlagen schicken lässt, weiß wohl nur der Kollege. Stand vielleicht mal in der BRAGO von 1936. Einen Anwalt, der mir ohne Einsicht in relevante Unterlagen eine Erstauskunft verkaufen will, würde ich als Mandant dagegen zum Teufel jagen.

    Ärgerlich ist das ganze deshalb, weil diese platte Wiederholung landläufiger Stereotype durch das stolz ans Revers geheftete Abzeichen “Achtung, ich bin Anwalt!” gleichsam geadelt und legitimiert wird.

    Es ist schon frustrierend, dass ausgerechnet ein Kollege diese völlig unsinnigen Vorurteile weiterträgt. Möge ihm das bei anderer Gelegenheit heftig auf die Füße fallen.

  2. Anonymous sagt:

    Die Lösung bekommt man, wenn man die ganze Frage liest:

    Der Mandant soll die Unterlagen schicken UND DANN schreibt der Anwalt eine schriftliche Stellungnahme. Das ist tatsächlich keine Erstberatung mehr!

  3. Christian sagt:

    Stimmt, das wäre dann ein “schriftliches Gutachten” nach § 34 RVG – was aber keine gebührenrechtlichen Auswirkungen hat. Es gibt gerade keine “ganze Gebühr”; ob die Beratung mündlich oder schriftlich erfolgt ist (abgesehen von der Deckelung auf 190,00 € respektive 250,00 € gegenüber Verbrauchern) schlicht egal.

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