Udo Vetter (lawblog.de) mahnt Blogger ab

Zugegeben: Die Überschrift ist reißerisch. Dennoch kann man sich als Beobachter des lawblog.de ein bisschen Schadenfreude nicht verkneifen.

Wie vielen bekannt sein dürfte, ist Udo Vetter Betreiber des lawblog.de. Er hat sich dazu 2005 die nationale Marke “law blog” für die Klassen 41 und 42 schützen lassen. Ob dieses Zeichnen für die angebotenen Dienstleistungen überhaupt schutzwürdig ist, dürfte zweifelhaft sein. Das ist aber für die Markenverletzung zunächst unerheblich.

Jedenfalls hat das Blogger-Idol anscheinend still und heimlich einen anderen Blogger per E-Mail darauf hingewiesen, dass er es sich verbittet, das Zeichen “law blog” zu verwenden, sozusagen eine „Abmahnung ohne Anwalt“ ausgesprochen. Als das Ergebnis dieses Kontaktversuchs nicht befriedigend ausfiel, schaltete Vetter doch einen Anwalt, nämlich den Kollegen Dominik Boecker von der Kanzlei greyhills aus Köln ein, um eine “richtige” Abmahnung abzusenden.

So weit so gut und ein ganz normaler Vorgang. Wäre da nicht die große Fangemeinde bestehend aus Freiheitskämpfern und Abmahngegnern, die durch Vetter häufig mit polemischen Beiträgen zum Abmahnwahn bei Laune gehalten wird, jetzt aber feststellen muss, dass das Instrument Abmahnung offenbar dann nicht verteufelt wird und sogar ganz nützlich ist, wenn es die eigenen Angelegenheiten betrifft. Zitat Vetter: “Mitunter geht es nicht anders”.

Das ganze Elend und die Diskussion darum kann man sich hier ansehen.

Man muss Freiherr von Gravenreuth nicht mögen. Bestimmt hat er auch schon den einen oder anderen Fehler gemacht. Dumm ist er aber sicherlich nicht und vor allem weiß er sich zur rechten Zeit in Szene zu setzen.

Sein Kommentar (Nr. 54)

“Es ist schon traumatisierend, wenn sich die Unterscheidung zwischen bösem Abmahner, den man am liebsten im Heise-Forum gehängt sehen will, und dem Idol des guten Rechtsanwaltes plötzlich verkehrt.

Wie schnell und beliebig gut und böse wechseln, kann man vermutlich nur als Anwalt richtig würdigen.

Mit freundlichen Grüßen

Günter Frhr.v.Gravenreuth”

fasst das unsägliche Schauspiel meines Erachtens nämlich ganz passend zusammen. (la)

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10 Antworten auf „Udo Vetter (lawblog.de) mahnt Blogger ab“

  1. DickeAkte sagt:

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht wieso viele eine so große Sache daraus machen. Immerhin hat er die Gegenseite, nach eigenen Aussagen, zwei mal per Email angeschrieben. Würde der vermeintliche Verstoß beseitigt werden, wären keine Kosten entstanden. Wenn es eine „Abmahn-Abzocke“ wäre, so würde er wohl kaum erstmal per Email darauf hinweisen, oder? Herr von Gravenreuth hat in seinen Fällen sofort abgemahnt. Ohne Hinweis per Email. Auch wenn die Marke „lawblog“ nicht schutzwürdig sein sollte, war das Verhalten von Herrn Vetter m.E. fair.

  2. Anonymous sagt:

    Man sollte da differenzieren: Es gibt schon einen Unterschied zwischen Abmahnen und vorheriger Kontaktaufnahme, um die Möglichkeit einer kostenlose Abhilfe zu schaffen. Der Vergleich mit einer gewissen angesprochenen Person hinkt im Übrigen doch sehr stark. Alternative zur erfolglosen Kontaktaufnahme wäre eine Duldung verschiedener Blogs mit dem Substring “law blog”, dessen Bekanntheitsgrad in der Bloggerszene aber vermutlich hauptsächlich durch Herrn Vetter geprägt wurde. Die Frage, ob “law blog” als Name durchgehen kann und nicht vielleicht eher eine “Gattung Blogs” klassifiziert, wonach glaube ich ein markenrechtlicher Schutz kritisch zu beurteilen wäre, steht auf einem anderen Blatt.

    n0ne

  3. Jens sagt:

    Ist vielleicht heute “lawblog” deswegen ein Gattungsbegriff für Blawgs weil Udo Vetter durch sein lawblog.de den Begriff gebildet hat? Eine Frage die man der Fairnisshalber stellen muss.

    In der Tat muss man sich fragen, ob man generell gegen eine Abmahnung ist (sie also immer verteufelt) oder nur gegen die Abzocke mit Abmahnungen einsteht. Jedenfalls letzteres kann man UV hier nicht vorwerfen, da er ja die Chance gegeben hat sich mit ihm auseinander zu setzen.

  4. A. John sagt:

    Immerhin hat er die Gegenseite, nach eigenen Aussagen, zwei mal per Email angeschrieben.
    Genau das macht den Unterschied. Aber um solche Feinheiten scheren sich die nicht, die mit der juristischen Kettensäge durchs Netz wüten.




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