Fehler in der Online-Rechtsberatung

Die Zeitschrift Finanztest hat acht Online-Rechtsberater unter die Lupe genommen – das Ergebnis: Drei der befragten Anwälte gaben falsche Antworten, einer der Dienste war überhaupt nicht erreichbar. Soweit dürfte kein Unterschied zur klassischen Rechtsberatung bestehen. Auch die Preise zwischen 25 und 80 Euro für eine Verbrauchererstberatung entsprechen den Honoraren “normaler” Kanzleien.

Den befragten Anwälten wurde ein “einfacher” Fall gestellt, den der BGH erst am 10.07.2007 entschieden hatte. “Der Fall lässt sich leicht schildern – und leicht lösen“, so Finanztest. Damit musste man sich mit Verkehrsrecht auskennen und auf Zack sein, denn bis BGH-Entscheidungen veröffentlicht werden kann Zeit vergehen. Wir kennen uns damit nicht aus, wollen aber die sachverständigen Kollegen gerne mit dem kleinen Finanztest-Quiz erfreuen. Die Auflösung gibt es unten als Link:

Ein Sachverständiger stellt fest, dass der Wagen einers Unfallopfers einen Wiederbeschaffungswert von 3 500 Euro und einen Restwert von 400 Euro hat. Die Reparatur würde 7 200 Euro kosten. Der Autobesitzer will seinen Wagen notdürftig reparieren und weiter fahren und verlangt vom Versicherer des Gegners Schadenersatz. Der Versicherer ist bereit, den Wiederbeschaffungswert von 3 500 Euro zu zahlen – abzüglich des Restwerts, den er in Höhe von 1 100 Euro abziehen will. Der Versicherer argumentiert, dass ein Restwerthändler aus dem Internet für das Auto so viel bietet.

BGH VI ZR 120/06

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2 Antworten auf „Fehler in der Online-Rechtsberatung“

  1. code sagt:

    Den Fall habe ich als Examensklausur geschrieben. Natürlich nur als Teil eines größeren Sachverhalts. Ich wusste bis heute nicht, dass das eine neuere Entscheidung war.

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