Die Onlinekanzlei des Schlossermeisters

In unser Leben trat Herr Karl-Heinz Matzulla in Gestalt eines Forentrolls, der, nachdem seine rechtlich nicht unbedenklichen Aufforderungen und Ausführungen in unseren Blog-Kommentaren zu diesem Artikel nicht freigeschaltet werden konnten, den Rechtsstaat in Gestalt der Meinungsfreiheit in Gefahr sah.

Ausgerechnet.

Seit März 2010 “berät” Herr Matzulla unter anderem hier Abofallen-Geschädigte und lässt sich dort ausgiebig öffentlich über die angebliche Strafbarkeit der Beteiligten aus. Um der Abo-Abzocke ein Ende zu bereiten, rät er Betroffenen auch dazu, Strafanzeigen wegen Internetbetrugs etc, zu erstatten und die jeweiligen Rechtsanwaltskammern zu informieren.

Herr Matzulla genießt, den zahlreichen Kommentaren nach zu urteilen, das volle Vertrauen der Geschädigtengemeinde. Das liegt vielleicht nicht nur an den gehaltvollen Postings. Denn seine ausschließlich in Kleinschreibung gehaltenen Hinweise zur Sach- und Rechtslage sind teilweise mit

“K.H. Matzulla (RA)”

unterzeichnet.

Nach einigen Nachfragen von Lesern weist Herr Matzulla am 28.05.2010 jedoch darauf hin, dass (RA) entgegen des falschen Eindrucks natürlich nicht für “Rechtsanwalt” stehe, sondern für “R_echts A_ngelegenheit”. Achso!

Eine Begründung, weshalb der Zusatz an der merkwürdigen Stelle hinter seinem Namen zu finden war, liefert er auch gleich mit:

“Es war ein vermerk für meine akten und wurde von mir in den kommentaren weit rechts außen postiert. durch das betätigen des button ( und ab geht die post ) rutschte diese abkürzung aber immer hinter meinen namen. dadurch wurde sicher der eine oder andere irritiert. das war nicht meine absicht und deshalb lasse ich dieses kürzel mittlerweile weg. damit sie nicht weiter fragen müssen, wer ich denn nun bin, teile ich ihnen mit, daß ich ein ehemals selbstständiger und heute verrenteter schlossermeister bin.

Wer kennt das nicht? Kaum geht man in den verdienten Handwerkerruhestand, schon türmen sich die Akten in der flugs eröffneten Kanzlei. Da rutscht dann auch schonmal der ein oder andere “Vermerk” hinter die Unterschrift.

Es könnte natürlich sein, dass Herr Matzulla hier eine eventuell durch das neue Rechtsdienstleistungsgesetz geschaffene Marktlücke geschickt für sich ausnutzt. Ich bin da überfragt, da ich mich damit nicht so auskenne. Ich bin aber sicher, dass Herr Matzulla das ganz genau im Blick hat. Genau wie den Straftatbestand des § 132a StGB. Die Selbstanzeige ist wahrscheinlich schon erstattet.  Egal! Hauptsache, es ist für die gute Sache. (la)

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10 Antworten auf „Die Onlinekanzlei des Schlossermeisters“

  1. Frank sagt:

    Also bei mir bedeutet (RA) eindeutig Rosenkohlabstinenzler.

    Ihr
    F. Meier (RA)

  2. RA Neuber sagt:

    Es scheint mit ehemaligen Schlossern etwas Besonderes auf sich zu haben, denn auch mir sind ehemalige Mitglieder dieses Berufstandes in dem Zusammenhang mit angeblicher “Abzocke” schon begegnet. Auch in dem mir bekannten Fall wird die interessierte Öffentlichkeit über “Skandale” innerhalb der Justiz informiert.

  3. trainee sagt:

    “Es scheint mit ehemaligen Schlossern etwas Besonderes auf sich zu haben, denn auch mir sind ehemalige Mitglieder dieses Berufstandes in dem Zusammenhang mit angeblicher “Abzocke” schon begegnet. Auch in dem mir bekannten Fall wird die interessierte Öffentlichkeit über “Skandale” innerhalb der Justiz informiert.”

    Der höchstwahrscheinlich von Ihnen gemeinte hat vielleicht ein halbes Dutzend Leser. Wenn man schon dem ehrenwerten Herrn seinen dritten Hetzblock, auf dem er sich teils ehrverletzend über tagesaktuelle Ereignisse auslässt, verfolgt, wird man feststellen, wie sehr der sich Tag für Tag selbst demontiert. Jeder tut eben das, was er am besten kann.

    Auch die Tatsache, das der als Webdesigner und Entwickler tätige Herr seine beiden vorherigen Blogs aus eigenverschulden verloren hat, weil er die einfachsten Zusammenhänge nicht versteht, spricht Bände.

    Da fragt man sich, warum machen sich die richtigen Webdesigner überhaupt noch die Arbeit, ellenlange Workshops & Tutorials zu Sicherheitsthemen zu schreiben, die sich jeder Idiot ergooglen kann?

    Theoretisch kann wirklich jeder Webdesigner werden. Ob man sich auf Ebay Templates mit Reseller-Lizenz kauft, über Profis ablästert, aber selbst nix auf die Reihe bekommt, etc. ist unerheblich. Webdesigner ist kein geschützter Beruf, wo berechtigte Ausschlußkritieren für Quereinsteiger mit mangelndem Fachwissen gelten.

    Eigentlich ist der Gesetzgeber gefordert, fachlich versierte Berufsträger und potentiell geschädigte Kunden vor sowas rechtswirksam zu schützen. Aber will die Politik das überhaupt? Daran habe ich so langsam meine Zweifel. Fehlt nur noch, das jeder Idiot an jeder Straßenecke sein Doktoramt kaufen kann und anschließend auf die Patienten in Kliniken und Privatpraxen staatlich garantiert losgelassen werden muß. Spätestens dann sagen selbst Atheisten OMG!

  4. karl heinz Matzulla sagt:

    Sehr geehrter Herr RA Lampmann !

    Über den § 132 a StGB brauche ich mir keine Gedanken machen, denn welche Kürzel ich verwende, geht nur mich etwas an, außerdem habe ich unverzüglich jeden Irrtum über dieses Kürzel ausgeräumt. Anstatt über meine Person und mein Tun zu schreiben, hätten Sie sich besser, so wie ich das tue, Gedanken darüber machen sollen, wie wir beide vielleicht sogar gemeinsam, den gemeinen ABZOCKERN ans Fell gehen können. Für mich kann ich behaupten, daß ich mich sehr gut in die Gesetzeslage gegen Internetbetrug eingearbeitet habe, haben Sie das auch getan ? Schreiben Sie also zukünftig nicht mehr solchen Unsinn über mich, sondern helfen Sie mit, den von der Abzocke betroffenen Menschen endlich zu deren Recht zu verhelfen.
    Mit freundlicher Begrüßung
    Karl Heinz Matzulla

    PS.: Sehr viele Staatsanwaltschaften und Gerichte haben sich mittlerweile meiner Rechtsauffassung angeschlossen, weswegen nun auch das Bundesjustizministerium entsprechende Gesetze verbraucherdienlich ändert.

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