Betreuung gefällig?

Zuerst dachte ich, ich hätte mich verguckt. Dann hielt ich es für einen Hackerangriff.
Es geht um die folgende Internetseite:

Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass da jemandem unsere Webseite so gut gefallen hatte, dass er sie wohl auf seinen Computer heruntergeladen und ein wenig abgeändert als eine Internetpräsenz für sein Betreuungsbüro ins Netz gestellt hatte. Auch die Fotos auf der Seite treffen anscheinend seinen Geschmack, denn sie wurden auch unverändert übernommen. Ausweislich der Seite “Tätigikeitsschwerpunkte” ist der Betreuungsschwerpunkt Demenz.

Als auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes tätigen Anwalt fallen einem sofort viele teure Maßnahmen ein, wie man ein solches Verhalten schnell abstellt. Ich habe aber erst einmal zum Telefonhörer gegriffen, um herauszufinden, ob nicht der Betreiber der Seite selbst unter Betreuung steht oder sonstwie Hilfe benötigt. Denn ein anderes Attribut als bekloppt fällt mir für jemanden, der eine komplette Internetseite bei Anwälten klaut, die sich auf Urheber- und Wettbewerbsrecht spezialisiert haben, nicht ein. Und einen Grund zum Lachen hatte uns der Contentdieb ja auch beschert.

Es meldete sich aber nur ein Anrufbeantworter. Der Herr ist bis Ende März im Urlaub. Die Urlaubsfreude wird nach dem Blick in den Briefkasten wohl dann doch eher ein jähes Ende finden. (la)

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20 Antworten auf „Betreuung gefällig?“

  1. RA Neuber sagt:

    Besonders schön:
    Auf der Startseite ist der Name mit Ihrer Seite verlinkt. Vielleicht wollte ihm ein Dritter ein Ei backen ???

  2. Björn P. sagt:

    Halten Sie uns bitte auf dem Laufenden über diesen Fall.
    Danke

  3. BV sagt:

    Weltklasse! Und dann hat er tatsächlich noch das Logo, auf dem ein Teil des Namens erkennbar ist, insbesondere der Zusatz “Rechtsanwälte”, im Kopf der Seite behalten ;-) Der Link, auf den RA Neuber hinweist, ist auch großartig. Völlig merkbefreit, der Betreuer.

  4. Anonymous sagt:

    Interessant, Herr Lampmann,

    welche viele teuren Maßnahmen fallen einen “auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes tätigen Anwalt” denn ein, wie man ein solches Verhalten schnell abstellt? Passt denn OLG Rostock, GRUR 2008, 69, die einzig bekannte Entscheidung zum urheberrechtlichen Schutz von Internetseiten, auf den Fall? Soll das erkennbare Wort “ROSE” denn eine Namensverletzung sein?

    Halten Sie uns auf dem Laufenden, wie man – rechtmäßig – derartiges Verhalten abstellt.

    OL

  5. RAe Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum sagt:

    @Anonym:

    Zunächst haben wir die ausschließlichen Nutzungsrechte an den Lichtbildern. Das alleine wird schon kostspielig. Ansonsten kommen wohl urheberrechtliche Ansprüche nicht in Beracht. OLG Rostock passt nicht.
    Namens- bzw. Markenrecht ist eine Möglichkeit, da die Seite so schlampig kopiert worden ist, dass unser Name teilweise tatsächlich in der Browserüberschrift auftaucht. Darüber hinaus würde ich es aber auch für aussichtsreich halten, die übrige Gestaltung nach § 4 Nr. 9 UWG anzugreifen. Beim konkreten Wettbewerbsverhältnis könnte es etwas knifflig werden. Das müsste man aber hinbekommen. Ich freu mich drauf!




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