WDR Fernsehbericht "Die Abmahner" teilweise rechtswidrig

Im Februar 2008 strahlte der WDR innerhalb der Reihe “die story” einen Beitrag mit dem Titel “Die Abmahner” aus, in dem von “Machenschaften” eines Berliner Anwalts berichtet wurde. Dessen Bild wurde sogar einige Male eingeblendet. Dort wurde behauptet, der Verdacht liege nahe, dass er mit seinem Mandanten insofern gemeinsame Sache gemacht habe, als dass er die Einnahmen aus den Abmahnungen mit diesem teile. Darüber hinaus zählten zu seine “Opfern” arme Privatleute, darunter eine “Mama von 4 Kindern”, die nur gelegentlich bei eBay gebrauchte Kindersachen verkaufe.

Das Landgericht Berlin (LG Berlin, Urteil v. 01.07.2008, Az. 27 O 294/08) hat nun entschieden, dass zentrale Äusserungen in diesem Bericht rechtswidrig sind. Denn wie so oft beim Skandaljournalismus war der Beitrag gespickt mit Äusserungen von Leuten, die keine Ahnung hatten, wovon sie überhaupt reden. Und das sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht. Wo die journalistische Sorgfaltspflicht es geboten hätte, jemanden Fachkundiges zu fragen, wurden aufgeregte Laien und von Lampenfieber gezeichnete profilneurotische  Rechtsanwaltskollegen interviewt.

Ob die Geschehnisse um die ausgesprochenen Abmahnungen sauber waren, mag zweifelhaft sein. Das berechtigt einen Fernsehsender, der sich ansonsten einen seriösen Anstrich zu geben pflegt, aber noch lange nicht zu einer Hexenjagd. (la) Zum Urteil

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20 Antworten auf „WDR Fernsehbericht "Die Abmahner" teilweise rechtswidrig“

  1. Consigliere sagt:

    Lustig – der Bericht lief kürzlich noch auf dem NDR: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_special/0,3144,SPM2376,00.html?id=328045
    Und wenn mich nicht alles täuscht, auch inklusive der beanstandeten Passagen. Zumindest hinsichtlich der armen armen Mutter der 4 Kinder.

  2. labrador4you sagt:

    Wo die journalistische Sorgfaltspflicht es geboten hätte, jemanden Fachkundiges zu fragen, wurden aufgeregte Laien und von Lampenfieber gezeichnete profilneurotische Rechtsanwaltskollegen interviewt.

    na dann mal butter bei die fische herr lampmann, was war den laienhaftes dabei als es um dr.m. ging.

    frau RA B. und herr RA V. sowie der rostockkollege kamen mir aber nicht so vor als hätten sie lampenfieber. vielleicht haben sie nur zu fieberhaft geschaut was es mal wieder zu nörgeln gäbe.

    ich war zwar nicht zu sehen in dem beitrag, aber meine “laienhafte” arbeit und die 5 anderer bezeiligter brachte dr m. und seine abmahner dazu das sie nun KG urteile gegen sich stehen haben.

    ich finde es nur rechtens das fotos von denen gezeigt werden die solche maschen abziehn. erst wenn der druck groß ist werden die dann eventuell auch mal vorsichtiger. mit dem was sie tun

  3. dr.no sagt:

    irgendwie kann ich mich nicht des eindrucks erwähren, dass sie eventuell so etwas wie missgunst gegenüber ihren kollegen hegen. schließlich haben die mehrere rechtsmissbrauchsurteile erwirkt die durch die medienlandschaft wirbelten und ein unglaubliches netzwerk der intriegen offenlegten.

  4. dr.no sagt:

    ach so, werden sie auch berichten, wenn die berufung zu dem fall für dr. m. nach hinten losgehen sollte?

  5. Laiendarsteller sagt:

    Sehr geehrter Lampmann,

    finden Sie Ihre Berichterstattung denn seriös, wenn Sie an dieser Stelle nicht erwähnen, dass der WDR in Berufung gegangen ist?

    Ich jedenfalls weiß, dass (per Stand 12. November), das von Ihnen verlinkte Urteil NICHT rechtskräftig ist/ war.

    Und das hier: KG Berlin, Beschl. v. 8.7.2008, Az.: 5 W 34/08, kennen Sie auch bereits, ich habe es Ihnen im Sommer zeitnah zukommen lassen.

    Mit freundlichem Gruß

    ein Laiendarsteller

  6. Laiendarsteller sagt:

    Entschuldigung,

    die Anrede sollte natürlich Herr Lampmann heißen…

    So ist das mit den aufgeregten Laiendarstellern;-)

    Gruß!

  7. Arno Lampmann sagt:

    Vielen Dank für den Hinweis, dass das Urteil nicht rechtskräftig sei. Das haben wir unserer Quelle nicht entnehmen können und werden darauf natürlich hinweisen.

    Um es noch einmal klar zustellen: Das Verhalten des betroffenen Anwalts mag zweifelhaft gewesen sein. Wenn Betroffene durch rechtswidrige Handlungen betroffen sein sollten, ist das natürlich auch inakzeptabel. Die Berichterstattung war jedenfalls unterirdisch.

    Wie Ihre Hinweise auf Gerichtsurteile gegen den Anwalt zeigen, haben die Betroffenen offenbar erfolgreich die Gelegenheit genutzt, den Rechtsweg zu beschreiten, so wie es der Rechtsstaat vorsieht. Die Berufung im vorliegenden Fall wird zeigen, ob die Entscheidung des Landgerichts Berlin richtig war. Eine mediale Inquisition unter Verwendung von Lichtbildern ist in der Rechtsordnung nicht vorgesehen…

  8. Kand.in.Sky sagt:

    Jaja, die vermeintlich ganz ganz Harten werden verdammt weinerlich wenn es um ihre eigenen Interessen geht. Egal ob Dieter Bohlen, Bushido oder eben Abzockanwälte. Dann ist das Gejammere gross.

    “Hach, ich habe mit Sand geworfen und der andere wirft zurück! Mami”

    Was widert mich dieser Menschenschlag an!

    #k.

  9. Laiendarsteller sagt:

    “Das Verhalten des betroffenen Anwalts mag zweifelhaft gewesen sein. ”

    Nun gut, Herr Lampmann,

    wenn Sie jetzt noch das “mag zweifelhaft” gegen “war rechtsmißbräuchlich” austauschen würden ?*zwinker*

    DAS ist ja nun nicht unterirdisch, sondern in mehreren Urteilen von verschiedenen Gerichten bestätigt und darf dann als “wahr” bezeichnet werden?

    Rechtsmißbrauch ist übrigens meines Wissens ebenfalls in der Rechtsordnung nicht vorgesehen ;-)

    Schönes Wochenende,

    Gruß Laiendarsteller

  10. rmb sagt:

    Der gute Dr. M. aus B. nach dem was man über ihn im Netz der Netze lesen kann ein Prototyp des Anwaltes des Rechts.
    Im Übrigen gilt :

    Wenn Juristen sich nicht präzise ausdrücken können oder wollen, schaffen sie unbestimmte Rechtsbegriffe. Der Streit um deren Auslegung und zutreffende Anwendung ist nicht nur Gegenstand der juristischen Ausbildung, sondern vor allem wesentliche Ertragsgrundlage ausgebildeter Juristen.




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