Google und die Urheberrechte – diesmal: Musik

heute: MusikWie der Presse zu entnehmen ist, stellt Google aktuell seinen neuen Musikdienst namens Music Beta vor. Ab sofort können Nutzer in den USA eine Beta-Version dieses Dienstes testen. Das Angebot soll entsprechend dem “cloud computing” so funktionieren, dass Google-Nutzer ihre privaten Musikdateien auf einen Google-Server laden und diese dann mittels verschiedener Geräte wie z.B. einem Smartphone oder einem Laptop abspielen können.

Der erste und damit schnellste Anbieter in diesem Marktsegment ist der Internetdienst Amazon. Google war nicht ganz so schnell, vielleicht auch weil Google ursprünglich das rühmenswerte Ziel hatte, die urheberrechtlichen Vorgaben zu prüfen und zu beachten.

Die urheberrechtlichen Fragen, z.B. wie die Rechteinhaber – Plattenfirmen, Künstler etc.- in diesem Modell berücksichtigt und entlohnt werden – scheinen jedoch weiter offen zu sein.

Auch in Deutschland stellt sich die Frage, wie zukünftig mit den Urheberrechten der verschiedenen Rechteinhaber im Zusammenhang mit den digitalen Medien und den immer neuen Diensten umgegangen werden soll – eine Novelle des Urheberrechtes, der sogenannte 3. Korb, ist derzeit von der Bundesregierung in Planung. Viele Fragen rund um das Urheberrecht sind in Deutschland ungeklärt, z.B. der Umgang mit der Privatkopie, der Handel mit gebrauchter Software, und natürlich auch die angemessene Vergütung der Rechteinhaber gerade im Hinblick auf die verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten.

Wir werden zu gegebener Zeit über die Entwicklung der 3. Urhebernovelle berichten. Google jedenfalls hat seinen Musikdienst schon mal gelauncht. Den Grundsatz “Erst mal machen und sich mit den Rechteinhabern später einigen”, kennt man ja schon von Google. (nh)

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2 Antworten auf „Google und die Urheberrechte – diesmal: Musik“

  1. Zu dem Thema gibt es heute eine spannende Studie, die der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) veröffentlicht hat. “Urheberschutz und Verbraucherschutz in Einklang bringen” ist das hehre Ziel, die Ideen dazu sind in meinen Augen größtenteils gut, umsetzbar und “gerecht”.

    Die Studie selbst hat über 170 Seiten – für diejenigen, die etwas weniger wollen gibt es auch ein dreiseitiges Positionspapier. Und zwar hier: http://www.vzbv.de/go/presse/1484/index.html

    Eine gute Lektüre wünscht

    Sebastian Dosch, Rechtsanwalt




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