Sie nerven aber!

Als Anwalt, der Rechteinhaber vertritt muss man mit Verblüffung feststellen, dass Kollegen auf der Gegenseite scheinbar eine gezielte Strategie des Abwartens verfolgen.

Nachdem wir festgestellt hatten, dass Forderungen unserer Mandantin nach Fristablauf von der Gegenseite nicht erfüllt worden waren, riefen wir den gegnerischen Anwalt vor der Einleitung weiterer Schritte an. Dieser nahm die Sache auf und wollte seinem Mandanten darüber Bericht erstatten.

Am selben Tag wurde der gleiche Anwalt erneut angerufen und zwar in einer zweiten Angelegenheit. Die Antwort (nach Gedächtnisprotokoll) war verblüffend:

„Sie nerven aber!“

Auf Nachfrage des Unterzeichners:

„Die anderen Kanzleien melden sich meistens nicht mehr – und schreiben auch nicht, wenn man eine Zeit abwartet.“

Diese Antwort zeigt, dass es scheinbar zur “Taktik” vieler gegnerischer Anwälte zählt, Mandate einfach auszusitzen. Ob dies im Interesse der Mandanten oder mit deren Genehmigung geschieht, wollen wir hier nicht diskutieren. Fest steht aber, dass diese Taktik nicht zielführend ist: Der Fall wird so nicht zu einem Abschluss gebracht. Damit drohen kostenintensive Gerichtsverfahren, die meist der Mandant zu tragen hat. (cs)

(Bild: © Chris leachman – Fotolia.com)

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14 Antworten auf „Sie nerven aber!“

  1. Andreas sagt:

    “Damit drohen kostenintensive Gerichtsverfahren, die meist der Mandant zu tragen hat.”

    Ist es nicht möglich, dass dies gewollt ist ;-)

    1. @Andreas: Das haben Sie gesagt! So etwas würde ich von den geschätzten Kollegen nie behaupten…

  2. Torsten sagt:

    wohl eher “anscheinend” statt “scheinbar”

    anscheinend: s.o.
    scheinbar: Beispiel: Er lässt Sie glauben, er spiele auf Zeit, arbeitet in Wirklichkeit aber schon eifrig mit seinem Mandanten an der Gegenstrategie ein.

    1. @ Torsten: Vielen Dank für den Hinweis! Zu Gunsten der Kollegen unterstelle ich aber einfach mal, dass “scheinbar” richtig ist….

  3. Andreas sagt:

    Um Gottes Willen!!

    Reine Theorie … Selbstverständlich!!

    Viele Grüße

  4. Aika96 sagt:

    … nun ja, ” manchmal ” wird ja auch erst nach 1,5 –
    2 Jahren trotz Kenntnis der vermeintlichen Rechtsverletzung und des vermeintlichen Verletzers abgemahnt. Aber diese seltsame ” Theorie ” im Bereich Filesharing betrifft sicher nicht LBR, sondern andere Kanzleien.
    ;>)
    Beste Gruesse Aika96

  5. Alfred sagt:

    Nun ja, wenn das “Einleitung weiterer Schritte” nötig ist, so bedeutet das, dass auch weitere Kosten und Gebühren angfallen könnten (die schnell 4 stellige Bteträge erreichen) und hier sind wir beim Thema: Das Risiko trägt immer der Mandant – denn selbst wenn das am Ende positiv ausgeht so ist damit nicht sichergestellt das der Unterlegene auch die Kosten und Gebühren zahlen kann. Somit ist das Aussitzen eine Option – die am Ende sogar noch Kosten (für den Gegner) sparen kann und der der Recht hat hat noch lange nicht recht bekommen aber dafür die Kosten und Gebühren – ich schreibe das da ich diesen Umstand jetzt lernen musste.
    Gruß
    Alfred

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