Deppen schreiben einfach ab

Von Arno Lampmann, 11. Oktober 2010

Die Journalistin Ulrike Langer beschäftigt sich in ihrem Blog mit der Missachtung grundlegender journalistischen Regeln, von der, wie uns des öfteren bereits unangenehm auffiel, auch die juristische bloggende Szene nicht frei ist:

“Die Berichterstattung zur neuesten Posse beim WeTab – überschwängliche Rezensionen bei Amazon von Firmenchef Helmut Hoffer von Ankershoffen über sein eigenes Produkt unter falschem Namen, aufgedeckt von Richard Gutjahr, – zeigt exemplarisch, woran der durchschnittliche Onlinejournalismus krankt: Statt auf die Originalquelle zu verlinken wird die Geschichte von den meisten Medienportalen einfach nur wiedergekaut.”

(Quelle: WeTab-Enthüllung? Wir WeDeppen schreiben einfach ab, Ulrike Langer, in ihrem Blog medialdigital.de)

Der Artikel ist sehr lesenwert, da er beispielhaft belegt, dass auch professionelle Online-Medien gerne Beiträge ohne Quelle nacherzählen. Ist man häufiger in juristischen Blogs unterwegs und wirft einen Blick auf Aggregatoren wie “jurablogs.com“, fällt auf, dass auch Rechtsanwälte dieser Unart gerne verfallen. Dabei werden nicht nur Beiträge mehr oder weniger seriöser Online-Medien “wiedergekaut”, sondern auch gerne Beiträge anderer Jura-Blogger.

Ein an sich nicht gerade Pulitzer-Preis verdächtiger Beitrag der Art “Kaffee war wieder zu kalt”, “Kopierer verstopft” oder “Richter nicht nett zu mir”, wie er einem auf jurabablogs.com des öfteren begegnet, hat dann immerhin ein wichtiges Merkmal von Qualitatsjournalismus: Er ist nicht geklaut (ca).

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