Anwälte haben Langbinder zu tragen

Von Arno Lampmann, 13. Juni 2007

Wir hätten es besser wissen müssen. Das Oberlandesgericht München hatte es im vergangenen Jahr nochmals klargestellt (Beschluss vom 14. 7. 20062 Ws 679/06 u. 2 Ws 684/06):


„Ein Auftritt mit T-Shirt vor einer Großen Strafkammer ist unter keinem Gesichtspunkt hinnehmbar. […] Zu der vorgetragenen Begründung, er [der Verteidiger] besitze keine Krawatte und könne eine solche auch nicht binden, versagt sich der Senat eine Erörterung. Die beklagten nachteiligen Folgen der Ausschließungen für den Mandanten hätte der Verteidiger durch normgerechtes Verhalten unschwer verhindern können.“

Der Kollege vom neuen Großbudenblog hat uns freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht, dass sich Anwälte auch außerhalb von Gerichtsverhandlungen normgerecht verhalten und Langbinder tragen sollten. Wir werden uns bemühen. (zie)

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Diskussion zu diesem Artikel:

3 Kommentare

  1. Anonymous

    Als juristischer Laie darf ich die unwissende und unerleuchtete Frage stellen, auf welcher Rechtsnorm der Beschluss beruht. Gibt es sowas wie eine Schlipsdurchführungsbestimmung oder einen Krawattikalenerlass, und wenn ja, wäre das nicht ein Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz? Oder stellt der Richter diese Unabhängigkeit mit kreativer Rechtsauslegung sicher? Was nicht alles der Wahrheitsfindung dient, Teufel noch mal…

  2. RAe Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum

    @ anonym
    Hier ein Auszuag aus den Gründen:
    Fehlt, wie in Bayern, eine solche Regelung, ergibt sich die Verpflichtung aus einem seit der Reichsgesetzgebung vor mehr als 100 Jahren entwickelten bundeseinheitlichen Gewohnheitsrecht (vgl. BVerfGE 28, 21 = NJW 1970, 851). Das bundeseinheitliche Gewohnheitsrecht findet in den bestehenden untergesetzlichen landesrechtlichen Regelungen seine inhaltliche Konkretisierung. In Bayern ist dies die Bekanntmachung über die Amtstracht der Rechtspflegeorgane vom 16. 10. 1956 in der Fassung der Änderung vom 26. 4. 1968.

  3. RAe Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum

    @ anonym
    Hier ein Auszuag aus den Gründen:
    Fehlt, wie in Bayern, eine solche Regelung, ergibt sich die Verpflichtung aus einem seit der Reichsgesetzgebung vor mehr als 100 Jahren entwickelten bundeseinheitlichen Gewohnheitsrecht (vgl. BVerfGE 28, 21 = NJW 1970, 851). Das bundeseinheitliche Gewohnheitsrecht findet in den bestehenden untergesetzlichen landesrechtlichen Regelungen seine inhaltliche Konkretisierung. In Bayern ist dies die Bekanntmachung über die Amtstracht der Rechtspflegeorgane vom 16. 10. 1956 in der Fassung der Änderung vom 26. 4. 1968.

 

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