{"id":71377,"date":"2026-10-14T22:59:20","date_gmt":"2026-10-14T20:59:20","guid":{"rendered":"\/?p=71377"},"modified":"2026-10-14T22:11:06","modified_gmt":"2026-10-14T20:11:06","slug":"paparazzi-fotos-haftung-fotograf-bgh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/magazin\/datenschutzrecht\/paparazzi-fotos-haftung-fotograf-bgh\/","title":{"rendered":"BGH zu Paparazzi-Fotos: Der Fotograf haftet nicht f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-71375 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/paparazzi-fotos-haftung-fotograf-bgh-620x326-1.png\" alt=\"Grafik eines stilisierten BGH-Urteils mit Tenor und Kamera, Headline \u201eDer Fotograf haftet nicht\u201c und rotem Stempel \u201eFotograf haftet nicht \u00b7 BGH VI ZR 402\/24\u201c\" width=\"494\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/paparazzi-fotos-haftung-fotograf-bgh-620x326-1.png 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/paparazzi-fotos-haftung-fotograf-bgh-620x326-1-354x186.png 354w\" sizes=\"(max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/>Helene Fischer ist auch mit ihrer Klage gegen den Paparazzo gescheitert, der sie 2022 mit ihrer kleinen Tochter in M\u00fcnchen fotografiert hatte. Der BGH stellt klar: F\u00fcr rechtswidrige Ver\u00f6ffentlichungen haften Redaktionen und Verlage, nicht der Fotograf, der die Bilder nur anbietet. Was das f\u00fcr Betroffene, Unternehmen und Fotografen bedeutet.<\/em><\/p>\n<p>Im Mai 2022 war die S\u00e4ngerin Helene Fischer mit ihrer wenige Monate alten Tochter und ihrer Mutter in der M\u00fcnchner Innenstadt unterwegs. Ein Fotograf nahm die Familie aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung mit Teleobjektiv auf und bot die Bilder mehreren Redaktionen an. Sp\u00e4ter erschienen Aufnahmen aus der Serie unter anderem bei RTL, bild.de und in Zeitschriften. Fischer verlangte daraufhin vom Fotografen eine Geldentsch\u00e4digung von mindestens 10.000 \u20ac.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof hat die Klage nun endg\u00fcltig abgewiesen (BGH, Urteil vom 29. September 2026, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20402\/24\">VI ZR 402\/24<\/a>). Die Entscheidung ist rechtskr\u00e4ftig. Sie schlie\u00dft an die Urteile vom 21. Juli 2026 an, in denen Fischer gegen die ver\u00f6ffentlichenden Medien zwar eine Rechtsverletzung, aber keine Geldentsch\u00e4digung durchsetzen konnte. \u00dcber diese Verfahren haben wir in unserem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/helene-fischer-geldentschaedigung-bgh\/\">\u201eRechtswidrig fotografiert \u2013 und trotzdem kein Geld f\u00fcr Helene Fischer\u201c<\/a> berichtet.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Aussagen des neuen Urteils:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kein DSGVO-Schadensersatz:<\/strong> Aufnahme und Weitergabe der Fotos sind journalistische Datenverarbeitung und fallen unter das Medienprivileg.<\/li>\n<li><strong>Keine Haftung f\u00fcr fremde Ver\u00f6ffentlichungen:<\/strong> F\u00fcr den Abdruck sind Redaktionen und Verlage verantwortlich, nicht der Fotograf.<\/li>\n<li><strong>Weitergabe ist keine Verbreitung:<\/strong> Wer Bilder Redaktionen anbietet, verbreitet sie grunds\u00e4tzlich nicht im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7 22 KUG<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Heimliche Aufnahme zul\u00e4ssig:<\/strong> Das Fotografieren selbst war nach der Abw\u00e4gung des Senats rechtm\u00e4\u00dfig.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Worum ging es vor dem BGH?<\/h2>\n<p>Es ging allein um die Frage, ob der Fotograf selbst f\u00fcr die Bilder einstehen muss. Gegen das weitere Anbieten der Fotos war Fischer bereits im Eilverfahren vorgegangen. Im Hauptsacheverfahren forderte sie Geld: gest\u00fctzt auf das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht und auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/82.html\">Art. 82 DSGVO<\/a>.<\/p>\n<p>Die Instanzen sahen das unterschiedlich. Das Landgericht Berlin gab der Klage mit Urteil vom 17. Oktober 2023 (Az. 27 O 83\/23) \u00fcberwiegend statt. Das Kammergericht wies sie mit Urteil vom 5. Dezember 2024 (Az. 10 U 166\/23) ab. Der VI. Zivilsenat des BGH hat die Revision der S\u00e4ngerin zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<h2>Warum scheitert der Anspruch aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/82.html\" title=\"Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz\">Art. 82 DSGVO<\/a>?<\/h2>\n<p>Weil die T\u00e4tigkeit des Fotografen unter das Medienprivileg f\u00e4llt. Fotos einer erkennbaren Person sind personenbezogene Daten, das Fotografieren und Weitergeben ist eine Verarbeitung im Sinne der DSGVO. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/85.html\">Art. 85 Abs. 2 DSGVO<\/a> erlaubt den Mitgliedstaaten aber, f\u00fcr die Verarbeitung zu journalistischen Zwecken Ausnahmen vorzusehen. Die deutschen L\u00e4nder haben davon Gebrauch gemacht. Soweit das Medienprivileg reicht, muss sich die Verarbeitung nicht an <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/6.html\">Art. 6<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/7.html\">Art. 7 DSGVO<\/a> messen lassen. Ein Schadensersatzanspruch wegen unrechtm\u00e4\u00dfiger Verarbeitung entf\u00e4llt damit.<\/p>\n<p>Entscheidend ist der Begriff des Journalismus. Der BGH versteht ihn weit, in Anlehnung an die Rechtsprechung des EuGH. Die Formulierung sei \u201eweit zu verstehen\u201c, der Begriff erfasse nicht nur die \u201eQualit\u00e4tsmedien\u201c. Gesch\u00fctzt ist auch die publizistische Vorbereitung, also die Beschaffung von Informationen und Bildern. Der Pressefotograf wird damit als Hilfsunternehmen der Presse behandelt, selbst wenn er nicht selbst ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Eine Grenze bleibt: Der Senat h\u00e4lt am Erfordernis eines Mindestma\u00dfes an eigener inhaltlicher Bearbeitung fest. Wer Daten nur sammelt und ungefiltert weiterreicht, kann sich nicht ohne Weiteres auf das Medienprivileg berufen. F\u00fcr den Paparazzo, der Motive ausw\u00e4hlt, Szenen fotografiert und Bildserien Redaktionen anbietet, sah der BGH diese Schwelle erreicht.<\/p>\n<h2>Haftet der Fotograf f\u00fcr die rechtswidrigen Ver\u00f6ffentlichungen?<\/h2>\n<p>Nein. Der BGH best\u00e4tigt zwar, dass die sp\u00e4teren Ver\u00f6ffentlichungen unzul\u00e4ssig waren und das Pers\u00f6nlichkeitsrecht der Kl\u00e4gerin verletzten. Eine Einwilligung lag nicht vor, Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\">\u00a7 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG<\/a> waren die Aufnahmen nicht. Diese Verletzungen sind dem Fotografen aber nicht zuzurechnen.<\/p>\n<p>Der Senat begr\u00fcndet das mit einem klaren \u201eZuschnitt von Verantwortungsbereichen\u201c. \u00dcber die Ver\u00f6ffentlichung, den Begleittext und den Kontext entscheidet die Redaktion. Ob ein Bild zul\u00e4ssig gezeigt werden darf, h\u00e4ngt gerade von diesem Kontext ab. Ein und dasselbe Foto kann in einem Bericht \u00fcber ein Ereignis der Zeitgeschichte zul\u00e4ssig und in einem reinen Unterhaltungsbeitrag unzul\u00e4ssig sein. Folgerichtig haften f\u00fcr die Einhaltung dieser Grenzen die verantwortlichen Redakteure und Verlage, nicht diejenigen, die im Vorfeld t\u00e4tig waren.<\/p>\n<p>Auch eine Haftung als mittelbarer St\u00f6rer analog <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1004.html\">\u00a7 1004 BGB<\/a> scheidet aus. Sie setzt die Verletzung einer zumutbaren Pr\u00fcfpflicht voraus. Besondere Umst\u00e4nde, die den Fotografen zu einer eigenen Pr\u00fcfung verpflichtet h\u00e4tten, hatten die Vorinstanzen nicht festgestellt.<\/p>\n<h2>Ist das Anbieten von Bildern an Redaktionen eine \u201eVerbreitung\u201c?<\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich nicht. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\">\u00a7 22 KUG<\/a> verbietet, Bildnisse ohne Einwilligung zu verbreiten oder \u00f6ffentlich zur Schau zu stellen. Der BGH legt den Begriff des Verbreitens hier eng aus. Die Weitergabe von Bildern, deren Einsatzweise und konkreter Ver\u00f6ffentlichungskontext noch im Unklaren liegen, sei eine typisch medienbezogene Hilfst\u00e4tigkeit. Sie geh\u00f6rt zum Bereich der publizistischen Vorbereitung, den die Pressefreiheit aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/5.html\">Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG<\/a> ausdr\u00fccklich sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Praxis ist das ein wichtiger Punkt. Ein Unterlassungsanspruch gegen das blo\u00dfe Anbieten von Fotos an Redaktionen l\u00e4sst sich auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7 22 KUG<\/a> nur noch schwer st\u00fctzen. Ansatzpunkt bleibt die konkrete Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<h2>Durfte der Fotograf die Bilder \u00fcberhaupt machen?<\/h2>\n<p>Ja, nach der Abw\u00e4gung des BGH war schon die Anfertigung der Aufnahmen rechtm\u00e4\u00dfig. Die Pressefreiheit und die Berufsfreiheit des Fotografen \u00fcberwiegen hier das Recht am eigenen Bild und den Schutz der Privatsph\u00e4re. Ein generelles Verbot heimlicher Aufnahmen gibt es nicht.<\/p>\n<p>Der Senat stellt dabei auf die Umst\u00e4nde ab. Die Privatsph\u00e4re der Kl\u00e4gerin sei durch die Bilder, ohne Kontext betrachtet, nur in ihrem Randbereich betroffen. Fischer habe sich bewusst in die \u00d6ffentlichkeit der belebten Innenstadt begeben, wo eine sehr prominente Person mit Erkennung rechnen m\u00fcsse. Auch Aspekte aus dem Privatleben, etwa die Normalit\u00e4t des Alltagslebens, k\u00f6nnen bei Prominenten ein berechtigtes Informationsinteresse begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Zugleich betont der BGH, dass Fotos einer elterlichen Hinwendung zum Kind besonders sensibel sind. Der Pers\u00f6nlichkeitsschutz des abgebildeten Elternteils kann durch <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/6.html\">Art. 6 Abs. 1 und 2 GG<\/a> verst\u00e4rkt werden. In den Verfahren gegen die Medien f\u00fchrte dieser Gesichtspunkt dazu, dass die Ver\u00f6ffentlichungen unzul\u00e4ssig waren. F\u00fcr das blo\u00dfe Fotografieren in der Innenstadt reichte er nach Auffassung des Senats nicht aus.<\/p>\n<p>Die Art und Weise der Beschaffung von Fotos kann nach dem Urteil nur ausnahmsweise als rechtswidrig angesehen werden. Anders liegt es, wenn eine Ver\u00f6ffentlichung der Bilder in jedem auch nur denkbaren Kontext von vornherein unzul\u00e4ssig w\u00e4re. Das d\u00fcrfte nach unserer Einsch\u00e4tzung vor allem Aufnahmen aus gesch\u00fctzten R\u00fcckzugsr\u00e4umen betreffen, etwa in der Wohnung oder unter Versto\u00df gegen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/201a.html\">\u00a7 201a StGB<\/a>.<\/p>\n<h2>Was bedeutet das Urteil f\u00fcr Betroffene und Unternehmen?<\/h2>\n<p>Das Urteil verschiebt den Fokus. Wer sich gegen ungewollte Fotos in den Medien wehren will, muss die ver\u00f6ffentlichenden Medien in den Blick nehmen, nicht den Fotografen. Das betrifft Prominente ebenso wie Unternehmer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und andere Personen des \u00f6ffentlichen Lebens, die in Berichten \u00fcber ihr Unternehmen oder ihr Privatleben abgebildet werden.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich konkrete Empfehlungen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gegen jede Ver\u00f6ffentlichung einzeln vorgehen:<\/strong> Anspruchsgegner sind Verlag, Sender oder Plattformbetreiber. Abmahnung und einstweilige Verf\u00fcgung sollten z\u00fcgig folgen, weil die Dringlichkeit in Pressesachen schnell verloren geht.<\/li>\n<li><strong>Kontext pr\u00fcfen:<\/strong> Ob ein Bild gezeigt werden darf, entscheidet sich am Begleittext. Ein Unterlassungsanspruch richtet sich deshalb gegen die konkrete Verletzungsform.<\/li>\n<li><strong>Beweise sichern:<\/strong> Screenshots mit Datum und URL, Videos, Printausgaben. Oft nutzen mehrere Medien dieselbe Bildserie.<\/li>\n<li><strong>Fotografen nur in Ausnahmef\u00e4llen angreifen:<\/strong> Ans\u00e4tze bleiben, wenn die Aufnahme selbst rechtswidrig ist, etwa in gesch\u00fctzten R\u00e4umen, oder wenn der Fotograf \u00fcber eine blo\u00dfe Hilfst\u00e4tigkeit hinaus eigene Pr\u00fcfpflichten verletzt.<\/li>\n<li><strong>Geldentsch\u00e4digung realistisch einsch\u00e4tzen:<\/strong> Sie setzt einen schwerwiegenden Eingriff voraus. Bei Alltagssituationen und freundlicher Berichterstattung ist diese Schwelle selten erreicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Fotografen und Bildagenturen ist das Urteil eine Best\u00e4tigung ihrer Arbeit. Das Medienprivileg sch\u00fctzt allerdings nur journalistische Zwecke. Wer Bilder von Personen f\u00fcr Werbung, Produktkommunikation oder Social-Media-Kampagnen von Unternehmen liefert, kann sich darauf nicht berufen. Dort gelten die allgemeinen Regeln der DSGVO und des KUG.<\/p>\n<p>Redaktionen sollten das Urteil umgekehrt lesen: Die Verantwortung f\u00fcr den Abdruck liegt bei ihnen. Die Pr\u00fcfung, ob ein angekauftes Bild in dem geplanten Kontext gezeigt werden darf, l\u00e4sst sich nicht auf den Lieferanten abw\u00e4lzen.<\/p>\n<div style=\"background: #EFF3F9; padding: 36px 40px 28px; margin: 0 0 48px;\">\n<h2 style=\"margin: 0 0 14px;\">H\u00e4ufige Fragen zur Haftung bei Paparazzi-Fotos<\/h2>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; padding: 20px 0; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Darf ein Paparazzo Prominente heimlich in der \u00d6ffentlichkeit fotografieren?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: inline-flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 1;\">+<\/span><\/summary>\n<div style=\"padding: 0 0 22px;\">Grunds\u00e4tzlich ja. Der BGH sieht kein generelles Verbot heimlicher Aufnahmen. Die Art und Weise der Beschaffung von Fotos ist nach dem Urteil nur ausnahmsweise rechtswidrig, etwa wenn die Bilder in keinem denkbaren Kontext ver\u00f6ffentlicht werden d\u00fcrften. Ob ein Foto sp\u00e4ter gezeigt werden darf, ist eine andere Frage, die nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7\u00a7 22<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\" title=\"&sect; 23 KunstUrhG\">23 KUG<\/a> zu beantworten ist.<\/div>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; padding: 20px 0; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Wer haftet, wenn ein Paparazzi-Foto rechtswidrig ver\u00f6ffentlicht wird?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: inline-flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 1;\">+<\/span><\/summary>\n<div style=\"padding: 0 0 22px;\">In erster Linie die Redaktion und der Verlag, die das Bild ver\u00f6ffentlichen. Der BGH ordnet ihnen die Verantwortung f\u00fcr den Ver\u00f6ffentlichungskontext zu. Der Fotograf, der die Bilder nur anbietet, haftet nach dem Urteil vom 29. September 2026 grunds\u00e4tzlich weder als T\u00e4ter noch als St\u00f6rer.<\/div>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; padding: 20px 0; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Kann ich vom Fotografen Schadensersatz nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/82.html\" title=\"Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz\">Art. 82 DSGVO<\/a> verlangen?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: inline-flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 1;\">+<\/span><\/summary>\n<div style=\"padding: 0 0 22px;\">In der Regel nicht, wenn der Fotograf journalistisch t\u00e4tig ist. Fotografieren und Weitergeben an Redaktionen fallen unter das Medienprivileg des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/85.html\" title=\"Art. 85 DSGVO: Verarbeitung und Freiheit der Meinungs&auml;u&szlig;erung und Informationsfreiheit\">Art. 85 Abs. 2 DSGVO<\/a>. Die Vorschriften der DSGVO \u00fcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Verarbeitung gelten dann nicht, ein Anspruch aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/82.html\" title=\"Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz\">Art. 82 DSGVO<\/a> scheidet aus.<\/div>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; padding: 20px 0; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Ist das Anbieten von Fotos an Redaktionen schon eine Verbreitung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7 22 KUG<\/a>?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: inline-flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 1;\">+<\/span><\/summary>\n<div style=\"padding: 0 0 22px;\">Grunds\u00e4tzlich nein. Der BGH legt den Begriff des Verbreitens eng aus. Die Weitergabe von Bildern, deren Einsatz und Ver\u00f6ffentlichungskontext noch offen sind, wertet er als typisch medienbezogene Hilfst\u00e4tigkeit.<\/div>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; padding: 20px 0; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Was sollten Betroffene tun, wenn Paparazzi-Fotos von ihnen erscheinen?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: inline-flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 1;\">+<\/span><\/summary>\n<div style=\"padding: 0 0 22px;\">Schnell gegen jede einzelne Ver\u00f6ffentlichung vorgehen: Abmahnung oder einstweilige Verf\u00fcgung gegen Verlag und Redaktion, Sicherung der Beweise und Pr\u00fcfung, ob weitere Medien dieselben Bilder nutzen. Eine Geldentsch\u00e4digung kommt nur bei schwerwiegenden Eingriffen in Betracht.<\/div>\n<\/details>\n<\/div>\n<div style=\"background: #0A2C52; padding: 32px 36px; margin: 0 0 48px;\">\n<p style=\"color: #ffffff; font-weight: bold; font-size: 1.25em; margin: 0 0 12px;\">Ungefragt in Presse oder Online-Medien abgebildet?<\/p>\n<p style=\"color: #d7e3f4; margin: 0 0 24px;\">Wir pr\u00fcfen, gegen wen sich Ihre Anspr\u00fcche richten und welche Schritte jetzt sinnvoll sind: Unterlassung, Beseitigung und, wo die Voraussetzungen vorliegen, Geldentsch\u00e4digung. Eine erste Einsch\u00e4tzung erhalten Sie in der Regel binnen 24 Stunden.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background: #FFFFFF; color: #0a2c52; font-weight: bold; padding: 14px 28px; text-decoration: none;\" href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/kontakt\/\">Jetzt Kontakt aufnehmen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/helene-fischer-geldentschaedigung-bgh\/\">BGH zu Promi-Babyfotos: Rechtswidrig fotografiert \u2013 und trotzdem kein Geld f\u00fcr Helene Fischer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/datenschutzrecht\/medienprivilieg-der-dsgvo-gilt-nicht-nur-fuer-berufsjournalisten\/\">\u201eMedienprivileg\u201c der DSGVO gilt nicht nur f\u00fcr Berufsjournalisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/datenschutzrecht\/groenemeyers-paparazzi-wegen-uneidlicher-falschaussage-und-falscher-verdaechtigung-verurteilt\/\">Prominente in privater Angelegenheit sind kein Paparazzi-Freiwild<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/erkennbarkeit-und-agenturprivileg\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrecht in der Berichterstattung: OLG Dresden zu Erkennbarkeit und Agenturprivileg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild-kug\/\">OLG Frankfurt st\u00e4rkt Recht am eigenen Bild \u2013 Gerichtlich verbotener Text kann einem Bildnis keinen Informationswert verleihen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/recht-am-eigenen-bild-christian-wulffs-privatleben-ist-nicht-seine-privatsphaere\/\">Recht am eigenen Bild: Christian Wulffs \u201ePrivatleben\u201c ist nicht seine Privatsph\u00e4re<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH, Urteil vom 29. 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