{"id":70161,"date":"2026-04-22T05:04:05","date_gmt":"2026-04-22T03:04:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=70161"},"modified":"2026-04-22T05:11:45","modified_gmt":"2026-04-22T03:11:45","slug":"deutsche-berichterstattung-dubai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/deutsche-berichterstattung-dubai\/","title":{"rendered":"LHR-Praxisfall: Wenn Berichterstattung aus Deutschland in Dubai zum Problem wird"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-70165 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dubai-Germany-621x414.jpg\" alt=\"\" width=\"509\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dubai-Germany-621x414.jpg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dubai-Germany-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dubai-Germany-311x207.jpg 311w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dubai-Germany-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dubai-Germany.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 509px) 100vw, 509px\" \/>Was sich in unserer Praxis immer deutlicher zeigt, ist kein Zufall mehr, sondern ein belastbarer Trend: Immer h\u00e4ufiger wenden sich Mandanten aus dem Ausland an LHR, um gegen unwahre oder unzul\u00e4ssig zugespitzte Berichterstattung aus Deutschland oder Europa vorzugehen. <\/em><\/p>\n<p><em>Besonders auff\u00e4llig ist dabei, dass dies zunehmend Pers\u00f6nlichkeiten betrifft, die in Dubai leben, dort unternehmerisch t\u00e4tig sind oder von dort aus ihre internationale Sichtbarkeit steuern.<\/em><\/p>\n<p><em>Dass LHR in diesem Bereich seit l\u00e4ngerem t\u00e4tig ist, zeigen bereits unsere Themenseiten <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/influencer-und-rechtsberatung\/\">Influencer und Rechtsberatung<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/coaches-und-influenzer-in-dubai\/\">Coaches und Influencer in Dubai<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><em>Beide machen deutlich, dass digitale Reichweite heute nicht nur gesch\u00e4ftliche Chancen er\u00f6ffnet, sondern zugleich erhebliche rechtliche Risiken schafft. Wer sichtbar ist, wird angreifbar. Wer international sichtbar ist, wird international angreifbar.<\/em><\/p>\n<h2>Der eigentliche Befund aus der Praxis<\/h2>\n<p>Der aktuelle Praxisfall steht exemplarisch f\u00fcr eine Entwicklung, die wir bei LHR seit einiger Zeit beobachten: Internationale Unternehmer, Coaches, Influencer und sonstige \u00f6ffentliche Personen wenden sich an eine deutsche Kanzlei, um gegen Ver\u00f6ffentlichungen aus Europa vorzugehen, die ihren Ruf massiv beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Dabei geht es h\u00e4ufig nicht nur um klassische Presseartikel. Vielmehr sehen wir ein Zusammenspiel aus Online-Magazinen, Plattformen, Suchmaschinen-Sichtbarkeit und zugespitzten Snippets. Der Reputationsschaden entsteht daher oft nicht erst durch den eigentlichen Artikeltext. Schon die \u00dcberschrift, die Kurzbeschreibung in Suchergebnissen oder die Archivierung entsprechender Inhalte kann ausreichen, um einen massiven negativen Eindruck zu verfestigen.<\/p>\n<p>Gerade internationale Mandanten aus Dubai trifft das besonders hart. Wer dort t\u00e4tig ist, ist in aller Regel auf Sichtbarkeit, Vertrauen und internationale Gesch\u00e4ftsbeziehungen angewiesen. Wird der eigene Name bei Google mit schwerwiegenden Vorw\u00fcrfen verkn\u00fcpft, ist der Schaden regelm\u00e4\u00dfig unmittelbar sp\u00fcrbar.<\/p>\n<h2>Globalisierung hat die Hemmschwelle nicht gesenkt, sondern verschoben<\/h2>\n<p>Bemerkenswert ist vor allem die dahinterstehende Dynamik. Die Globalisierung hat ersichtlich nicht dazu gef\u00fchrt, dass sich zweifelhafte Protagonisten davor scheuen, aus Europa oder aus Deutschland heraus internationale Pers\u00f6nlichkeiten im Internet anzugreifen. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein.<\/p>\n<p>Die r\u00e4umliche Distanz schafft offenbar ein Gef\u00fchl faktischer Risikolosigkeit. Wer aus Deutschland \u00fcber Personen berichtet, die in Dubai oder anderen au\u00dfereurop\u00e4ischen Staaten t\u00e4tig sind, kalkuliert mitunter damit, dass sich die Betroffenen gegen die Ver\u00f6ffentlichung schon nicht effektiv zur Wehr setzen werden. Genau diese Erwartung erweist sich aber zunehmend als Fehlkalkulation.<\/p>\n<p>Denn der digitale Raum ist zwar global, die Rechtsverletzung bleibt trotzdem justiziabel. Und gerade das deutsche \u00c4u\u00dferungsrecht bietet in vielen F\u00e4llen wirksame Instrumente, um gegen unwahre Tatsachenbehauptungen, entstellende Verdachtsberichterstattung oder unzul\u00e4ssig rufsch\u00e4digende Ver\u00f6ffentlichungen vorzugehen.<\/p>\n<h2>Google macht aus lokaler Berichterstattung ein globales Reputationsproblem<\/h2>\n<p>Die eigentliche Sprengkraft solcher F\u00e4lle entsteht heute meist erst durch Suchmaschinen. Eine Ver\u00f6ffentlichung mag auf einer deutschen oder europ\u00e4ischen Seite erscheinen. Ihre Wirkung entfaltet sie aber weltweit. Sp\u00e4testens durch Google werden entsprechende Inhalte global sichtbar, durchsuchbar und dauerhaft abrufbar.<\/p>\n<p>Das ist der Punkt, an dem aus einer lokalen Publikation ein internationales Reputationsproblem wird. Denn Google transportiert nicht nur Links, sondern oft schon die eigentliche Botschaft: \u00fcber \u00dcberschriften, Snippets und Archivseiten. F\u00fcr die betroffene Person spielt es dann kaum noch eine Rolle, ob der vollst\u00e4ndige Beitrag hinter einer Bezahlschranke liegt. Der Schaden ist bereits eingetreten, sobald der Name mit einer ehrverletzenden oder zumindest massiv belastenden Kurzbeschreibung verkn\u00fcpft wird.<\/p>\n<p>Gerade deshalb wenden sich immer mehr Mandanten aus Dubai und anderen Teilen der Welt an deutsche Kanzleien. Denn wenn die Berichterstattung aus Deutschland stammt oder hier abrufbar und rechtlich greifbar ist, liegt es nahe, die Abwehr auch von hier aus zu organisieren.<\/p>\n<h2>Zuspitzung als publizistisches und wirtschaftliches Modell<\/h2>\n<p>Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der in solchen Konstellationen nicht \u00fcbersehen werden sollte: Die Zuspitzung ist h\u00e4ufig nicht blo\u00df journalistischer Stil, sondern Teil eines wirtschaftlichen Modells. Wo Aufmerksamkeit die zentrale W\u00e4hrung ist, steigt naturgem\u00e4\u00df die Versuchung, mit maximaler Sch\u00e4rfe zu formulieren, Verdachtsmomente zu dramatisieren und Pers\u00f6nlichkeiten zum Objekt einer fortlaufenden Skandalisierung zu machen.<\/p>\n<p>Besonders problematisch wird das dort, wo mit solchen Ver\u00f6ffentlichungen zugleich kostenpflichtige Abonnements oder exklusive Zug\u00e4nge vermarktet werden. Dann dient die Zuspitzung nicht nur der publizistischen Profilierung, sondern erkennbar auch der Monetarisierung. F\u00fcr Betroffene bedeutet das, dass sich die wirtschaftlichen Interessen des Publishers mit dem Reputationsschaden der betroffenen Person \u00fcberschneiden.<\/p>\n<p>Rechtlich ist das bedeutsam, weil gerade in solchen F\u00e4llen sehr genau gepr\u00fcft werden muss, ob eine zul\u00e4ssige Verdachtsberichterstattung vorliegt oder ob die Grenze zur unzul\u00e4ssigen Vorverurteilung, Verzerrung oder gesch\u00e4ftlich motivierten Rufsch\u00e4digung \u00fcberschritten ist.<\/p>\n<h2>Warum deutsches Recht f\u00fcr internationale Mandanten so relevant ist<\/h2>\n<p>F\u00fcr au\u00dfenstehende Beobachter mag es zun\u00e4chst \u00fcberraschend wirken, dass Mandanten aus Dubai gerade bei Ver\u00f6ffentlichungen mit internationaler Wirkung den Weg zu einer deutschen Kanzlei suchen. In Wahrheit ist das konsequent.<\/p>\n<p>Wenn Inhalte aus Deutschland stammen, von hier aus verantwortet werden oder sich rechtlich hier verfolgen lassen, ist das deutsche Presserecht h\u00e4ufig der naheliegende Hebel. Deutschland ist dann nicht nur Ursprungsort der Berichterstattung, sondern zugleich der Ort, an dem effektiver Rechtsschutz ansetzen kann. Gerade f\u00fcr internationale Mandanten wird das deutsche \u00c4u\u00dferungsrecht deshalb immer mehr zu einem strategisch entscheidenden Instrument des Reputationsschutzes.<\/p>\n<p>Unsere Themenseiten zu <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/influencer-und-rechtsberatung\/\">Influencer und Rechtsberatung<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/coaches-und-influenzer-in-dubai\/\">Coaches und Influencer in Dubai<\/a> zeigen bereits, dass LHR in genau diesem Spannungsfeld ber\u00e4t: an der Schnittstelle von digitaler Sichtbarkeit, wirtschaftlicher Reputation und konsequenter rechtlicher Durchsetzung.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Der Fall steht beispielhaft f\u00fcr eine neue Mandatsrealit\u00e4t. Reputationsschutz ist l\u00e4ngst keine lokale Disziplin mehr. Ein Artikel aus Deutschland kann in Dubai gesch\u00e4ftliche Beziehungen belasten, Kooperationen gef\u00e4hrden und Pers\u00f6nlichkeitsrechte weltweit verletzen. Gerade deshalb suchen immer mehr internationale Mandanten gezielt anwaltliche Hilfe in Deutschland.<\/p>\n<p>Die entscheidende Erkenntnis lautet: Die Globalisierung hat nicht dazu gef\u00fchrt, dass sich Angriffe auf den Ruf internationaler Pers\u00f6nlichkeiten erledigt h\u00e4tten. Sie hat ihnen vielmehr neue Reichweite verschafft. Und genau deshalb wird das deutsche \u00c4u\u00dferungsrecht f\u00fcr Mandanten aus der ganzen Welt, insbesondere aus Dubai, immer wichtiger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sich in unserer Praxis immer deutlicher zeigt, ist  [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":70165,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_focuskw":"","_yoast_wpseo_title":"","_yoast_wpseo_metadesc":"","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-70161","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","topic_category-medienrecht-persoenlichkeitsrecht"],"acf":[],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70161"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70161\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70167,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70161\/revisions\/70167"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media\/70165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}