{"id":63067,"date":"2022-10-14T08:04:06","date_gmt":"2022-10-14T06:04:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=63067"},"modified":"2025-10-22T04:03:14","modified_gmt":"2025-10-22T02:03:14","slug":"boesglaeubige-markenanmeldung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/magazin\/markenrecht\/boesglaeubige-markenanmeldung\/","title":{"rendered":"B\u00f6sgl\u00e4ubige Markenanmeldung: Die H\u00fcrden sind hoch"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_63068\" aria-describedby=\"caption-attachment-63068\" style=\"width: 581px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-63068 \" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-669x414.jpeg\" alt=\"b\u00f6sgl\u00e4ubige Markenanmeldung\" width=\"581\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-669x414.jpeg 669w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-620x384.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-334x207.jpeg 334w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-768x475.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-1536x951.jpeg 1536w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/boesglaeubige-markenanmeldung-2048x1268.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-63068\" class=\"wp-caption-text\">Olivier Le Moal &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u00dcblicherweise will derjenige, der eine Wortmarke anmeldet, dem Verbraucher ein bestimmtes Produkt unter diesem Namen anbieten. Und damit dieser Name gesch\u00fctzt ist, also niemand anders ihn f\u00fcr die Vermarktung eigener Produkte verwenden darf, l\u00e4sst man ihn sich als Marke eintragen. <\/em><\/p>\n<p><em>Ist sie inmal beim daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) registriert, kann man beruhigt sein: die Wortmarke ist gesch\u00fctzt.<\/em><\/p>\n<h2>B\u00f6sgl\u00e4ubige Markenanmeldung<\/h2>\n<p>Nun gibt es aber auch den Fall, dass jemand eine Marke nur deswegen anmeldet, um einem anderen \u2013 etwa einem Konkurrenten \u2013 die M\u00f6glichkeit zu verbauen, die Marke f\u00fcr sich zu nutzen.<\/p>\n<p>Steht allein dieser destruktive Gedanke hinter dem Registrierungsantrag, dann kann er als \u201eb\u00f6sgl\u00e4ubig\u201c abgelehnt werden, weil derartige <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/markenrecht\/marke-anmelden\/\">Markenanmeldungen<\/a> qua Gesetz ausgeschlossen sind (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MarkenG\/8.html\" title=\"&sect; 8 MarkenG: Absolute Schutzhindernisse\">\u00a7 8 Abs. 2 Nr 14 MarkenG<\/a>).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was genau unter B\u00f6sgl\u00e4ubigkeit zu fassen ist, regelt die Rechtsprechung.<\/p>\n<p>Dort werden grunds\u00e4tzlich drei F\u00e4lle unterschieden, die jedoch auch gleichzeitig auftreten k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Anmeldung der Marke ohne die Absicht, sie zu benutzen, also allein mit dem Hintergedanken, ihren Eigenwert irgendwann zu Geld zu machen,<\/li>\n<li>dann die Registrierung einer \u00e4hnlichen Marke zur Behinderung der gesch\u00e4ftlichen Aktivit\u00e4ten eines Konkurrenten, der Inhaber der Marke ist, auf die absichtsvoll Bezug genommen wird, und schlie\u00dflich<\/li>\n<li>eine solche Markenregistrierung, die mit der dadurch entstehenden Sperrwirkung bezweckt, eine Art Druckmittel im Wettbewerbskampf innezuhaben.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Hohe H\u00fcrden<\/h2>\n<p>Dass f\u00fcr die L\u00f6schung einer Markenanmeldung mit dem Hinweis, diese sei b\u00f6sgl\u00e4ubig erfolgt, die H\u00fcrden allerdings sehr hoch sind und es auf den datillierten Nachweis der Voraussetzungen der B\u00f6sgl\u00e4ubigkeit ankommt, zeigt ein Verfahren um eine Wortmarke, die von einer Mitarbeiterin eines Familienbetriebs auf ihren Namen angemeldet wurde.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiterin ist zugleich die Schw\u00e4gerin eines der Inhaber des Betriebs. Dieser und sein Bruder waren, bevor es zu Streitigkeiten kam, gemeinsam mit ihr gleichwertig an der GbR beteiligt, die insgesamt drei Marken auf den Namen der Mitarbeiterin angemeldet hatte. Dies deshalb, damit die Marken auch im Falle einer Insolvenz in der Familie bleiben. Nun gab es aber Streit zwischen den Br\u00fcdern und eine der Marken sollte nach dem Willen des Schwagers gel\u00f6scht werden, da die Markeninhaberin ihm damit \u2013 so seine Einlassung \u2013 schaden wolle.<\/p>\n<p>In seinem Beschluss wies das DPMA darauf hin, dass alle Umst\u00e4nde des Einzelfalls zu pr\u00fcfen sind. Bei dieser Pr\u00fcfung konnte nicht mit Sicherheit festgestellt werden, dass dies wirklich der Grund f\u00fcr die Registrierung der Wortmarke war, dass es sich also um eine b\u00f6sgl\u00e4ubige Markenanmeldung durch die Schw\u00e4gerin handelte. Hierzu hatte ihr Schwager keinen \u00fcberzeugenden Nachweis geliefert, die vorgetragenen Mutma\u00dfungen reichten dem DPMA nicht aus.<\/p>\n<p>Entsprechend wurde in dem Fall der Antrag auf Nichtigerkl\u00e4rung und L\u00f6schung der Wortmarke zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag stammt von unserem freien Autor Josef Bordat. Er ist Teil unserer Reihe \u201cBerichte aus der Parallelwelt\u201d. Dort werfen Autoren aus anderen Fachbereichen einen Blick auf die Rechtswissenschaft in Theorie und Praxis. Die Beitr\u00e4ge betrachten, anders als unsere sonstigen Fachbeitr\u00e4ge Begebenheiten und Rechtsf\u00e4lle daher auch nicht juristisch, sondern aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel. Aus welchem, das soll der Beurteilung der Leser \u00fcberlassen bleiben. Interessant wird es, wie wir meinen, allemal.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcblicherweise will derjenige, der eine Wortmarke anmeld [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_focuskw":"B\u00f6sgl\u00e4ubige Markenanmeldung","_yoast_wpseo_title":"%%title%%","_yoast_wpseo_metadesc":"Welche H\u00fcrden m\u00fcssen \u00fcberwunden werden, damit eine b\u00f6sgl\u00e4ubige Markenanmeldung vorliegt?","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[129,301,306],"class_list":["post-63067","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-markenrecht","tag-marke","tag-markenrecht","tag-markenanmeldung","topic_category-markenrecht"],"acf":[],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63067"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69638,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63067\/revisions\/69638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}