{"id":44527,"date":"2019-03-21T19:13:56","date_gmt":"2019-03-21T18:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=44527"},"modified":"2019-03-21T19:18:13","modified_gmt":"2019-03-21T18:18:13","slug":"verbot-gegen-youtubwerbe-video-anlegerschutzkanzlei-hauptsache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/verbot-gegen-youtubwerbe-video-anlegerschutzkanzlei-hauptsache\/","title":{"rendered":"Verbot gegen YouTube-Werbe-Video einer &#8220;Anlegerschutzkanzlei&#8221; auch in der Hauptsache best\u00e4tigt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-35645\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Video-nicht-verfuegbar.jpg\" alt=\"\" width=\"373\" height=\"259\" \/>Das Landgericht Hamburg\u00a0(LG Hamburg, Urteil v. 15.3.2019, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=315%20O%20486\/17\" title=\"LG Hamburg, 15.03.2019 - 315 O 486\/17: Verbot gegen YouTube-Werbe-Video einer &quot;Anlegerschutzkan...\">315 O 486\/17<\/a>) hat auf den Antrag\u00a0eines Emmissionshauses einer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Anwaltskanzlei eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/wettbewerbsrecht\/verfolgung-unlauterer-werbung\">rechtswidrige Werbung<\/a> mit falschen, herabsetzenden Behauptungen verboten.<\/p>\n<p>Bereits im Oktober 2017 hatte das Landgericht Hamburg der Anlegerschutzkanzlei \u00a0im Rahmen eines einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens verboten, die innerhalb eines YouTube-Videos aufgestellten Behauptungen zu wiederholen (LG Hamburg, Beschluss\u00a0v. 11.10.2017, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=315%20O%20378\/17\" title=\"LG Hamburg, 11.10.2017 - 315 O 378\/17: YouTube-Werbe-Video einer &quot;Anlegerschutzkanzlei&quot; verbote...\">315 O 378\/17<\/a>).<\/p>\n<h2>Vorsicht bei Mandantenwerbung auf YouTube!<\/h2>\n<p>Die Kanzlei hatte innerhalb eines auf YouTube bereitgehaltenen Werbevideos die Finanzprodukte des Emissionshauses grundlos herabgesetzt und dieses sogar als &#8220;meisterlichen Kapitalvernichter&#8221; bezeichnet. Im Anschluss an die Herabsetzung fehlte nat\u00fcrlich auch der Hinweis nicht, dass Kunden Ihre Investitionen im Rahmen einer zun\u00e4chst kostenlosen Ersteinsch\u00e4tzung pr\u00fcfen lassen sollten.<\/p>\n<p>Das LG Hamburg\u00a0ist der Antragstellerin mit seiner einstweiligen Verf\u00fcgung\u00a0darin gefolgt, dass die Mandantenwerbung das <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/persoenlichkeitsrecht\">Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/a> des Emissionshauses verletzte, da die Herabsetzung keinerlei Grundlage hatte,\u00a0und die Kanzlei im Wege einer <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/rechtsgebiete\/schutz-vor-abmahnungen\">einstweiligen Verf\u00fcgung<\/a> zur Unterlassung verurteilt. Die Kanzlei muss das Video nun umgehend l\u00f6schen und auch weitere, \u00e4hnliche Herabsetzungen unterlassen.<\/p>\n<p>Wir berichteten hier:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/lhr-erwirkt-gerichtliches-verbot-gegen-youtube-werbe-videos-einer-anlegerschutzkanzlei\">LHR erwirkt gerichtliches Verbot gegen YouTube-Werbe-Video einer &#8220;Anlegerschutzkanzlei&#8221;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>LG Hamburg best\u00e4tigt Verbot auch in der Hauptsache<\/h2>\n<p>Mit Urteil vom 15.3.2019 hat das Landgericht Hamburg dieses Verbot auch nach Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung im Rahmen des Hauptsacheverfahrens best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Das Gericht folgte der Argumentation der Kl\u00e4gerin, wonach diese von den Beklagten verlangen k\u00f6nne, die im Tenor genannten \u00c4u\u00dferungen zu unterlassen, da sie kreditsch\u00e4digend und nicht erweislich wahr seien.<\/p>\n<p>Die Beklagten hatten behauptet, dass die Kl\u00e4gerin im Rahmen der Verwaltung der von ihr aufgelegten Fondsgesellschaften einem bereits bestehenden Ruf als &#8220;Kapitalvernichter&#8221; wieder (=ein weiteres Mal) meisterlich (=vors\u00e4tzlich) gerecht werde. \u00a0Eine Grundlage f\u00fcr diese Behauptungen hatten die Beklagten jedoch weder vorgetragen geschweige denn bewiesen k\u00f6nnen. F\u00fcr eine wiederholte, &#8220;meisterliche&#8221; Kapitalvernichtung war nichts ersichtlich.<\/p>\n<h2>Streitwert 50.000,00 \u20ac, Ordnungsgeld bis zu 250.000,00 \u20ac<\/h2>\n<p>Die Anlegerschutzkanzlei muss nun die streitgegenst\u00e4ndlichen \u00c4u\u00dferungen weiterhin unterlassen.\u00a0Im Falle der Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 \u20ac oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft. Den Streitwert hat das Landgericht Hamburg, wie auch im einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren, mit 50.000 \u20ac festgesetzt.<\/p>\n<p>Die Beklagte muss nun auch auch die Kosten des Verfahrens auf Basis dieses Streitwerts und die der au\u00dfergerichtlichen Rechtsanwaltskosten von \u00fcber 2.300,00 \u20ac erstatten.\u00a0Die Entscheidung ist nicht rechtskr\u00e4ftig und kann von der betroffenen Kanzlei noch mit Rechtsbehelfen angegriffen werden.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt Arno Lampmann von der Kanzlei LHR:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDie Liberalisierung des Werberechts f\u00fcr freie Berufe hat viele Rechtsanw\u00e4lte in den letzten Jahren dazu verleitet, nicht nur freiz\u00fcgiger, sondern auch aggressiver und \u2013 wie der vorliegende Fall zeigt \u2013 mit Blick auf schnellen Geb\u00fchrenumsatz leider auch schlicht rechtswidrig\u00a0zu werben.<\/p>\n<p>Ein YouTube-Video ist heutzutage schnell erstellt und hochgeladen. Rechtsanw\u00e4lte, die sich den Anlegerschutz auf die Fahnen geschrieben haben, bedenken oft nicht, dass rechtswidrige, unwahre Werbung im Finanzbereich\u00a0hohen\u00a0Schaden verursachen kann, der nicht von der anwaltlichen Verm\u00f6genshaftpflicht abgedeckt wird.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Offenlegung: Unsere Kanzlei hat die Kl\u00e4gerin vertreten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Hamburg\u00a0(LG Hamburg, Urteil v. 15.3.201 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35646,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_focuskw":"YouTube-Video","_yoast_wpseo_title":"","_yoast_wpseo_metadesc":"Ein Werbevideo einer Rechtsanwaltskanzlei auf YouTube wurde aktuell durch das Landgericht Hamburg verboten. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld!","footnotes":""},"categories":[13,1156],"tags":[101,898,2748],"class_list":["post-44527","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","category-pressemitteilungen","tag-personlichkeitsrechtsverletzung","tag-youtube","tag-anlegerschutzanwalt"],"acf":[],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44527"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44527\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35646"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}