{"id":27015,"date":"2016-12-21T22:46:22","date_gmt":"2016-12-21T21:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=27015"},"modified":"2022-07-15T22:15:10","modified_gmt":"2022-07-15T20:15:10","slug":"mandantenwerbung-durch-fuehrende-anlegerschutzkanzleien-ist-strafbare-verleumdung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/mandantenwerbung-durch-fuehrende-anlegerschutzkanzleien-ist-strafbare-verleumdung\/","title":{"rendered":"LHR erfolgreich vor dem Bundesgerichtshof: Mandantenwerbung durch f\u00fchrende Anlegerschutzkanzleien strafbare Verleumdung"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24827\" aria-describedby=\"caption-attachment-24827\" style=\"width: 421px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-24827 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/unserioes.jpg\" alt=\"Mandantenwerbung durch f\u00fchrende Anlegerschutzkanzleien ist strafbare Verleumdung\" width=\"421\" height=\"285\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24827\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 olly \u2013 Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der Bundesgerichtshof hat aktuell eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen ein durch LHR erstrittenes Urteil des\u00a0Oberlandesgerichts D\u00fcsseldorf zur\u00fcckgewiesen (BGH, Beschluss v. 13.12.2016, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20710\/15\" title=\"BGH, 13.12.2016 - VI ZR 710\/15: Mandantenwerbung durch f&uuml;hrende Anlegerschutzkanzleien strafbar...\">VI ZR 710\/15<\/a>).<\/em><\/p>\n<p>Das D\u00fcsseldorfer Gericht (OLG D\u00fcsseldorf, Urteil\u00a0v. 30.11.2015, Az.\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I-16%20U%20263\/14\" title=\"OLG D&uuml;sseldorf, 30.11.2015 - 16 U 263\/14: OLG D&uuml;sseldorf verbietet f&uuml;hrenden Kapitalmarktkanzle...\">I-16 U 263\/14<\/a>)\u00a0hatte einem Zusammenschluss von nach eigenen\u00a0Angaben f\u00fchrenden\u00a0Kapitalmarktkanzleien eine rechtswidrige Mandantenwerbung verboten.<\/p>\n<h3>Was war passiert?<\/h3>\n<p>Die Kanzleien hatten auf einer eigens daf\u00fcr eingerichteten Internetplattform behauptet, dass in Bezug auf ein\u00a0Emissionshaus von geschlossenen Immobilienfonds \u00a0der Verdacht eines Betrugssystems bzw. Schneeballsystems bestehe. Die deswegen dringend n\u00f6tige anwaltliche Beratung k\u00f6nne bei ihnen in Anspruch genommen werden.<\/p>\n<p>Das OLG D\u00fcsseldorf ist der Kl\u00e4gerin in seinem Urteil darin gefolgt, dass diese Behauptung nicht nur unwahr ist, sondern dass es daf\u00fcr noch nicht einmal Ans\u00e4tze einer Tatsachengrundlage gibt. Es hat explizit festgetellt, die \u00c4u\u00dferungen den Straftatbestand der Verleumdung gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/186.html\" title=\"&sect; 186 StGB: &Uuml;ble Nachrede\">\u00a7 186 StGB<\/a> erf\u00fcllen und die Kanzleien dementsprechend zur Unterlassung verurteilt. Daneben hat es die gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Namensgeber der Kanzleien nach den Grunds\u00e4tzen der St\u00f6rerhaftung pers\u00f6nlich in Haftung genommen.<\/p>\n<p>Im Falle der Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 \u20ac oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft. Der Streitwert des Unterlassungsanspruchs wurde mit 150.000 EUR angesetzt.<\/p>\n<p>Der BGH\u00a0hat die\u00a0von den Kanzleien eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde nun zur\u00fcckgewiesen. Die Entscheidung ist damit rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Neben dem Unterlassungsanspruch bestehen Schadensersatzanspr\u00fcche, die sich vor dem Hintergrund des Anlagevolumens von insgesamt mehr als 1 Mrd. Euro im siebenstelligen Bereich bewegen d\u00fcrften und die das Emissionshaus\u00a0in einem separaten Verfahren geltend machen wird.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Rechtsanwalt Arno Lampmann von der Kanzlei LHR:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDie Liberalisierung des Werberechts f\u00fcr freie Berufe hat viele Rechtsanw\u00e4lte in den letzten Jahren dazu verleitet, nicht nur freiz\u00fcgiger, sondern auch aggressiver und &#8211; wie der vorliegende Fall zeigt &#8211; mit Blick auf schnellen Geb\u00fchrenumsatz leider auch schlicht mit Falschbehauptungen zu werben. Im Namen des Verbraucherschutzes ist insbesondere im sensiblen Bereich der Geldanlagen gegen sachlich berechtigte Kritik selbstverst\u00e4ndlich nichts einzuwenden, auch wenn negative Berichterstattung\u00a0schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Unternehmen haben k\u00f6nnen. Gerade deswegen muss aber unwahren Behauptungen unbedingt Einhalt geboten werden. Schlie\u00dflich kann rechtswidrige\u00a0Werbung im Finanzbereich\u00a0hohen\u00a0Schaden verursachen, der f\u00fcr den Verursacher leicht existenzbedrohend und insbesondere nicht von der anwaltlichen Verm\u00f6genshaftpflicht abgedeckt wird.\u201d<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat aktuell eine Nichtzulassungsb [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_focuskw":"Mandantenwerbung durch f\u00fchrende Anlegerschutzkanzleien ist strafbare Verleumdung","_yoast_wpseo_title":"BGH: LHR erfolgreich gegen f\u00fchrende Anlegerschutzkanzlei","_yoast_wpseo_metadesc":"LHR ging vor dem BGH erfolgreich gegen eine f\u00fchrende Anlegerschutzkanzlei vor. 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