{"id":23241,"date":"2015-02-13T18:42:00","date_gmt":"2015-02-13T17:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=23241"},"modified":"2017-08-10T20:35:53","modified_gmt":"2017-08-10T19:35:53","slug":"lg-hamburg-entfernung-der-verpackung-von-software-kein-markenrechtsverstoss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/magazin\/markenrecht\/lg-hamburg-entfernung-der-verpackung-von-software-kein-markenrechtsverstoss\/","title":{"rendered":"LG Hamburg: Entfernung der Verpackung von Software kein Markenrechtsversto\u00df"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_23191\" aria-describedby=\"caption-attachment-23191\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-23191 size-full\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/software.jpg\" alt=\"software\" width=\"276\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/software.jpg 276w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/software-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/software-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23191\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Denis Semenchenko \u2013 Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kl\u00e4gerin st\u00f6rte sich daran, dass die Beklagte die von ihr bezogene Steuerberatungssoftware im Internet ohne Umverpackung anbot und Falle eines Kaufs lediglich den Datentr\u00e4ger und das Seriennummerzertifikat in einer eigens daf\u00fcr hergestellten umweltfreundlichen Verpackung verschickte.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin war der Ansicht, dass dieses Verhalten eine Markenrechtsverletzung darstelle. Zwar sei gegen den Weiterverkauf ihrer Produkte durch die Beklagte aufgrund des im Marken recht geltenden Ersch\u00f6pfungsgrundsatzes (\u00a7 24MarkenG) grunds\u00e4tzlich nichts einzuwenden. Sie k\u00f6nne sich jedoch aufgrund der Ver\u00e4nderung des Produkts durch Entfernung der Verpackung und bestimmter Bestandteile der &#8220;Box&#8221; dem Vertrieb\u00a0 aus berechtigten Gr\u00fcnden widersetzen, da der Zustand der Waren nach ihrem Inverkehrbringen dadurch ver\u00e4ndert bzw. verschlechtert worden sei.<\/p>\n<p>Das Landgericht Hamburg erteilte dieser Auffassung mit wenigen Worten eine deutliche Absage.<\/p>\n<p>Abgesehen von einigen prozessualen Problemen der Klage, n\u00e4mlich dass die Aktivlegitimation zweifelhaft und Unterlassungsantr\u00e4ge zu unbestimmt bzw. zu weit gehend sein k\u00f6nnten, wies das Landgericht Hamburg in seiner Urteilsbegr\u00fcndung vor allem darauf hin, dass die Kl\u00e4gerin nicht vorgetragen habe, dass die Umverpackung ihrer Software auch nur in Ans\u00e4tzen die Funktion erf\u00fclle, den Ruf ihres Produkts im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderung bzw. Verschlechterung der Verpackung einer Ware stehe zwar die Ver\u00e4nderung bzw. Verschlechterung der Ware gleich. Die darin liegende Ver\u00e4nderung f\u00fchre aber nicht stets zum Ausschluss der Ersch\u00f6pfung, sondern nur dann, wenn davon eine Gefahr f\u00fcr den Ruf der Marke ausgehe. Im vorliegenden Fall h\u00e4tten die Ver\u00e4nderungen nicht das Ma\u00df erreicht, das ein Markeninhaber aus berechtigten Gr\u00fcnden nicht mehr zu tolerieren braucht.<\/p>\n<p>Entscheidend sei in diesem Zusammenhang unter anderem, dass die Kl\u00e4gerin die bei der Beklagten ger\u00fcgten Vertriebsformen (einmal in abgespeckter Version in Frust Freier Verpackung und sogar v\u00f6llig ohne Verpackung als Download) selbst w\u00e4hle.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich weist das Landgericht darauf hin, dass zu den berechtigten Gr\u00fcnden, aufgrund derer der Markeninhaber sich dem Weitervertrieb in ge\u00e4nderter Ausstattung widersetzen kann, nicht sein Interesse daran geh\u00f6re, eine Preisgestaltung vorzugeben. Das kartellrechtliche Verbot bindender Preisvorgaben d\u00fcrfe auch nicht mit den Mitteln des Markenrechts umgangen werden.<\/p>\n<p>Das Urteil ist nicht rechtskr\u00e4ftig und kann mit der Berufung angegriffen werden. Offenlegung: Unsere Kanzlei hat die Beklagte vertreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kl\u00e4gerin st\u00f6rte sich daran, dass die Beklagte die v [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23191,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_focuskw":"","_yoast_wpseo_title":"","_yoast_wpseo_metadesc":"","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[3012,301,587,862,2545],"class_list":["post-23241","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-markenrecht","tag-urheberrecht","tag-markenrecht","tag-landgericht-hamburg","tag-erschopfungsgrundsatz","tag-gebrauchtsoftware"],"acf":[],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23241","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23241"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23241\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23191"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23241"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/zh-hans\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}