Geistiges Eigentum und Rechte im Internet – kein Thema in der Schule

Dank der Guttenbergschen Dissertationsaffäre wurden die urheberrechtlichen Sinne des Volkes geschärft. Wir möchten die Welle nutzen und noch ein paar Gedanken mitteilen.

Die Probleme des Zitatrechts bestehen nicht nur in akademischen Kreisen. Bereits in unseren Schulen werden die Weichen falsch gestellt. In einem Artikel der Zeit wird das Problem beschrieben. Aus diversen Gesprächen mit Lehrern und Eltern sowie unseren eigenen Erfahrungen bei Informationsveranstaltungen in Schulen ist es uns auch wohlbekannt:

Lehrer erwarten von und empfehlen den Schülern die Recherchearbeit im Internet.  Es erfolgt jedoch kaum Aufklärung über die Verlässlichkeit der Informationen aus dem Internet. Bei den Schülern besteht kein Bewusstsein darüber, dass nicht alle Informationen aus dem Internet zuverlässig sind. Eine Differenzierung der Quellen hinsichtlich ihrer Seriosität ist für einen Schüler nicht möglich – selbst Erwachsene sind damit vielfach überfordert. Schüler fassen Informationen -soweit sie nur einem gewissen äußeren Rahmen entsprechen- als bare Münze auf. Sie verwenden diese Informationen für ihre Recherchen und müssen sich später in der Schule wundern, wenn die Qualität der Arbeit bemängelt wird.

Zudem fordern viele Lehrer dazu auf, Referate anschaulich zu bebildern. Dies führt dazu, dass Schüler jede Menge Texte (s. Zeit-Artikel) und zudem Fotos aus dem Internet kopieren.

Leider wird auch keine ausreichende Aufklärungsarbeit im Hinblick auf die Schranken des Urheberrechts betrieben. Dies liegt nicht am mangelnden Engagement der Lehrer, sondern an deren schlichter Unkenntnis der urheberrechtlichen Probleme. Einem Schüler, der in einer solchen Art und Weise in der Schule ausgebildet wird, kann man sein fehlendes Judiz im Hinblick auf geistiges Eigentum kaum ankreiden.

Auch die Eltern sind mit dem Thema Internet überfordert. Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz klicksafe.de hat die Problematik in diversen Spots verdeutlicht.

Die Kinder und Jugendlichen werden sowohl von den Eltern als auch von der Schule im Internet allein gelassen. Es wird Zeit, dass sich Eltern und Lehrer informieren, damit sie ihren Schützlingen die Hilfe zuteil werden lassen, die ihnen gebührt. Wir bemühen uns, die Grundlagen zu legen und haben schon mehrfach bei Infoveranstaltungen in Schulen referiert.

Wir raten allen betroffenen Eltern und Lehrern: Sprechen Sie doch einfach fachkundige Juristen an. Wir helfen gerne und stehen Informationsveranstaltungen offen gegenüber. (ro)

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