Filesharer bekommen in Zukunft Ärger von ihrem Provider

Wie Heise berichtet, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) eine Machbarkeitsstudie für Warnhinweismodelle bei Urheberrechtsverletzungen um Internet ausgeschrieben.

Das Ministerium führt dazu aus:

“Im Hinblick auf das erhebliche Ausmaß von Urheberrechtsverletzungen im Internet und den dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) daran interessiert, dass Internet-Zugangsanbieter und Rechteinhaber stärker zusammenarbeiten. Eine Möglichkeit ist, dass Internet-Zugangsanbieter auf Veranlassung der Rechteinhaber Warnhinweise an Kunden schicken, deren IP-Adresse von den Rechteinhabern im Zusammenhang mit Rechtsverletzungen ermittelt wurde. Solche Warnhinweismodelle wurden in anderen EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich und dem Vereinigten Königreich bereits eingeführt. Ziel des Vorhabens ist die Gewinnung von Erkenntnissen über die Auswirkungen gesetzlicher Regelungen zur Bekämpfung der Internetpiraterie mittels der Versendung von Warnhinweisen in anderen EU-Mitgliedstaaten.”

In Frankreich wurde mit einem umstrittenen Gesetz (Hadopi) eine neue Behörde eingerichtet, die in Kooperation mit den Providern bei wiederholten Copyright-Verstöße durch Nutzer Verwarnungen aussprechen, aber auch Zugangssperren verhängen kann. Das britische Parlament hat im April 2010 ein ebenfalls heftig umstrittenes Gesetz verabschiedet und damit den Weg für Warnhinweise freigemacht.

Auch in Deutschland hat man offenbar erkannt, dass es so wie bisher jedenfalls nicht mehr weiter gehen kann. Filesharer müssen wohl in Zukunft damit rechnen, von ihrem Provider zunächst eine gelbe Karte, dann die gelb-Rote zu erhalten. Bei einem weiteren Verstoß würde dann der Anschluss bis auf Weiteres gesperrt.

Den Kommentaren beim Kollegen Stadler ist zu entnehmen, dass das Vorhaben nicht überall begrüßt wird. (la)

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10 Antworten auf „Filesharer bekommen in Zukunft Ärger von ihrem Provider“

  1. le D sagt:

    2 Strike, three Strikes und Konsorten werden das Grundproblem nicht lösen.

    Ich denke, dass man schon jetzt prognostizieren kann, dass gegen etwaige Gesetzesentwürfe heftiger politischer Widerstand geleistet würde und – wenn das nicht nutzen sollte – das BVerfG über das Gesetz schauen muss. Im Angesicht der handwerklichen Qualitäten des Gesetzgebers wage ich die Prognose, dass das Gesetz eine erste Entscheidung nicht überleben wird.

    Grüße

  2. Niedermeyer sagt:

    Ein weiterer schwachsinniger Vorstoss die Bürgerrechte abzuschaffen. Freier Zugang zu Informationen und ein nicht einschränkbarer Zugang zum Web sollten besser Grundrechtsniveau erhalten.

    Die Rechteinhaber versuchen mit überzogenen Schadenssummen und überhöhten Verkaufspreisen einen vermeintlich hohen Level an Schäden zu suggerieren. Gleichzeitig zahlen sie Sender Geld für die möglichst häufige Ausstrahlung der Werke.

    In Frankreich erhält man freien Zugriff auf Millionen Musikstücke für wenige Euro im Monat. Sogar für 30 € gibt es schon hunderttausende Stücke, Telefonflat, Internet und TV. Wie kann man es praktisch verschenken und gleichzeitig in Deutschland jammern.

    Die Musikindustrie ist ein Haufen keifender Weiber, die ohne Staatshilfe zu blöd zum Geldverdienen sind.

  3. Stadler sagt:

    Was die Provider nicht alles machen sollen, um die Einzelinteressen Weniger zu schützen.

  4. CityLight sagt:

    Soso, die Rechteinhaber möchten also ihre Veranlassung hin den Providern diverse abgeknipste IP-Adressen zukommen lassen, zwecks Verteilung gelber Karten. Hier darf dann doch wohl auch davon ausgegangen werden, dass der Rechteinhaber sich dann für den Unfug verantwortlich zeichnet, den sein knipsender IT-Dienstleister mal wieder verbockt hat. Oder sollte ich besser “Loggerbuden” sagen, die auch des Öfteren mal wieder ihre Technik nicht im Griff haben, und durch ungezügelte Port-Scans im Netz auffallen. Da sollte sich zumindest der Rechteinhaber ebenfalls schon mal auf den Empfang diverser gelber Karten einstellen.

  5. Aika96 sagt:

    ” … Auch in Deutschland hat man offenbar erkannt, dass es so wie bisher jedenfalls nicht mehr weiter gehen kann. Filesharer müssen wohl in Zukunft damit rechnen, von ihrem Provider zunächst eine gelbe Karte, dann die gelb-Rote zu erhalten. Bei einem weiteren Verstoß würde dann der Anschluss bis auf Weiteres gesperrt. … (la) ”

    Sehr geehrter Herr Lampmann, glauben Sie eigentlich wirklich an das Vorbenannte ? Falls ja, dann träumen Sie bitte weiter. Grüße

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