Amazon geht gegen "gekaufte" Bewertungen vor

Marco 2811

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Bewertungen spielen im Onlinehandel eine große Rolle.

Das ist auch nicht verwunderlich, da sich Käufer und Verkäufer, anders als im stationären Handel vor der Transaktion nicht treffen und meist auch gar nicht kennen. Gute Shop- und Produktbewertungen sind daher Gold wert.

Es es existiert ein gesamter Geschäftszweig, in dem Bloggern Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt werden, mit der Bitte, diese im Gegenzug zu bewerten. Dass es hier schwarze Schafe gibt, die in der Hoffnung, auch in Zukunft kostenlose Gaben zu erhalten, Gefälligkeitsbewertungen abgeben, liegt auf der Hand.

Amazon hat nun offiziell angekündigt, gegen alle Formen des Bewertungsmissbrauchs rigoros vorzugehen und als erste Amtshandlung  500.000 aktuelle und ältere Bewertungen gelöscht. Händlern wird zudem ab sofort verboten, Kunden oder sonstigen Dritten Gegenleistungen für gute Bewertungen anzubieten. Bei Zuwiderhandlung riskieren sie sogar den Rauswurf.

Ob die Maßnahmen Amazons Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten. So ist es zum Beispiel üblich, dass professionelle Online-Buchbewerter das Werk, das sie bewerten sollen, kostenlos erhalten.  Obwohl dies grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, bleibt natürlich ein fader Beigeschmack. Die Grenzen zum unlauteren Wettbewerb sind fließend.

Bewertungen „gegen Anreiz“ nehmen aktuell stark zu und dieser Trend macht natürlich auch vor Dienstleistungen nicht halt. Werden Ärzte oder Rechtsanwälte bestens bewertet, ist das ein Nicht zu unterschätzender Faktor, denn nicht nur zukünftige Kunden, sondern auch Suchmaschinen schätzen ausführliche Bewertungen.

Das Erschleichen von Bewertungen bzw. die Darstellung  “gekaufter” Stellungnahmen als  normale Kundentestimonials, ist nach UWG als “verschleierte Werbung” unzulässig. Mitbewerber, die den Verdacht hegen, dass am gemeinsamen Markt mit gekauften Bewertungen Kasse gemacht wird, sollten sich das nicht gefallen lassen.

Wir haben uns auf den Schutz von Unternehmen und Persönlichkeiten spezialisiert. Falls Sie zu den Betroffenen von rechtswidriger Werbung gehören, rufen Sie uns gerne an oder schreiben uns eine E-Mail.

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