{"id":997,"date":"2010-01-15T11:56:39","date_gmt":"2010-01-15T09:56:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=997"},"modified":"2010-01-15T11:56:39","modified_gmt":"2010-01-15T09:56:39","slug":"keine-speicherung-von-verbindungsdaten-auf-zuruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/keine-speicherung-von-verbindungsdaten-auf-zuruf\/","title":{"rendered":"Keine Speicherung von Verbindungsdaten \u201eauf Zuruf\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><!--[endif]--> Ein Rechteinhaber, dessen Werke in Tauschb\u00f6rsen zum Download angeboten werden, kann die Verbindungsdaten \u2013 welche zur Durchsetzung der Unterlassungs- und Schadensersatzanspr\u00fcche gegen den Verletzer zwingend erforderlich sind &#8211;\u00a0 von dem Internet-Provider nur im Wege des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 UrhG<\/a> herausverlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Problem ist jedoch, dass die Daten von den Internetprovidern teilweise weniger als eine Woche gespeichert werden. Innerhalb dieser kurzen Zeit m\u00fcssen die Daten gerichtsfest gesichert, der Antrag gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 UrhG<\/a> bei Gericht eingereicht, eine Entscheidung des Gerichts gef\u00e4llt, diese dem Rechteinhaber \u00fcbermittelt und von diesem dem Provider zugestellt werden \u2013 kurzum: Es kommt Hektik auf und die Ermittlung der Verletzer ist oftmals nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus der Sicht der Rechteinhaber wurde daher verst\u00e4ndlicher Weise versucht, eine gerichtliche Entscheidung zu erwirken, wonach die Provider die Verbindungsdaten \u201eauf Zuruf\u201c speichern m\u00fcssen, bevor ein Gericht \u00fcber den Antrag nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 UrhG<\/a> entscheidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies wurde jedoch zu Recht zur\u00fcckgewiesen, da das Gesetz einen solchen Anspruch ersichtlich nicht vorsieht (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/387\/5\/3\" target=\"_blank\">OLG Frankfurt, Beschluss v. 17.11.09, Az. 11 W 53\/09<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch ein anderer Weg wurde den Rechteinhabern verwehrt. In diesem Fall (<a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/388\/5\/3\" target=\"_blank\">LG K\u00f6ln, Beschluss v.\u00a0 25.09.09, Az.: 109-1\/08<\/a>) wurde Strafanzeige erstattet mit dem\u00a0 Ziel, dass die Staatsanwaltschaft durch Anfragen beim Provider kl\u00e4rt, von welchem konkreten Festnetzanschluss die (dynamische) IP-Adresse verwendet wurde und dem Rechteinhaber das Ergebnis offenlegt. Der Anschlussinhaber sollte sodann zivilrechtlich als \u201eSt\u00f6rer\u201c abgemahnt werden. Der Antrag auf Akteneinsicht wurde jedoch von der gro\u00dfen Strafkammer zur\u00fcckgewiesen, da \u00fcberwiegende schutzw\u00fcrdige Interessen der Beschuldigten und Dritter der Gew\u00e4hrung von Akteneinsicht entgegenstehen (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/389\/5\/3\" target=\"_blank\">vgl. auch Landgericht M\u00fcnchen Beschluss vom 12.3.2008, Az. 5 Qs 19\/08)<\/a> (be).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Rechteinhaber, dessen Werke in Tauschb\u00f6rsen zum Download angeboten werden, kann die Verbindungsdaten \u2013 welche zur Durchsetzung der Unterlassungs- und Schadensersatzanspr\u00fcche gegen den Verletzer zwingend erforderlich sind &#8211;\u00a0 von dem Internet-Provider nur im Wege des \u00a7 101 UrhG herausverlangen. 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