{"id":9868,"date":"2012-01-20T20:10:12","date_gmt":"2012-01-20T18:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=9868"},"modified":"2017-04-07T12:10:24","modified_gmt":"2017-04-07T11:10:24","slug":"anonyme-hotel-bewertungen-konnen-nicht-generell-vorab-verboten-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/anonyme-hotel-bewertungen-konnen-nicht-generell-vorab-verboten-werden\/","title":{"rendered":"Anonyme (Hotel-)Bewertungen k\u00f6nnen nicht generell vorab verboten werden"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Don\u00b4t let the bed bugs bite\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/hotelzimmer.jpg\" alt=\"\" \/>Einer Pressemitteilung der Hamburger Justiz ist zu entnehmen, dass das Hanseatische Oberlandesgericht am 18.1.2012 die Berufung in einem Klageverfahren zur\u00fcckgewiesen hat (OLG Hamburg, Urteil v. 18.1.2012, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=5%20U%2051\/11\" title=\"5 U 51\/11 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">5 U 51\/11<\/a>).<\/p>\n<p>Mit der Klage wollte eine Hotelbetreiberin einem Bewertungsportal generell verbieten , dass dort \u00fcber sie anonym Bewertungen abgegeben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da die Entscheidung nicht im Volltext vorliegt, ist es schwierig, eine Stellungnahme abzugeben.<\/p>\n<p>Der Fall mutet aber jedenfalls merkw\u00fcrdig an. Denn sogar einem Laien m\u00fcsste einleuchten, dass ein Antrag unzul\u00e4ssig bzw. unbegr\u00fcndet sein d\u00fcrfte, der darauf lautet, noch nicht im einzelnen bekannte Berichterstattung und sogar Meinungs\u00e4u\u00dferungen im Voraus zu verbieten.<\/p>\n<p><strong>Ein Vorabverbot bekommt noch nicht einmal der Kaiser<\/strong><\/p>\n<p>Etwas \u00c4hnliches hatte vor einigen Jahren Franz Beckenbauer in Bezug auf Fotos seiner minderj\u00e4hrigen Kinder versucht. das Landgericht Hamburg und das hanseatische Oberlandesgericht gaben Herrn Beckenbauer damals in dem Verlangen Recht, der Beklagten zu verbieten, gegenw\u00e4rtige und auch zuk\u00fcnftige Abbildungen seiner minderj\u00e4hrigen Kinder zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Der Kaiser scheiterte damals vor dem BGH (BGH, Urteil v. 6.10.2009, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20315\/08\" title=\"VI ZR 315\/08 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">VI ZR 315\/08<\/a>). Der Bundesgerichtshof begr\u00fcndete seine Entscheidung damals vereinfacht gesagt damit, dass Kinder zwar eines besonderen Schutzes bed\u00fcrften, aber durchaus F\u00e4lle denkbar seien, in denen dieser Schutz hinter der Presse- bzw. Meinungsfreiheit zur\u00fccktreten m\u00fcsse. Jedenfalls bedeutet es eine nicht hinnehmbare Beschneidung dieser Freiheiten, ein generelles Abbildungsverbot f\u00fcr viele Jahre bis zum Erreichen der Vollj\u00e4hrigkeitsgrenze auszusprechen.<\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Pressemitteilung aus Hamburg kann <a href=\"http:\/\/justiz.hamburg.de\/presseerklaerungen\/3246954\/pressemeldung-2012-01-18.html\" target=\"_blank\">hier<\/a> eingesehen werden. (la)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer Pressemitteilung der Hamburger Justiz ist zu entnehmen, dass das Hanseatische Oberlandesgericht am 18.1.2012 die Berufung in einem Klageverfahren zur\u00fcckgewiesen hat (OLG Hamburg, Urteil v. 18.1.2012, 5 U 51\/11). 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