{"id":953,"date":"2009-12-08T07:21:04","date_gmt":"2009-12-08T05:21:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=953"},"modified":"2009-12-08T07:21:04","modified_gmt":"2009-12-08T05:21:04","slug":"auch-schlagersanger-durfen-privat-feiern-und-unbehelligt-umziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/auch-schlagersanger-durfen-privat-feiern-und-unbehelligt-umziehen\/","title":{"rendered":"Auch Schlagers\u00e4nger d\u00fcrfen privat feiern und unbehelligt umziehen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Ein Urteil, das auch mich angeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht Hamburg <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/377\/5\/5\" target=\"_blank\">(LG Hamburg, Urteil v. 07.08.2009, Az. 324 O 242\/09)<\/a> hat in einer aktuellen Entscheidung darauf hingewiesen, dass auch (leidlich) bekannte Schlagers\u00e4nger nicht als vogelfrei betrachtet werden d\u00fcrfen, was private Dinge angeht. Das gilt auch dann, wenn derjenige in einem Buch zum Beispiel \u00f6ffentlich \u00fcber eine Krankheit berichtet hatte, an der er leidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht sah es als unzul\u00e4ssig an, \u00fcber die Beweggr\u00fcnde\u00a0 des Umzugs eines Schlagers\u00e4ngers zu spekulieren und damit den Eindruck zu erwecken, dieser sei wegen seiner Erkrankung von A nach B gezogen. Es handele sich dabei um eine unzul\u00e4ssige Verdachtsberichterstattung \u00fcber innere Tatsachen. Diese sei zwar grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine Verdachtsberichterstattung ist zul\u00e4ssig, wenn an der Verbreitung des Verdachts ein \u00fcberwiegendes \u00f6ffentliches Informationsinteresse besteht, der Sachverhalt sorgf\u00e4ltig recherchiert worden ist, hinreichende Ankn\u00fcpfungstatsachen daf\u00fcr vorliegen, dass der ge\u00e4u\u00dferte Verdacht zutrifft und der Sachverhalt ausgewogen dargestellt wird, ohne dass es zu einer Vorverurteilung des Betroffenen kommt (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 7.12.1999, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2051\/99\" title=\"BGH, 07.12.1999 - VI ZR 51\/99: Verdachtsberichterstattung: &quot;Schleimerschmarotzerpack&quot;\">VI ZR 51\/99<\/a>, Juris-Absatz Nr. 20).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vorliegend wurde nach Ansicht des Landgerichts nicht sorgf\u00e4ltig recherchiert, da eine Stellungnahme des S\u00e4ngers nicht eingeholt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich sage da nur: Kein Kommentar! (rg) <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/377\/5\/5\" target=\"_blank\">Zum Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Urteil, das auch mich angeht. Das Landgericht Hamburg (LG Hamburg, Urteil v. 07.08.2009, Az. 324 O 242\/09) hat in einer aktuellen Entscheidung darauf hingewiesen, dass auch (leidlich) bekannte Schlagers\u00e4nger nicht als vogelfrei betrachtet werden d\u00fcrfen, was private Dinge angeht. Das gilt auch dann, wenn derjenige in einem Buch zum Beispiel \u00f6ffentlich \u00fcber eine Krankheit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-953","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=953"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/953\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}