{"id":95,"date":"2007-01-17T11:02:00","date_gmt":"2007-01-17T09:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=95"},"modified":"2007-01-17T11:02:00","modified_gmt":"2007-01-17T09:02:00","slug":"agb-und-wettbewerbsrecht-saubere-entscheidung-des-olg-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/agb-und-wettbewerbsrecht-saubere-entscheidung-des-olg-hamburg\/","title":{"rendered":"AGB und Wettbewerbsrecht &#8211; saubere Entscheidung des OLG Hamburg"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">In der Bl\u00fcte des Abmahnwahns beschert uns das Hanseatische Oberlandesgericht einen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/126\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">zu\u00fcrckweisenden Beschluss<\/span><\/a>, der sich deutlich zu der Beurteilung von Verst\u00f6\u00dfen gegen die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7\u00a7 307 ff. BGB<\/a> unter wettbewerbsrechtlichem Blickwinkel \u00e4u\u00dfert. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2006\/12\/olg-hamburg-nicht-jede-unzulassige-bestimmung-in-agb-ist-wettbewerbsverstos\/\"><span style=\"font-weight: bold\">Siehe auch unseren Blog vom 15.12.2006.<\/span><\/a><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Nun liegen die Gr\u00fcnde des Beschlusses vor. Gegenstand der Entscheidung waren mehrere Klauseln in Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen eines Pferdesporth\u00e4ndlers, die ein Wettbewerber f\u00fcr rechtswidrig hielt. Interessanterweise bejaht das OLG Hamburg bei dem \u00fcberwiegenden Teil auch deren Rechtswidrigkeit bzw. dessen Unwirksamkeit gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7 307 ff. BGB<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine Wettbewerbswidrigkeit ergebe sich deshalb aber noch lange nicht, so dass auch eine in diesem Zusammenhang ausgesprochene wettbewerbsrechtliche Abmahnung unberechtigt w\u00e4re:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-style: italic\">Bei den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7\u00a7 307 ff. BGB<\/a> handelt es sich ebenso wie bei sonstigen allgemeinen Vorschriften des BGB, nach denen vertragliche Absprachen unwirksam sein k\u00f6nnen &#8211; z.B. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/134.html\" title=\"&sect; 134 BGB: Gesetzliches Verbot\">\u00a7\u00a7 134<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/138.html\" title=\"&sect; 138 BGB: Sittenwidriges Rechtsgesch&auml;ft; Wucher\">138<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/242.html\" title=\"&sect; 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben\">242 BGB<\/a> &#8211; um Bestimmungen, die darauf gerichtet sind, das individuelle Verh\u00e4ltnis der Vertragsparteien zueinander zu regeln. Wettbewerbsrechtliche Anspr\u00fcche eines Wettbewerbsteilnehmers entsprechen nicht dem Zweck eines verletzten Gesetzes, wenn dieses nur den Schutz von Individualinteressen eines anderen Wettbewerbsteilnehmers bezweckt (Sack WRP 2004, 1307, 1313). Dagegen, dass allein schon mit der Verwendung einer gegen die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7\u00a7 307 ff. BGB<\/a> versto\u00dfenden AGB-Klausel der Anwendungsbereich des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7 4 Nr.11 UWG<\/a> er\u00f6ffnet ist, spricht auch der Umstand, dass den nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/8.html\" title=\"&sect; 8 UWG: Beseitigung und Unterlassung\">\u00a7 8 Abs.3 Nr.3 UWG<\/a> klageberechtigten qualifizierten Einrichtungen hierf\u00fcr ein gesondertes Klagerecht nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UKlaG\/1.html\" title=\"&sect; 1 UKlaG: Unterlassungs- und Widerrufsanspruch bei Allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen\">\u00a7 1 UKlaG<\/a> einger\u00e4umt worden ist. Dessen bed\u00fcrfte es nicht, wenn sie gegen die Verwendung unzul\u00e4ssiger AGBs bereits nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7 4 Nr.11 UWG<\/a> vorgehen k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-style: italic\">Nach Auffassung des Senats k\u00f6nnte daher allenfalls die Verwendung solcher allgemeiner Gesch\u00e4ftsbedingungen Gegenstand eines Verbots nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7 4 Nr.11 UWG<\/a> sein, deren Verwendung sich im Markt, d.h. bei der Nachfrageentscheidung des Verbrauchers im Vorfeld des Vertragsschlusses auswirkt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach l\u00e4ngerer Zeit wieder einmal ein konstruktiver Beitrag der Rechtssprechung zur Rechtssicherheit im durch Richterrecht gepr\u00e4gten Wettbewerbsrecht. (la) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/126\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">Zum Beschluss<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Bl\u00fcte des Abmahnwahns beschert uns das Hanseatische Oberlandesgericht einen zu\u00fcrckweisenden Beschluss, der sich deutlich zu der Beurteilung von Verst\u00f6\u00dfen gegen die \u00a7\u00a7 307 ff. BGB unter wettbewerbsrechtlichem Blickwinkel \u00e4u\u00dfert. Siehe auch unseren Blog vom 15.12.2006. Nun liegen die Gr\u00fcnde des Beschlusses vor. 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