{"id":946,"date":"2009-11-26T19:38:04","date_gmt":"2009-11-26T17:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=946"},"modified":"2009-11-26T19:38:04","modified_gmt":"2009-11-26T17:38:04","slug":"der-lampenfall-wann-ist-ein-verbraucher-ein-unternehmer-und-andersherum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/der-lampenfall-wann-ist-ein-verbraucher-ein-unternehmer-und-andersherum\/","title":{"rendered":"Der Lampenfall &#8211; wann ist ein Verbraucher ein Unternehmer und andersherum?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der Bundesgerichtshof hat mit <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/onlinerecht\/375\/5\/1\">Urteil vom 30.09.2009<\/a>, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%207\/09\" title=\"BGH, 30.09.2009 - VIII ZR 7\/09: Kl&auml;rung des Verbraucherbegriffs in &sect; 13 BGB bei nat&uuml;rlichen Per...\">VIII ZR 7\/09<\/a>, einen Fall entschieden, der so \u00e4hnlich sicher schon oft f\u00fcr \u00c4rger gesorgt hat: Ein Kunde bestellt im Internet Ware und macht anschlie\u00dfend sein Widerrufsrecht geltend. Das Problem in diesem Fall ist jedoch &#8211; der Kunde, der als Privatperson handelte, bestellte die Ware aus Praktikabilit\u00e4ts- und Zeitgr\u00fcnden an die Dienstadresse, da ja der \u00fcbliche Berufst\u00e4tige zu den normalen Lieferzeiten nicht zuhause ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In diesem Fall wurde vom H\u00e4ndler versucht der Kundin genau aus diesem Umstand einen Strick zu drehen. Der H\u00e4ndler behauptete, die Kundin habe die Ware (hier: Lampen) an ihre B\u00fcroanschrift liefern lassen, also sei die Ware auch f\u00fcr berufliche Zwecke bzw. f\u00fcr Ihr B\u00fcro bestimmt. Dieser Argumentation hat der BGH klar einen Riegel vorgeschoben. Das Gericht stellte fest:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#8220;Das rechtsgesch\u00e4ftliche Handeln einer nat\u00fcrlichen Person ist grunds\u00e4tzlich als Verbraucherhandeln anzusehen. Verbleibende Zweifel, welcher Sph\u00e4re das konkrete Handeln zuzuordnen ist, sind zugunsten der Verbrauchereigenschaft zu entscheiden.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Verbraucher tr\u00e4gt zwar grunds\u00e4tzlich die Darlegungs- und Beweislast, dass nach dem objektiv verfolgten Zweck ein seinem privaten Rechtskreis zuzuordnendes Rechtsgesch\u00e4ft vorliegt. Unsicherheiten und Zweifel aufgrund der \u00e4u\u00dferen, f\u00fcr den Vertragspartner erkennbaren Umst\u00e4nde des Gesch\u00e4fts gehen jedoch nach der negativen Formulierung des Gesetzes (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/13.html\" title=\"&sect; 13 BGB: Verbraucher\">\u00a7 13 BGB<\/a>) nicht zu Lasten des Verbrauchers.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist auch nach diesem Urteil jeder Fall dieser Art einzeln zu pr\u00fcfen und zu bewerten. Wenn aber der Kunde Ware f\u00fcr private Zwecke erworben hat und er sich beispielsweise aus Zeitgr\u00fcnden die Ware ins B\u00fcro liefern l\u00e4sst oder aus praktischen Gr\u00fcnden die R\u00fccksendung mit einem Lieferschein seiner Firma versieht, kann er nun gest\u00e4rkt auf sein Widerrufsrecht bestehen (nh).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 30.09.2009, Az. VIII ZR 7\/09, einen Fall entschieden, der so \u00e4hnlich sicher schon oft f\u00fcr \u00c4rger gesorgt hat: Ein Kunde bestellt im Internet Ware und macht anschlie\u00dfend sein Widerrufsrecht geltend. 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