{"id":944,"date":"2009-11-17T13:42:07","date_gmt":"2009-11-17T11:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=944"},"modified":"2009-11-17T13:42:07","modified_gmt":"2009-11-17T11:42:07","slug":"anscheinsbeweis-fur-urheberschaft-bei-lichtbildserie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/anscheinsbeweis-fur-urheberschaft-bei-lichtbildserie\/","title":{"rendered":"Anscheinsbeweis f\u00fcr Urheberschaft bei Lichtbildserie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Immer \u00f6fter m\u00fcssen sich die Gerichte mit der beweisrechtlichen Wertung von Digitalfotos befassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das passiert, wenn der Rechtsverletzer die Urheberschaft des Anspruchstellers in Frage stellt. Manchmal kommt es sogar vor, dass behauptet wird, nicht der Kl\u00e4ger, sondern der Beklagte selbst habe die Lichtbilder gefertigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht M\u00fcnchen hatte diesbez\u00fcglich u.a. bereits ausgef\u00fchrt, dass ein erster Anschein f\u00fcr die Urheberschaft des Fotografen spreche, wenn er eine ganze Serie von zusammenh\u00e4ngenden Fotos vorlegen kann. <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/281\/5\/3\">(LG M\u00fcnchen I, Urteil vom 21. 5. 2008 &#8211; 21 O 10753\/07)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dem haben sich nun das Landgericht Hamburg <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/373\/5\/3\">(Urteil v. 17.06.09, 308 O 176\/09)<\/a> und auch das Amtsgericht D\u00fcsseldorf <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/373\/5\/3\">(Urteil vom 18.08.2009 &#8211; 57 C 14613\/08)<\/a> angeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Entscheidung des Landgerichts Hamburg lag der interessante Fall zugrunde, in dem der dortige Beklagte nicht nur mit dem Kl\u00e4ger verwandt war, sondern zus\u00e4tzlich noch ein mittlerweile toter Onkel ins Spiel gebracht wurde, der die Bilder geschossen haben sollte. Das habe der Onkel dem Beklagten ausdr\u00fccklich gesagt. Diesen Vortrag hielten die Hamburger Richter jedoch f\u00fcr nicht ausreichend, da der Kl\u00e4ger eine ganze Serie von Lichtbildern vorlegen konnte und dieser zudem auf einigen Bildern mit der Kamera abgebildet war, mit der die Lichtbilder aufgenommen worden waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Gericht f\u00fchrt aus:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#8220;Hinzu kommt hier aber noch, dass S. auf einem der Parallelsch\u00fcsse (\u201eS. im Restlicht Landscape.jpg) selbst abgebildet ist und eine Kamera in Richtung des Fotografen h\u00e4lt. Aufgrund des nahezugleichen Aufnahmewinkels erscheint es kaum wahrscheinlich, dass der Fotograf und S. zwischen streitgegenst\u00e4ndlicher Aufnahme und Parallelschuss die Positionen getauscht haben. Weiter hat der Antragsteller mehrere Fotos vorgelegt, auf denen S. immer mit einer Canon Kamera abgebildet ist. Da die streitgegenst\u00e4ndlichen Fotos aber unstreitig mit einer Sony Cybershot geschossen worden sind, legt auch das die Annahme nahe, dass der Antragsteller und nicht S. deren Urheber ist. All dies macht die Urheberschaft des Antragstellers \u00fcberwiegend wahrscheinlich und st\u00fctzt die Richtigkeit seiner entsprechenden eidesstattlichen Versicherung.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">(be, la)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer \u00f6fter m\u00fcssen sich die Gerichte mit der beweisrechtlichen Wertung von Digitalfotos befassen. Das passiert, wenn der Rechtsverletzer die Urheberschaft des Anspruchstellers in Frage stellt. Manchmal kommt es sogar vor, dass behauptet wird, nicht der Kl\u00e4ger, sondern der Beklagte selbst habe die Lichtbilder gefertigt. 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