{"id":9169,"date":"2011-12-13T17:20:58","date_gmt":"2011-12-13T15:20:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=9169"},"modified":"2017-04-07T12:16:19","modified_gmt":"2017-04-07T11:16:19","slug":"10-verruckte-deutsche-und-ein-kolner-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/10-verruckte-deutsche-und-ein-kolner-gericht\/","title":{"rendered":"10 verr\u00fcckte Deutsche und ein K\u00f6lner Gericht"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Ernten, was man s\u00e4t\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/giesskanne1.jpg\" alt=\"Hier hilft nur noch Feil-Sharing\" \/><\/p>\n<p>RTL muss f\u00fcr eine \u00c4u\u00dferung in ihrer Sendung \u201edie 10 verr\u00fccktesten Deutschen\u201c eine Geldentsch\u00e4digung in H\u00f6he von 400,- \u20ac an den beleidigten 8. Platz vergeben. So urteilte am 16.11.2011 das Amtsgericht K\u00f6ln (Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=123%20C%20260\/11\" title=\"AG K&ouml;ln, 16.11.2011 - 123 C 260\/11: Anspruch auf Geldentsch&auml;digung liegt vor bei Verletzung des...\">123 C 260\/11<\/a>).<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger hat es sich in den letzten Jahren zur Passion gemacht, Verkehrsordnungswidrigkeiten anzuzeigen. Er soll bis zu 10.000 Anzeigen geschrieben haben. Hierzu beobachtet er den Verkehr und registriert Falschparker. RTL bezeichnete ihn als \u201egeil, verr\u00fcckt und total durchgeknallt\u201c. Eine gezeigte Pornodarstellerin stellte die Vermutung auf, dass den Kl\u00e4ger sein Verhalten geil mache. Das Gericht erkannte zwar an, dass der Kl\u00e4ger in seinem Pers\u00f6nlichkeitsrecht verletzt sei, sprach ihm aber nur 400,- \u20ac zu. In dem Leitsatz hei\u00dft es unter anderem:<\/p>\n<p><strong>Die Geldentsch\u00e4digung f\u00e4llt relativ gering aus, wenn der Betroffene selbst durch sein Verhalten massive Kritik der Allgemeinheit hinnehmen muss.<\/strong><\/p>\n<p>Prinzipiell ist es schwer, den immateriellen Schaden, der durch die Verletzung des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts entsteht, zu bemessen. Hierbei r\u00fcckt die Genugtuungsfunktion des Schmerzensgeldes gegen\u00fcber der Entsch\u00e4digungsfunktion durchaus in den Vordergrund (Larenz, NJW 1958, 828). Das Amtsgericht K\u00f6ln hat die Genugtuungsfunktion hier dadurch begrenzt, dass sie dem Kl\u00e4ger sein eigenes Verhalten entgegengesetzt hat.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger habe sich in der Vergangenheit als selbst ernannter Ordnungsh\u00fcter pr\u00e4sentiert und sei ihm v\u00f6llig fremden Personen \u00e4u\u00dferst schroff entgegengetreten. Auch habe er eine Vielzahl von Anzeigen ausgesprochen, was nat\u00fcrlicher Weise den Zorn der Allgemeinheit nach sich gezogen habe.<\/p>\n<p>Das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht ist immer gegen\u00fcber dem \u00f6ffentlichen Interesse abzuw\u00e4gen. Zudem kann die H\u00f6he des Schadensersatzes \u00fcber <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/254.html\" title=\"&sect; 254 BGB: Mitverschulden\">\u00a7 254 BGB<\/a> begrenzt werden. Dieser sieht eine Begrenzung des Schadens vor, wenn der Gesch\u00e4digte selbst an der Entstehung des Schadens mitgewirkt hat.<\/p>\n<p>Der Richter ging also davon aus, dass derjenige der sich durch sein Verhalten selbst in die \u00d6ffentlichkeit bringt und sich durch provozierende Handlungen anderer Kritik aussetzt, diese auch verkraften muss. Mit anderen Worten: Wer Kritik s\u00e4t, muss sie auch ernten k\u00f6nnen. (jr)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 AKS &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><br \/>\n<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>RTL muss f\u00fcr eine \u00c4u\u00dferung in ihrer Sendung \u201edie 10 verr\u00fccktesten Deutschen\u201c eine Geldentsch\u00e4digung in H\u00f6he von 400,- \u20ac an den beleidigten 8. Platz vergeben. So urteilte am 16.11.2011 das Amtsgericht K\u00f6ln (Az.: 123 C 260\/11). Der Kl\u00e4ger hat es sich in den letzten Jahren zur Passion gemacht, Verkehrsordnungswidrigkeiten anzuzeigen. 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