{"id":890,"date":"2009-09-10T20:26:47","date_gmt":"2009-09-10T18:26:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=890"},"modified":"2009-09-10T20:26:47","modified_gmt":"2009-09-10T18:26:47","slug":"die-veroffentlichung-einer-mit-herabsetzenden-auserungen-versehenen-abbildung-eines-abmahnanwalts-als-abmahnbar-ist-unzulassig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/die-veroffentlichung-einer-mit-herabsetzenden-auserungen-versehenen-abbildung-eines-abmahnanwalts-als-abmahnbar-ist-unzulassig\/","title":{"rendered":"Die Ver\u00f6ffentlichung einer mit herabsetzenden \u00c4u\u00dferungen versehenen Abbildung eines Abmahnanwalts als Abmahnb\u00e4r ist unzul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Man kann von so genannten &#8220;Abmahnanw\u00e4lten&#8221; (was auch immer das genau sein soll) halten, was man will. Vogelfrei ist die Spezies jedenfalls nicht. Auch dann nicht, wenn man sie satirisch mit der Bezeichnung &#8220;Abmahnb\u00e4r&#8221;  in die Tierwelt versetzt. Ein Verein, der nach seiner Satzung Verbraucheraufkl\u00e4rung betreibt und u.a. vor\u00a0 Abmahnanw\u00e4lten warnt, hatte sich offenbar auf seiner Internetseite an der Beschreibung des Abmahnb\u00e4ren versucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht Frankfurt <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/364\/5\/5\" target=\"_blank\">(LG Frankfurt, Urteil v. 25.06.2009, Az. 2-3 O 179\/09<\/a>) sah die Rechte des klagenden &#8220;Abmahnanwalts&#8221; verletzt, von dem ein Foto auf einen gezeichneten B\u00e4ren aufmontiert worden war, das den Kopf des Kl\u00e4gers zeigte. Die Augenpartie war zwar mit einem Balken versehen. Dies hinderte die Erkennbarkeit jedoch nicht. Obwohl der Kl\u00e4ger vom Gericht  in Bezug zu dem der Fotomontage nachfolgenden Bericht als relative Person der Zeitgeschichte qualifiziert wurde,  entschied das Gericht die dennoch immer vorzunehmende Interessenabw\u00e4gung zu Gunsten des Kl\u00e4gers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Recht. Es liegt auf der Hand, dass sich selbst der gemeinste &#8220;Abmahnanwalt&#8221; die im Folgenden ersichtlichen Beleidigungen gefallen lassen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht f\u00fchrt aus:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eDar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt der Beitrag nur \u00c4u\u00dferungen, die geeignet sind, den Kl\u00e4ger schwerst zu verunglimpfen. Eine weitere Auseinandersetzung mit der Sache findet nicht statt. So ist beispielsweise vom fehlenden \u201ePenisknochen\u201c die Rede, was den Kl\u00e4ger im Bereich seiner Intimsph\u00e4re entwerten soll und ihn seiner W\u00fcrde als Mensch entkleidet (vgl. BVerfG <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%201987,%202661\" title=\"BVerfG, 03.06.1987 - 1 BvR 313\/85: Strau&szlig;-Karikatur\">NJW 1987, 2661<\/a> \u2013 Strau\u00df-Karrikatur). Der \u201eAbmahnb\u00e4r\u201c, zu denen der Kl\u00e4ger gez\u00e4hlt wird, wird als \u201eAasfresser\u201c, \u201edumm, b\u00f6swillig und feige\u201c und als \u201emissgestalteste, garstigste Erscheinung\u201c zu der noch die \u201egeistigen Eigenschaften\u201c kommen, die das Tier \u201everhasst machen\u201c bezeichnet. Abmahnb\u00e4r wird mit \u201eSau\u201c gleichgesetzt. Der Beitrag ist daher in erster Linie als erniedrigende Herabsetzung und schwere Beleidigung des Kl\u00e4gers zu verstehen. Der Informationsgehalt, dass der Kl\u00e4ger ein aus Sicht des Beklagten missliebiger Abmahnanwalt ist, tritt dahinter vollkommen zur\u00fcck.\u201c<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Das einzig Positive an diesen Entgleisungen d\u00fcrfte sein, dass damit die Betreiber der ver\u00f6ffentlichenden Seite offenbart haben, wes Geistes Kinder sie sind\u2026(la)<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/364\/5\/5\" target=\"_blank\"> Zum Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann von so genannten &#8220;Abmahnanw\u00e4lten&#8221; (was auch immer das genau sein soll) halten, was man will. Vogelfrei ist die Spezies jedenfalls nicht. Auch dann nicht, wenn man sie satirisch mit der Bezeichnung &#8220;Abmahnb\u00e4r&#8221; in die Tierwelt versetzt. 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