{"id":8563,"date":"2011-11-15T07:30:27","date_gmt":"2011-11-15T05:30:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=8563"},"modified":"2017-04-07T12:19:56","modified_gmt":"2017-04-07T11:19:56","slug":"admin-c-haftet-nicht-immer-und-wahrscheinlich-auch-nicht-immer-ofter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/admin-c-haftet-nicht-immer-und-wahrscheinlich-auch-nicht-immer-ofter\/","title":{"rendered":"Admin-C haftet &#8211; nicht immer und wahrscheinlich auch nicht immer \u00f6fter"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"haften nicht mehr\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/reifen.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>In der <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2011&amp;Sort=3&amp;nr=58138&amp;pos=1&amp;anz=181\">Pressemitteilung<\/a> des BGH hei\u00dft es &#8220;Bundesgerichtshof zur Haftung des Admin-C&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Berichte in der Bloggerwelt mit \u00dcberschriften wie &#8220;Haftung des Admin-C bejaht&#8221; lassen auf eine sensationelle Entscheidung hoffen. Die \u00dcberschrift &#8220;Haftung des Admin-C m\u00f6glich&#8221; kommt der Realit\u00e4t schon n\u00e4her. Realistisch w\u00e4re wohl die Einsch\u00e4tzung &#8220;Haftung des Admin-C in seltenen F\u00e4llen&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In dem entschiedenen Fall geht es um eine Grundkonstellation, die vielen Lesern bekannt sein wird: Ist der Anmelder einer Domain nicht in Deutschland ans\u00e4ssig, so muss er einen in Deutschland ans\u00e4ssigen administrativen Ansprechpartner benennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wer &#8211; aus welchem Grund auch immer &#8211; Anspr\u00fcche gegen den im Ausland ans\u00e4ssigen Anmelder hat, steht regelm\u00e4\u00dfig vor un\u00fcberwindbaren Durchsetzungsproblemen. Die M\u00f6glichkeit der Inanspruchnahme des Admin-C stellt f\u00fcr den Anspruchsinhaber also eine willkommene L\u00f6sung dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Leider konnte der BGH diesen Weg nicht ebnen. Er hatte n\u00e4mlich \u00fcber einen Fall zu entscheiden, der nur den Domainnamen selbst betraf. F\u00fcr Namensrechtverletzungen durch den Domainnamen soll der Admin-C jedoch auch nicht in jedem Fall haften. Eine Haftung wird nur dann angenommen, wenn dem Admin-C zus\u00e4tzlich zu seiner Aufgabe gegen\u00fcber der Denic besondere Pr\u00fcfungspflichten hinsichtlich des Domainsnamens obliegen. Der BGH f\u00fchrt f\u00fcr den konkreten Fall aus, dass die Pr\u00fcfungspflichten dann vorliegen, wenn sich der Admin-C<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;gegen\u00fcber der in Gro\u00dfbritannien ans\u00e4ssigen Inhaberin des Domainnamens generell bereit erkl\u00e4rt (habe), f\u00fcr alle von ihr registrierten Domainnamen als Admin-C zur Verf\u00fcgung zu stehen. Ferner hatte die Kl\u00e4gerin vorgetragen, dass die britische Gesellschaft in einem automatisierten Verfahren freiwerdende Domainnamen ermittelt und automatisch registrieren l\u00e4sst, so dass auf der Ebene des Anmelders und Inhabers des Domainnamens keinerlei Pr\u00fcfung stattfindet, ob die angemeldeten Domainnamen Rechte Dritter verletzen k\u00f6nnten. Bei dieser Verfahrensweise besteht im Hinblick darauf, dass auch bei der DENIC eine solche Pr\u00fcfung nicht stattfindet, eine erh\u00f6hte Gefahr, dass f\u00fcr den Domaininhaber rechtsverletzende Domainnamen registriert werden. Unter diesen Voraussetzungen hat der Bundesgerichtshof eine Pflicht des Admin-C bejaht, von sich aus zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die automatisiert registrierten Domainnamen Rechte Dritter verletzen. &#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Entscheidung wird leider in vielen F\u00e4llen nicht weiterhelfen. Sie sollte aber Mut machen, auch weitere F\u00e4lle zur Haftung des Admin-C gerichtlich entscheiden zu lassen. (ro)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">(Bild: \u00a9 Manuel Sch\u00e4fer &#8211; Fotolia.com)<\/p>\n<p><!--:--><!--:en--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"haften nicht mehr\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/reifen.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>In der <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2011&amp;Sort=3&amp;nr=58138&amp;pos=1&amp;anz=181\">Pressemitteilung<\/a> des BGH hei\u00dft es &#8220;Bundesgerichtshof zur Haftung des Admin-C&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Berichte in der Bloggerwelt mit \u00dcberschriften wie &#8220;Haftung des Admin-C bejaht&#8221; lassen auf eine sensationelle Entscheidung hoffen. Die \u00dcberschrift &#8220;Haftung des Admin-C m\u00f6glich&#8221; kommt der Realit\u00e4t schon n\u00e4her. Realistisch w\u00e4re wohl die Einsch\u00e4tzung &#8220;Haftung des Admin-C in seltenen F\u00e4llen&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In dem entschiedenen Fall geht es um eine Grundkonstellation, die vielen Lesern bekannt sein wird: Ist der Anmelder einer Domain nicht in Deutschland ans\u00e4ssig, so muss er einen in Deutschland ans\u00e4ssigen administrativen Ansprechpartner benennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wer &#8211; aus welchem Grund auch immer &#8211; Anspr\u00fcche gegen den im Ausland ans\u00e4ssigen Anmelder hat, steht regelm\u00e4\u00dfig vor un\u00fcberwindbaren Durchsetzungsproblemen. Die M\u00f6glichkeit der Inanspruchnahme des Admin-C stellt f\u00fcr den Anspruchsinhaber also eine willkommene L\u00f6sung dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Leider konnte der BGH diesen Weg nicht ebnen. Er hatte n\u00e4mlich \u00fcber einen Fall zu entscheiden, der nur den Domainnamen selbst betraf. F\u00fcr Namensrechtverletzungen durch den Domainnamen soll der Admin-C jedoch auch nicht in jedem Fall haften. Eine Haftung wird nur dann angenommen, wenn dem Admin-C zus\u00e4tzlich zu seiner Aufgabe gegen\u00fcber der Denic besondere Pr\u00fcfungspflichten hinsichtlich des Domainsnamens obliegen. Der BGH f\u00fchrt f\u00fcr den konkreten Fall aus, dass die Pr\u00fcfungspflichten dann vorliegen, wenn sich der Admin-C<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8220;gegen\u00fcber der in Gro\u00dfbritannien ans\u00e4ssigen Inhaberin des Domainnamens generell bereit erkl\u00e4rt (habe), f\u00fcr alle von ihr registrierten Domainnamen als Admin-C zur Verf\u00fcgung zu stehen. Ferner hatte die Kl\u00e4gerin vorgetragen, dass die britische Gesellschaft in einem automatisierten Verfahren freiwerdende Domainnamen ermittelt und automatisch registrieren l\u00e4sst, so dass auf der Ebene des Anmelders und Inhabers des Domainnamens keinerlei Pr\u00fcfung stattfindet, ob die angemeldeten Domainnamen Rechte Dritter verletzen k\u00f6nnten. Bei dieser Verfahrensweise besteht im Hinblick darauf, dass auch bei der DENIC eine solche Pr\u00fcfung nicht stattfindet, eine erh\u00f6hte Gefahr, dass f\u00fcr den Domaininhaber rechtsverletzende Domainnamen registriert werden. Unter diesen Voraussetzungen hat der Bundesgerichtshof eine Pflicht des Admin-C bejaht, von sich aus zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die automatisiert registrierten Domainnamen Rechte Dritter verletzen. &#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Entscheidung wird leider in vielen F\u00e4llen nicht weiterhelfen. 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