{"id":8486,"date":"2011-11-10T07:56:29","date_gmt":"2011-11-10T05:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=8486"},"modified":"2017-04-07T12:20:32","modified_gmt":"2017-04-07T11:20:32","slug":"ist-der-ruf-erst-runiniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/ist-der-ruf-erst-runiniert\/","title":{"rendered":"Ist der Ruf erst runiniert"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Menno!\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/beleidigt.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Bereits im September hatten wir \u00fcber einen Streit zwischen der Rechtsanw\u00e4ltin Heidrun Jakobs, LL.M. aus Wiesbaden und dem Pr\u00e4sidenten des Landgerichts K\u00f6ln <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/kurioses-und-interessantes\/richterschelte-im-anwaltsblog-die-revision-des-%C2%B4kleinen-mannes%C2%B4\" target=\"_blank\">berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Die Kollegin war ver\u00e4rgert, da das Landgericht K\u00f6ln, best\u00e4tigt durch das Oberlandesgericht K\u00f6ln, in einem einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren nicht die von ihr gew\u00fcnschten Entscheidungen getroffen hatte.<\/p>\n<p>Nachdem das Eilverfahren somit durch zwei Instanzen verloren worden war, f\u00fchrte die Rechtsanw\u00e4ltin die Schlacht in ihrem Internetblog weiter. Der Vortrag der Antragsgegnerin sei &#8220;erstunken und erlogen&#8221; gewesen, das Urteil des Landgerichts K\u00f6ln zudem schlampig begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der zust\u00e4ndige Richter des Landgerichts K\u00f6ln wollte sich dieses \u00f6ffentliche &#8220;Nachkarten&#8221; nicht gefallen lassen und beschwerte sich beim Pr\u00e4sidenten des Landgerichts. Dieser wiederum beschwerte sich bei der Anwaltskammer Frankfurt \u00fcber die \u00c4u\u00dferungen der Rechtsanw\u00e4ltin.<\/p>\n<p>Die Details k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/kurioses-und-interessantes\/richterschelte-im-anwaltsblog-die-revision-des-%C2%B4kleinen-mannes%C2%B4\" target=\"_blank\">hier<\/a> nachgelesen werden.<\/p>\n<p>Man scheint heutzutage kein w\u00fcrdiges Mitglied der Bloggerszene mehr zu sein, wenn man die Stellungnahme eines Betroffenen zu einem \u00f6ffentlichen Beitrag nicht auch sofort in seinem Blog ver\u00f6ffentlicht. So f\u00fchlte sich die Rechtsanw\u00e4ltin Heidrun Jakobs, LL.M. offenbar verpflichtet, auch die Stellungnahme des Pr\u00e4sidenten des Landgerichts K\u00f6ln umgehend abermals auf ihrer Internetseite zu ver\u00f6ffentlichen. Nat\u00fcrlich nicht, ohne ihre Kritik an dem ihres Erachtens unf\u00e4higen Spruchk\u00f6rper des Landgerichts K\u00f6ln noch einmal zu vertiefen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.heidrun-jakobs-blog.de\/?p=576\" target=\"_blank\">Aktuellen Eintr\u00e4gen im Blog der Rechtsanw\u00e4ltin<\/a> ist zu entnehmen, dass sich der Landgerichtspr\u00e4sident diese weitere Ver\u00f6ffentlichung erwartungsgem\u00e4\u00df ebenfalls verbittet. Ebenfalls nicht unerwartet nimmt die Rechtsanw\u00e4ltin Heidrun Jacobs diese weitere Eingabe abermals zum Anlass, sich \u00f6ffentlich herablassend \u00fcber die Eingaben des Pr\u00e4sidenten des Landgerichts auszulassen.<\/p>\n<p>Wir fassen zusammen: Eine Rechtsanw\u00e4ltin verliert f\u00fcr ihren Mandanten einen von ihr angestrengten Prozess in Gestalt eines einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens durch beide Instanzen und h\u00e4lt die Begr\u00fcndung der jeweils zu Entscheidung berufenen Spruchk\u00f6rper f\u00fcr nicht stichhaltig.<\/p>\n<p>Damit keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen: Die Tatsache, dass insbesondere viel besch\u00e4ftigte Rechtsanw\u00e4lte hier und da ein Verfahren verlieren, ist ein v\u00f6llig normaler Vorgang und eigentlich keiner gesonderten Erw\u00e4hnung wert. Es d\u00fcrfte zudem kein Geheimnis sein, dass auch Richter Menschen sind, die Fehler machen, so dass in der Rechtspraxis durchaus Fehlentscheidungen zu beklagen sind. Jeder Richter wird das best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Was im vorliegenden Fall bedenklich ist &#8211; darauf hatten wir bereits <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/kurioses-und-interessantes\/richterschelte-im-anwaltsblog-die-revision-des-%C2%B4kleinen-mannes%C2%B4\">hingewiesen<\/a> -, ist, das ein Streit, der in einem daf\u00fcr vorgesehenen Forum den daf\u00fcr vorgesehenen Regeln von der Kollegin angefangen und verloren wurde, nunmehr in einer selbstkreierten und vor allem mit eigenen Regeln versehenen Arena weitergef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Ein Organ der Rechtspflege versucht &#8211; nach entsprechender Einsch\u00e4tzung der Rechtslage &#8211; seinem Mandanten\u00a0 auf dem ordentlichen Rechtsweg zu seinem Recht zu verhelfen. Nachdem dies nicht gelingt, wird der Gegner und das angeblich unf\u00e4hige Gericht \u00f6ffentlich niedergemacht. Wenn der Fall gewonnen worden w\u00e4re, h\u00e4tte man wahrscheinlich von der unvergleichlichen Weisheit der K\u00f6lner Gericht lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf die Gefahr hin einen &#8220;Blogger-Shitstorm&#8221; auszul\u00f6sen: Ein solches Verhalten ist sowohl aus Laiensicht aber auch aus rechtlicher Perspektive schlicht unakzeptabel. Genauso unakzeptabel, wie es w\u00e4re, wenn Vitali Klitschko einen Boxkampf nach Punkten verl\u00f6re, um\u00a0 danach Gegner und Ringrichter mit einem Tritt in die Magengrube niederzustrecken. Das ist (au\u00dfer beim Eishockey) erstens gegen die Regeln und zweitens auch einfach ungeh\u00f6rig.<\/p>\n<p>Andererseits: Wenn der potentielle\u00a0 Gegner vorher wei\u00df, dass andere Regeln gelten und er sich darauf einstellen kann, ist die Waffengleichheit vielleicht auch wieder hergestellt. Dann tritt der Gegner einfach sofort auf gleiche Weise zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Yes, he will! (la)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 fotodesign-jegg.de &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Menno!\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/beleidigt.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Bereits im September hatten wir \u00fcber einen Streit zwischen der Rechtsanw\u00e4ltin Heidrun Jakobs, LL.M. aus Wiesbaden und dem Pr\u00e4sidenten des Landgerichts K\u00f6ln <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/kurioses-und-interessantes\/richterschelte-im-anwaltsblog-die-revision-des-%C2%B4kleinen-mannes%C2%B4\" target=\"_blank\">berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Die Kollegin war ver\u00e4rgert, da das Landgericht K\u00f6ln, best\u00e4tigt durch das Oberlandesgericht K\u00f6ln, in einem einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren nicht die von ihr gew\u00fcnschten Entscheidungen getroffen hatte.<\/p>\n<p>Nachdem das Eilverfahren somit durch zwei Instanzen verloren worden war, f\u00fchrte die Rechtsanw\u00e4ltin die Schlacht in ihrem Internetblog weiter. Der Vortrag der Antragsgegnerin sei &#8220;erstunken und erlogen&#8221; gewesen, das Urteil des Landgerichts K\u00f6ln zudem schlampig begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der zust\u00e4ndige Richter des Landgerichts K\u00f6ln wollte sich dieses \u00f6ffentliche &#8220;Nachkarten&#8221; nicht gefallen lassen und beschwerte sich beim Pr\u00e4sidenten des Landgerichts. Dieser wiederum beschwerte sich bei der Anwaltskammer Frankfurt \u00fcber die \u00c4u\u00dferungen der Rechtsanw\u00e4ltin.<\/p>\n<p>Die Details k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/kurioses-und-interessantes\/richterschelte-im-anwaltsblog-die-revision-des-%C2%B4kleinen-mannes%C2%B4\" target=\"_blank\">hier<\/a> nachgelesen werden.<\/p>\n<p>Man scheint heutzutage kein w\u00fcrdiges Mitglied der Bloggerszene mehr zu sein, wenn man die Stellungnahme eines Betroffenen zu einem \u00f6ffentlichen Beitrag nicht auch sofort in seinem Blog ver\u00f6ffentlicht. So f\u00fchlte sich die Rechtsanw\u00e4ltin Heidrun Jakobs, LL.M. offenbar verpflichtet, auch die Stellungnahme des Pr\u00e4sidenten des Landgerichts K\u00f6ln umgehend abermals auf ihrer Internetseite zu ver\u00f6ffentlichen. Nat\u00fcrlich nicht, ohne ihre Kritik an dem ihres Erachtens unf\u00e4higen Spruchk\u00f6rper des Landgerichts K\u00f6ln noch einmal zu vertiefen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.heidrun-jakobs-blog.de\/?p=576\" target=\"_blank\">Aktuellen Eintr\u00e4gen im Blog der Rechtsanw\u00e4ltin<\/a> ist zu entnehmen, dass sich der Landgerichtspr\u00e4sident diese weitere Ver\u00f6ffentlichung erwartungsgem\u00e4\u00df ebenfalls verbittet. Ebenfalls nicht unerwartet nimmt die Rechtsanw\u00e4ltin Heidrun Jacobs diese weitere Eingabe abermals zum Anlass, sich \u00f6ffentlich herablassend \u00fcber die Eingaben des Pr\u00e4sidenten des Landgerichts auszulassen.<\/p>\n<p>Wir fassen zusammen: Eine Rechtsanw\u00e4ltin verliert f\u00fcr ihren Mandanten einen von ihr angestrengten Prozess in Gestalt eines einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahrens durch beide Instanzen und h\u00e4lt die Begr\u00fcndung der jeweils zu Entscheidung berufenen Spruchk\u00f6rper f\u00fcr nicht stichhaltig.<\/p>\n<p>Damit keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen: Die Tatsache, dass insbesondere viel besch\u00e4ftigte Rechtsanw\u00e4lte hier und da ein Verfahren verlieren, ist ein v\u00f6llig normaler Vorgang und eigentlich keiner gesonderten Erw\u00e4hnung wert. Es d\u00fcrfte zudem kein Geheimnis sein, dass auch Richter Menschen sind, die Fehler machen, so dass in der Rechtspraxis durchaus Fehlentscheidungen zu beklagen sind. Jeder Richter wird das best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Was im vorliegenden Fall bedenklich ist &#8211; darauf hatten wir bereits <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/kurioses-und-interessantes\/richterschelte-im-anwaltsblog-die-revision-des-%C2%B4kleinen-mannes%C2%B4\">hingewiesen<\/a> -, ist, das ein Streit, der in einem daf\u00fcr vorgesehenen Forum den daf\u00fcr vorgesehenen Regeln von der Kollegin angefangen und verloren wurde, nunmehr in einer selbstkreierten und vor allem mit eigenen Regeln versehenen Arena weitergef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Ein Organ der Rechtspflege versucht &#8211; nach entsprechender Einsch\u00e4tzung der Rechtslage &#8211; seinem Mandanten\u00a0 auf dem ordentlichen Rechtsweg zu seinem Recht zu verhelfen. Nachdem dies nicht gelingt, wird der Gegner und das angeblich unf\u00e4hige Gericht \u00f6ffentlich niedergemacht. 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