{"id":818,"date":"2009-02-27T18:35:32","date_gmt":"2009-02-27T16:35:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=685"},"modified":"2017-03-13T01:10:51","modified_gmt":"2017-03-13T00:10:51","slug":"werbeslogan-deutschland-sucht-das-hasslichste-jugendzimmer-ist-unzulassig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/werbeslogan-deutschland-sucht-das-hasslichste-jugendzimmer-ist-unzulassig\/","title":{"rendered":"Werbeslogan &quot;Deutschland sucht das h\u00e4sslichste Jugendzimmer&quot; ist unzul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Jeder kennt die Fernsehsendung &#8220;Deutschland sucht den Superstar&#8221; oder hat zumindest schonmal davon geh\u00f6rt. Genau diese Bekanntheit wollte sich die M\u00f6beldiscountkette &#8220;Roller&#8221; zu eigen machen. Diese warb im August 2007 im Rahmen eines Gewinnspiels mit dem Slogan &#8220;Deutschland sucht das h\u00e4sslichste Jugendzimmer&#8221;, der au\u00dferdem als Logo dargestellt war, das dem dunkelblauen, ovalen Markenzeichen &#8220;Deutschland sucht den Superstar&#8221; stark \u00e4hnelte. Prompt klagte die RTL Television GmbH auf Unterlassung gegen die M\u00f6belkette. Die Wort-\/Bildmarke &#8220;Deutschland sucht den Superstar&#8221; ist zugunsten von RTL gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Oberlandesgericht K\u00f6ln hat mit Urteil vom 06.02.2009 (OLG K\u00f6ln, Urteil v. 06.02.2009, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%20147\/08\" title=\"6 U 147\/08 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">6 U 147\/08<\/a>) dem Privatsender Recht gegeben und entschieden, dass die M\u00f6belmarktkette die Verwendung des Slogans und Logos &#8220;Roller sucht Deutschlands h\u00e4sslichstes Jugendzimmer&#8221; und &#8220;Roller sucht Deutschlands h\u00e4sslichstes Wohnzimmer&#8221; nicht mehr verwenden darf und zudem den durch die Werbeaktion entstandenen Schaden zu ersetzen hat. Zur Errechnung des Schadens muss die M\u00f6belhauskette Auskunft \u00fcber den Umfang der Werbeaktion erteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts K\u00f6ln hatte der M\u00f6beldiscounter Berufung eingelegt, die nun vom Oberlandesgericht zur\u00fcckgewiesen worden ist. Begr\u00fcndet wurde das Urteil mit der offensichtlichen Ausnutzung der Werbewirkung des gesch\u00fctzten Logos des Tv-Senders. Die M\u00f6beldiscountkette h\u00e4tte gerade die Assoziation mit der deutschlandweit bekannten Sendung gewollt; durch die graphische Gestaltung des Logos sei diese Gedankenverbindung noch verst\u00e4rkt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00dcberdies sei der Witz der Werbeaktion dadurch erreicht worden, dass durch die Suche nach dem &#8220;h\u00e4sslichsten Zimmer&#8221; darauf angespielt worden ist, dass der Publikumserfolg der Fernsehsendung &#8220;DSDS&#8221; nicht nur darin liegt, einen Superstar zu ermitteln, sondern auch solche Bewerber vorzustellen, die gerade nicht einen strahlenden Superstar, sondern eher ein &#8220;h\u00e4ssliches Entlein&#8221; abgeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wer sich bewusst einen so gro\u00dfen Erfolg\u00a0 und die damit verbundene bundesweite Bekanntheit f\u00fcr eigene unternehmerische Zwecke zu nutze machen will, muss damit rechnen, dass der Andere die rechtlichen Ma\u00dfnahmen &#8211; erfolgreich &#8211; ergreift. Falls die Werbema\u00dfnahme, die ja stets nur f\u00fcr kurze Zeit angedacht ist, erfolgreich war und die Kunden wie bezweckt angelockt hat, hat sich diese Auktion aber m\u00f6glicherweise &#8211; auch nach Abzug des Schadensersatzes &#8211; f\u00fcr die M\u00f6belkette doch gerechnet (nh).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder kennt die Fernsehsendung &#8220;Deutschland sucht den Superstar&#8221; oder hat zumindest schonmal davon geh\u00f6rt. Genau diese Bekanntheit wollte sich die M\u00f6beldiscountkette &#8220;Roller&#8221; zu eigen machen. 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