{"id":8114,"date":"2011-10-28T07:41:54","date_gmt":"2011-10-28T05:41:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=8114"},"modified":"2017-04-07T12:23:15","modified_gmt":"2017-04-07T11:23:15","slug":"pflicht-des-internet-service-providers-zur-sperrung-von-website-mit-urheberrechtlich-geschutzten-inhalten-in-deutschland-undenkbar-in-england-jetzt-pflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/pflicht-des-internet-service-providers-zur-sperrung-von-website-mit-urheberrechtlich-geschutzten-inhalten-in-deutschland-undenkbar-in-england-jetzt-pflicht\/","title":{"rendered":"Pflicht des Internet Service Providers zur Sperrung von Website mit urheberrechtlich gesch\u00fctzten Inhalten \u2013 in Deutschland undenkbar, in England jetzt Pflicht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px\" title=\"Piraten haben in England noch nichts zu sagen\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stop.png\" alt=\"Piraten haben in England noch nichts zu sagen\" \/>Vielerorts wurde und wird in deutschen Blogs \u00fcber sogenannte Zugangssperren und deren rechtliche Zul\u00e4ssigkeit diskutiert. Deutsche Internet Service Provider (ISP) konnten bisher nicht dazu verpflichtet werden, ihren Kunden den Zugang zu bestimmten Internetseiten unm\u00f6glich zu machen.<\/p>\n<p>Im Vereinten K\u00f6nigreich ist dies seit Juli 2011 anders. Hier hat der sogenannte High Court (der Oberster Gerichtshof in England) Englands gr\u00f6\u00dften Serviceprovider dazu verpflichtet, den Zugriff auf eine bestimmte Website zu sperren. Dies ergibt sich aus dem <a href=\"http:\/\/www.jdsupra.com\/post\/documentViewer.aspx?fid=a0700606-ea31-4412-82f7-bbf23f1f32b1\" target=\"_blank\">Urteil vom 08.07.2011, Case No: HC10C04385<\/a>. Auf der Website befand sich illegal kopiertes und urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material.<\/p>\n<p><strong>Deutschland<\/strong><br \/>\nBestrebungen von Rechteinhabern in Deutschland, die Internet Service Provider (ISP) dazu zu verpflichten, den Kunden mit einer sogenannten Zugangssperre am Zugang auf bestimmte Filesharingplattformen zu hindern, sind bislang erfolglos geblieben. Beispielhaft verweisen wir auf die Entscheidung des Landgerichts K\u00f6ln vom 31.08.2011, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=28%20O%20362\/10\" title=\"28 O 362\/10 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">28 O 362\/10<\/a>.<\/p>\n<p>Im Kern wird die Entscheidung damit begr\u00fcndet, dass der ISP nicht dazu verpflichtet sei, Vorsorgema\u00dfnahmen in Form von Zugangssperren zu treffen. Um dies zu erreichen, m\u00fcsste der Provider die Datenkommunikation zwischen den Kunden kontrollieren, was nicht vereinbar sei mit geltendem Recht. Insbesondere sei ein Eingriff in das durch <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/10.html\" title=\"Art. 10 GG\">Art. 10 Abs. 1, Abs. 2 GG<\/a> gesch\u00fctzten Fernmeldegeheimnisses nicht ohne gesetzlich verankerte Grundlage zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p><strong>England<\/strong><br \/>\nDie englischen Richter waren der Auffassung, dass die Verpflichtung zur Sperrung weder gegen englisches Recht, noch gegen europarechtliche Vorschriften versto\u00dfe. Im Gegensatz zur deutschen Rechtsprechung halten die englischen Richtern es nicht f\u00fcr erforderlich, dass tats\u00e4chliche Kenntnis in Bezug auf den Versto\u00df vorliegt. Vielmehr reiche es aus, dass der ISP grunds\u00e4tzlich Kenntnis von den zahlreichen Urheberrechtsverletzungen auf der Internetseite habe.<\/p>\n<p><strong>USA<\/strong><br \/>\nAuch in den USA werden die Positionen der Rechteinhaber verst\u00e4rkt ausgebaut. Nach einem Bericht von <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Hollywood-lanciert-verschaerftes-Anti-Piraterie-Gesetz-1367627.html\" target=\"_blank\">heise online<\/a> wurde der Entwurf eines neuen Anti-Piraterie-Gesetztes dem Repr\u00e4sentantenhaus vorgelegt. Dieses enth\u00e4lt Bestimmungen, nach denen Websites mit urheberrechtsverletzenden Inhalten im Internet nicht mehr gefunden werden sollen. US-Gerichte k\u00f6nnen nach dem Entwurf, beispielsweise die Betreiber von Suchmaschinen oder Hostprovider dazu verpflichten, Websites zu sperren \u00fcber die Rechtsverletzungen begangen werden k\u00f6nnen, oder solche, die dazu \u201eanstiften\u201c.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong>:<br \/>\nNicht nur die Sitten unterscheiden sich in vielen L\u00e4ndern, sondern auch die Gesetze und die Rechtsprechung. Zwar ist die Argumentation der Serviceprovider sehr \u00e4hnlich, dennoch gelangen die Richter zu v\u00f6llig anderen Ergebnissen. Im Ergebnis werden daher die Rechteinhaber in unterschiedlichen L\u00e4ndern unterschiedlich stark gesch\u00fctzt, da sich ihnen verschiedene M\u00f6glichkeiten zur Durchsetzung ihrer Rechte bieten. (cr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielerorts wurde und wird in deutschen Blogs \u00fcber sogenannte Zugangssperren und deren rechtliche Zul\u00e4ssigkeit diskutiert. Deutsche Internet Service Provider (ISP) konnten bisher nicht dazu verpflichtet werden, ihren Kunden den Zugang zu bestimmten Internetseiten unm\u00f6glich zu machen. Im Vereinten K\u00f6nigreich ist dies seit Juli 2011 anders. 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