{"id":803,"date":"2008-11-11T21:10:17","date_gmt":"2008-11-11T19:10:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=499"},"modified":"2008-11-11T21:10:17","modified_gmt":"2008-11-11T19:10:17","slug":"bgh-das-ausrichten-und-die-internationale-zustandigkeit-deutscher-gerichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/bgh-das-ausrichten-und-die-internationale-zustandigkeit-deutscher-gerichte\/","title":{"rendered":"BGH: das &quot;Ausrichten&quot; und die Internationale Zust\u00e4ndigkeit deutscher Gerichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der Bundesgerichtshof hat in einem Beschluss vom 17.09.2008 <a href=\"\/lbr\/entscheidungen\/onlinerecht\/324\/5\/1\">(BGH, Beschluss vom 17.09.2008, Az. III ZR 71\/08)<\/a> die Frage der internationalen Zust\u00e4ndigkeit deutscher Gerichte bei Rechtsstreitigkeiten im Bereich &#8220;Internet &amp; E-Commerce&#8221; behandelt und hierbei den Begriff des &#8220;Ausrichtens der beruflichen oder gewerblichen T\u00e4tigkeit&#8221; im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EuGVVO\/15.html\" title=\"Art. 15 EuGVVO\">Art. 15 Abs. 1 lit. c EuGVVO<\/a> n\u00e4her definiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kernst\u00fcck dieser seit dem 1. M\u00e4rz 2002 in Kraft getretetenen Vorschrift des Art. 15 Abs. 1 lit. c EuGGVO ist der Begriff des &#8220;Ausrichtens einer beruflichen oder gewerblichen T\u00e4tigkeit&#8221; auf den Wohnsitzstaat des Verbrauchers. Sinn und Zweck dieser Neuerung ist es, hier\u00fcber neben der gezielten Werbung nun auch den elektronischen Handel \u00fcber das Internet zu erfassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die bisherige Regelung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EuGVUE\/13.html\" title=\"Art. 13 EuGV&Uuml;\">Art. 13 Abs. 1 Nr. 3<\/a> lit. b EuGV\u00dc stellte bez\u00fcglich der Frage der Zust\u00e4ndigkeit auf den Ort des Vertragsschlusses oder der Vornahme der daf\u00fcr erforderlichen Rechtshandlungen ab; dies war aber bei interaktiven Websites, also gerade im Fernabsatz, oftmals problematisch. Diese Schwierigkeit wurde durch die Neuregelung beseitigt, da nun ausschlie\u00dflich darauf abzustellen ist, ob der Vertragspartner seine &#8211; berufliche oder gewerbliche &#8211; T\u00e4tigkeit auf den jeweiligen Staat ausrichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der BGH hat in dieser Entscheidung jedoch deutlich gemacht, dass eine passive Website, beispielsweise eine reine Informationsseite, nicht ausreicht, um eine Zust\u00e4ndigkeit entsprechend der EuGVVO zu begr\u00fcnden. Eine blo\u00dfe Zug\u00e4nglichkeit einer Website reicht also nicht aus &#8211; dann w\u00e4re ohnehin der Ausnahmecharakters der Norm ausgehebelt &#8211;  es ist vielmehr erforderlich, dass der Abschluss eines Fernabsatzvertrages m\u00f6glich ist bzw. die Motivation dazu begr\u00fcndet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Vorschrift ist demnach eng auszulegen und ein &#8220;Ausrichten&#8221; in diesem Sinne erfordert immer auch ein zielgerichtetes Ansprechen eines bestimmten Empf\u00e4ngerkreises. Die Bereitstellung eines deutschen Textes auf der Seite eines ausl\u00e4ndischen Onlineshops stellt jedenfalls ein solches &#8220;Ausrichten&#8221; auf deutsche potentielle Kunden im Sinne des Art. 15 Abs. 1 lit. c EuGGVO dar (nh).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat in einem Beschluss vom 17.09.2008 (BGH, Beschluss vom 17.09.2008, Az. III ZR 71\/08) die Frage der internationalen Zust\u00e4ndigkeit deutscher Gerichte bei Rechtsstreitigkeiten im Bereich &#8220;Internet &amp; E-Commerce&#8221; behandelt und hierbei den Begriff des &#8220;Ausrichtens der beruflichen oder gewerblichen T\u00e4tigkeit&#8221; im Sinne des Art. 15 Abs. 1 lit. c EuGVVO n\u00e4her definiert. 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