{"id":795,"date":"2008-09-03T15:57:45","date_gmt":"2008-09-03T13:57:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=362"},"modified":"2008-09-03T15:57:45","modified_gmt":"2008-09-03T13:57:45","slug":"bgh-mitteilung-einer-email-adresse-auf-der-website-stellt-keine-einwilligung-in-den-erhalt-von-werbe-emails-dar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/bgh-mitteilung-einer-email-adresse-auf-der-website-stellt-keine-einwilligung-in-den-erhalt-von-werbe-emails-dar\/","title":{"rendered":"BGH: Mitteilung einer Email-Adresse auf der Website stellt keine Einwilligung in den Erhalt von Werbe-Emails dar"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 17.07.2008 <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/302\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">(BGH, Urteil v 1707.2008, Az. I ZR 197\/05)<\/span><\/a> \u00fcber die Anforderungen einer Einwilligung in den Erhalt von Werbe-Emails entschieden. Ein Sportverein hatte auf seiner Website eine Email-Adresse angegeben und daraufhin eine Werbe-Email erhalten. Diese Email enthielt eine Anfrage zur Platzierung von Bannerwerbung gegen Entgelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zun\u00e4chst hatte das Berufungsgericht f\u00e4lschlicherweise angenommen, es handele sich bei dieser Anfrage nicht um Werbung, da das versendende Unternehmen eine Dienstleistung f\u00fcr sich nachgefragt hatte. Es handele sich somit lediglich um eine sogenannte Nachfragewerbung, bei der typische Spam-Probleme wie die &#8220;\u00dcberflutung&#8221; des Postfaches nicht zu erwarten seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zudem m\u00fcsse der Verein damit rechnen, dass derartige vereinsbezogene Anfragen unter der ver\u00f6ffentlichten Email-Adresse zugehen. Selbst ein Hinweis auf der Vereins-Website, dass Werbeemails nicht erw\u00fcnscht seien, \u00e4ndere hieran nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieser Ansicht hat der BGH zu Recht widersprochen: Der Unterlassungsanspruch des Vereins ist begr\u00fcndet. Die beanstandete Email stelle sehrwohl Werbung dar. Grunds\u00e4tzlich seien auch Nachfragehandlungen von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/7.html\" title=\"&sect; 7 UWG: Unzumutbare Bel&auml;stigungen\">\u00a7 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG<\/a> &#8211; der das Versenden von Emails ohne Einwilligung des Adressaten als unzumutbare Bel\u00e4stigung verbietet &#8211; erfasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8220;Werbung&#8221; wird zwar nach dem allgemeinen Sprachgebrauch \u00fcberwiegend als Ma\u00dfnahme zur Absatzf\u00f6rderung verstanden, der Schutzzweck des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/7.html\" title=\"&sect; 7 UWG: Unzumutbare Bel&auml;stigungen\">\u00a7 7 UWG<\/a> gebietet es aber Nachfragehandlungen, die ja letztlich auch zumindest mittelbar auf die F\u00f6rderung von Absatz abzielen, als eine unzumutbare Bel\u00e4stigung einzustufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der BGH stellte ausserdem fest, dass in der Ver\u00f6ffentlichung einer Email-Adresse auf der Homepage keine konkludente Einwilligung zu sehen sei. Zweck einer solchen Angabe sei es, eine einfache und schnelle Kontaktaufnahme zu erm\u00f6glichen und hierbei auch Kundenanfrage zu empfangen; aber eben gerade nicht Emails mit Werbecharakter. Hierf\u00fcr g\u00e4be es immer noch den herk\u00f6mmlichen Postweg. (nh) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/302\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">Zum Urteil<\/span> <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 17.07.2008 (BGH, Urteil v 1707.2008, Az. I ZR 197\/05) \u00fcber die Anforderungen einer Einwilligung in den Erhalt von Werbe-Emails entschieden. Ein Sportverein hatte auf seiner Website eine Email-Adresse angegeben und daraufhin eine Werbe-Email erhalten. Diese Email enthielt eine Anfrage zur Platzierung von Bannerwerbung gegen Entgelt. 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