{"id":794,"date":"2008-08-28T15:56:36","date_gmt":"2008-08-28T13:56:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=361"},"modified":"2008-08-28T15:56:36","modified_gmt":"2008-08-28T13:56:36","slug":"werbung-mit-40-jahren-garantie-nicht-wettbewerbswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/werbung-mit-40-jahren-garantie-nicht-wettbewerbswidrig\/","title":{"rendered":"Werbung mit 40 Jahren Garantie nicht wettbewerbswidrig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der Bundesgerichtshof <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/301\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">(BGH, Urteil v. 26.06.2008, Az. I ZR 221\/05)<\/span><\/a> hatte in einem Urteil vom 26.06.2008 dar\u00fcber zu entscheiden, ob die Werbung mit einer 40j\u00e4hrigen Garantie wettbewerbswidrig sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kl\u00e4gerin war der Auffassung, die Werbung &#8220;Extreme Garantie weil es 40 Jahre Garantie nur auf das Material der Zukunft gibt&#8221; sei irref\u00fchrend und damit wettbewerbswidrig, da eine solche Garantieverpflichtung gegen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/202.html\" title=\"&sect; 202 BGB: Unzul&auml;ssigkeit von Vereinbarungen &uuml;ber die Verj&auml;hrung\">\u00a7 202 Abs. 2 BGB<\/a> versto\u00dfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Vorschrift besagt, dass die Verj\u00e4hrung nicht durch Rechtsgesch\u00e4ft \u00fcber eine Frist von 30 Jahren ab dem gesetzlichen Verj\u00e4hrungsbeginn ausgedehnt werden kann. Eine l\u00e4ngere Verj\u00e4hrung k\u00f6nne somit nicht wirksam vereinbart werden. Der BGH hat nun in seiner Entscheidung klargestellt, dass diese Vorschrift, die eine Maximalgrenze f\u00fcr Verj\u00e4hrungsfristen von 30 Jahren festschreibt, nur f\u00fcr materiell-rechtliche Anspr\u00fcche einschl\u00e4gig ist, die der Verj\u00e4hrung unterliegen. Der selbst\u00e4ndige Garantievertrag dagegen, der 40 Jahre Garantie verspricht, besteht neben der gesetzlichen Gew\u00e4hrleistung und stellt ein Dauerschuldverh\u00e4ltnis dar, das nicht der Verj\u00e4hrung unterliegt. Hiervon streng zu unterscheiden sind die aus diesem Dauerschuldverh\u00e4ltnis erwachsenden Anspr\u00fcche, die wiederum der &#8211; maximal 30j\u00e4hrigen &#8211; Verj\u00e4hrung unterliegen. Es ging in dem vorliegenden Verfahren also nicht um Fristverl\u00e4ngerung von gesetzlichen Gew\u00e4hrleistungsanspr\u00fcchen auf 40 Jahre &#8211; dies w\u00e4re rechtswidrig gewesen -, sondern um die Einr\u00e4umung eines selbst\u00e4ndigen Garantievertrages. Dieser k\u00f6nnte nach Ansicht der Bundesrichter durchaus auch f\u00fcr 50 Jahre oder l\u00e4nger vereinbart werden, sofern eine entsprechende Haltbarkeitsdauer bei dem konkreten Produkt realistisch sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn also ein Handyhersteller mit 40 Jahren Garantie wirbt, stellt dies wohl auch nach diesem Urteil des Bundesgerichtshofes eine Wettbewerbsverletzung dar. (nh) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/wettbewerbsrecht\/301\/5\/2\"><span style=\"font-weight: bold\">Zum Urteil<\/span> <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil v. 26.06.2008, Az. I ZR 221\/05) hatte in einem Urteil vom 26.06.2008 dar\u00fcber zu entscheiden, ob die Werbung mit einer 40j\u00e4hrigen Garantie wettbewerbswidrig sein k\u00f6nnte. 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