{"id":7657,"date":"2011-10-10T08:12:44","date_gmt":"2011-10-10T06:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=7657"},"modified":"2017-04-07T12:26:58","modified_gmt":"2017-04-07T11:26:58","slug":"der-bgh-zum-handel-mit-echtheitszertifikaten-stichwort-gebrauchte-software","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/der-bgh-zum-handel-mit-echtheitszertifikaten-stichwort-gebrauchte-software\/","title":{"rendered":"Der BGH zum Handel mit Echtheitszertifikaten (Stichwort: gebrauchte Software)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Unechtes Echtheitszertifikat\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/echtheitszertifikat.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Wie der Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2011&amp;Sort=3&amp;nr=57791&amp;pos=0&amp;anz=157\">Nr. 157\/2011<\/a> zu entnehmen ist, hat der BGH mit Urteil vom 06.10.2011, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%206\/10\" title=\"I ZR 6\/10 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">I ZR 6\/10<\/a>, \u00fcber den Verkauf von Recovery-CDs mit Echtheitszertifikaten (= COA; Certificate of Authenticity) entschieden.<\/p>\n<p>Hintergrund dieses Falles ist, dass ein Software-H\u00e4ndler von Unternehmern, die mit gebrauchten Computern handeln, Recovery-CDs mit der Software der Kl\u00e4gerin Microsoft Corporation \u201eWindows 2000\u201c sowie Echtheitszertifikate, die von den Computern losgel\u00f6st worden waren, erwarb und diese dann weiterver\u00e4u\u00dferte. Hierbei hatte die Beklagte, der Software-H\u00e4ndler, Datentr\u00e4ger mit Echtheitszertifikaten ver\u00e4u\u00dfert, die urspr\u00fcnglich nicht aus demselben Paket \u2013 Computer mit Recovery-CD \u2013 stammten.<\/p>\n<p>Hierzu muss man wissen: Microsoft verlangt als einziger Softwarehersteller f\u00fcr die wirksame Nutzung einer Software-Lizenz, die Anbringung des Echtheitszertifikats auf dem Computer. In der \u201eersten\u201c <a href=\"http:\/\/www.jurpc.de\/rechtspr\/20000220.htm\">OEM-Entscheidung<\/a> vom 06.07.2000 hatte der BGH entschieden, dass Microsoft nicht den weiteren Vertrieb von einmal mit seiner Zustimmung in den Verkehr gebrachten Softwareprogrammen, die auf einem Computer vorinstalliert waren, in der Weise bestimmen kann, dass die Software nur zusammen mit einem Computer weiter verkauft werden darf.<\/p>\n<p>Diese neue Entscheidung betrifft auch wieder die Abspaltung oder Losl\u00f6sung von einzelnen Software-Komponenten \u2013 hier allerdings nicht Software und Hardware, sondern Software und Echtheitszertifikat.<\/p>\n<p>Microsoft sieht in der Ver\u00e4u\u00dferung von Datentr\u00e4gern mit urspr\u00fcnglich nicht daf\u00fcr generierten Echtheitszertifikaten einen Markenrechtsversto\u00df und hat vom Bundesgerichtshof nun Recht bekommen. Das oberste Gericht hat entschieden, dass in diesem Fall der markenrechtliche Ersch\u00f6pfungsgrundsatz gem\u00e4\u00df <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/markeng\/__24.html\">\u00a7 24<\/a> Markengesetz nicht zur Anwendung kommt.<\/p>\n<p>Denn die Kl\u00e4gerin kann sich auf die Ausnahme des Absatzes 2 des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MarkenG\/24.html\" title=\"&sect; 24 MarkenG: Ersch&ouml;pfung\">\u00a7 24 MarkenG<\/a> berufen, wonach der Ersch\u00f6pfungsgrundsatz nicht greift, wenn der Markeninhaber sich dem weiteren Vertrieb der urspr\u00fcnglich mit seiner Zustimmung in den Verkehr gebrachten Ware aus berechtigten Gr\u00fcnden widersetzt. In diesem Fall nahm der BGH einen solchen berechtigten Grund an, da der Verbraucher davon ausgehen kann, dass der jeweils mit einem Echtheitszertifikat verbundene Datentr\u00e4ger auch genau so urspr\u00fcnglich vom Hersteller gekennzeichnet wurde und der Hersteller f\u00fcr die Echtheit einstehe, was aber hier nicht der Fall war.<\/p>\n<p>Diese Entscheidung hat sicherlich eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr den Softwarehandel. Dennoch kann dieses Urteil nicht generell auf alle Softwarehersteller \u00fcbertragen werden, da eben nur Microsoft diese Echtheitszertifikate zur Voraussetzung einer wirksamen \u00dcbertragung von Lizenzen macht (nh).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes Nr. 157\/2011 zu entnehmen ist, hat der BGH mit Urteil vom 06.10.2011, Az. I ZR 6\/10, \u00fcber den Verkauf von Recovery-CDs mit Echtheitszertifikaten (= COA; Certificate of Authenticity) entschieden. 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