{"id":761,"date":"2008-01-18T16:25:00","date_gmt":"2008-01-18T14:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=278"},"modified":"2008-01-18T16:25:00","modified_gmt":"2008-01-18T14:25:00","slug":"porno-anbieter-und-access-provider-stehen-nicht-im-wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/porno-anbieter-und-access-provider-stehen-nicht-im-wettbewerb\/","title":{"rendered":"Porno-Anbieter und Access-Provider stehen nicht im Wettbewerb"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">Nachdem Arcor auf Druck der Pornoindustrie und unter Protest im Netz im vergangenen Jahr verschiedene (Gratis-)Seiten <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,505122,00.html\">gesperrt<\/a> hatte, mehren sich in der Rechtsprechung die Stimmen, nach denen der Internet-Zugangsanbieter (Access-Provider) f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Inhalte nicht haftbar ist. Wie das Landgericht Kiel im Fall &#8220;<a href=\"http:\/\/medien-internet-und-recht.de\/rss_druckversion_mir.php?mir_dok_id=1438\">Kielnet<\/a>&#8221; ist nun auch das Landgericht D\u00fcsseldorf (<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/onlinerecht\/228\/5\/1\">Urteil v. 13.12.2007; 12 O 550\/07<\/a>, Rechtskraft n. bekannt) auf diese Linie eingeschwenkt.<\/div>\n<p>Es darf angenommen werden, dass die angek\u00fcndigte &#8220;Klagewelle&#8221; weiterrollt und demn\u00e4chst noch mehr Entscheidungen ergehen werden. Im Augenblick scheitern die Porno-Anbieter, die den Jugendschutz zur Begr\u00fcndung ihrer Sperrungsantr\u00e4ge anf\u00fchren, vor allem an der Eilbed\u00fcrftigkeit der Sache im einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren. So auch in D\u00fcsseldorf:<\/p>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Die Antragstellerin kann sich nicht darauf berufen, dass sie von dem Antragsgegner bzw. den Antragsgegnern erst im September Kenntnis erlangt hat. Im Hinblick auf die Kenntnis der Inhalte der Webseiten h\u00e4tte sie sich im Hinblick auf einen etwaigen Anspruch gegen die Zugangsprovider ohne weiteres zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt die Daten der Antragsgegnerin als Zugangsprovider verschaffen k\u00f6nnen und m\u00fcssen. Soweit sie dies nicht tat, handelte sie jedenfalls grob fahrl\u00e4ssig.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\"><br \/>\nInteressanterweise l\u00e4sst sich das D\u00fcsseldorfer Gericht auch ausf\u00fchrlicher dar\u00fcber aus, dass es sich bei dem Kampf Porno-Anbieter gegen Zugangsdienst nicht um eine wettbewerbsrechtliche Streitigkeit handelt, so dass ein Anspruch schon deshalb nicht bestehen kann:<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Bei der Gew\u00e4hrung des Zugangs zum Internet einerseits und dem Verkauf und der Vermietung von pornographischer Darbietung andererseits handelt es sich nicht um gleichartige gewerbliche Leistungen. [&#8230;] Die Antragsgegnerin zu 1. hat auch nicht die Absicht, den Wettbewerb einzelner Seiten zu Lasten anderer zu f\u00f6rdern. Sie weist insbesondere nicht auf einzelne Webseiten hin und macht diese leichter erreichbar als andere Seiten.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Auch einen Anspruch gegen den Provider als &#8220;St\u00f6rer&#8221; sieht man in D\u00fcsseldorf nicht. (zie)<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/onlinerecht\/228\/5\/1\">zum Urteil<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Update:<\/span> Ein neues Urteil des LG Frankfurt (<a href=\"http:\/\/www.webhosting-und-recht.de\/urteile\/Landgericht-Frankfurt_am_Main-20071205.html\">2-03 O 526\/07<\/a>) stimmt ebenfalls mit dieser Ansicht \u00fcberein.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/onlinerecht\/228\/5\/1\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem Arcor auf Druck der Pornoindustrie und unter Protest im Netz im vergangenen Jahr verschiedene (Gratis-)Seiten gesperrt hatte, mehren sich in der Rechtsprechung die Stimmen, nach denen der Internet-Zugangsanbieter (Access-Provider) f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Inhalte nicht haftbar ist. 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