{"id":71352,"date":"2026-10-13T17:20:16","date_gmt":"2026-10-13T15:20:16","guid":{"rendered":"\/?p=71352"},"modified":"2026-10-13T17:20:16","modified_gmt":"2026-10-13T15:20:16","slug":"google-ki-falschbehauptung-lg-aachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/google-ki-falschbehauptung-lg-aachen\/","title":{"rendered":"LG Aachen: Google haftet f\u00fcr Falschbehauptungen seiner KI \u2013 was Betroffene jetzt tun k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"

\"GrafikDie KI-Suche von Google hat einen Chefarzt zum verurteilten Sexualstraft\u00e4ter gemacht, weil sie ihn mit einem anderen ehemaligen Professor verwechselte. Das Landgericht Aachen hat Google die Verbreitung per einstweiliger Verf\u00fcgung untersagt (Beschluss vom 24. September 2026, Az. 8 O 268\/26<\/a>). <\/em><\/p>\n

F\u00fcr Betroffene ist das eine gute Nachricht: Bei KI-Antworten kann sich Google nicht auf die Rolle des neutralen Vermittlers zur\u00fcckziehen.<\/em><\/p>\n

Am 28. August 2026 macht ein \u00e4rztlicher Kollege einen Professor f\u00fcr Neuroradiologie auf etwas aufmerksam, das dieser kaum glauben kann: Wer seinen Namen zusammen mit dem Wort \u201eFreistellung\u201c in die Google-Suche eingibt, erh\u00e4lt im \u201eKI-Modus\u201c eine ausf\u00fchrliche Antwort.<\/p>\n

Der Arzt war Ende Juni 2026 tats\u00e4chlich aus seiner Klinik ausgeschieden. Die KI liefert daf\u00fcr eine Begr\u00fcndung gleich mit: Er habe auf einer Dienstreise seine Sekret\u00e4rin bedr\u00e4ngt, sei freigestellt und gek\u00fcndigt worden, vom Landgericht Aachen wegen sexueller N\u00f6tigung zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe verurteilt worden und habe im Arbeitsgerichtsprozess eine sechsstellige Abfindung erhalten.<\/p>\n

Nichts davon betrifft ihn. Die Vorg\u00e4nge betrafen einen anderen ehemaligen Universit\u00e4tsprofessor.<\/p>\n

Der Arzt forderte Google noch am selben Tag zur L\u00f6schung auf. Google teilte am 15. September 2026 mit, man werde keine Ma\u00dfnahmen einleiten. Eine Abmahnung vom selben Tag blieb ebenfalls ohne Erfolg. Das Landgericht Aachen hat Google Ireland Limited daraufhin mit Beschluss vom 24. September 2026 (Az. 8 O 268\/26)<\/a> im Wege der einstweiligen Verf\u00fcgung untersagt, diese Behauptungen weiter zu verbreiten.<\/p>\n