{"id":712,"date":"2007-02-13T19:54:00","date_gmt":"2007-02-13T17:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=110"},"modified":"2007-02-13T19:54:00","modified_gmt":"2007-02-13T17:54:00","slug":"raubkopierer-muss-2300-euro-strafe-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/raubkopierer-muss-2300-euro-strafe-zahlen\/","title":{"rendered":"Raubkopierer muss 2300 Euro Strafe zahlen"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">Wie der <a style=\"font-weight: bold\" href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/85263\/from\/rss09\">Heise-Verlag<\/a> berichtet, mu\u00dfte nun ein 35-j\u00e4hriger Familienvater 2.300,00 \u20ac Geldbu\u00dfe zahlen. Im Gegenzug wurde das Strafverfahren gegen ihn wegen umfangreicher Urheberrechtsverletzungen eingestellt.<\/div>\n<p>Der zust\u00e4ndige Amtsrichter betonte, dass er die Einstellung vor allem f\u00fcr gerechtfertigt halte, da auf den Mann empfindliche zivirechtliche Schadensersatzanspr\u00fcche zuk\u00e4men. Zudem betonte er, dass es diesbez\u00fcglich wohl kein gro\u00dfes Unrechtsbewusstsein in der Bev\u00f6lkerung gebe.<\/p>\n<p>2.300,00 \u20ac Strafe f\u00fcr einen Familienvater?<\/p>\n<p>Wenn das unsere Justizmisterin erf\u00e4hrt, gibt es wahrscheinlich mal wieder ordentlich \u00c4rger f\u00fcr alle Beteiligten. Versucht Frau Zypries doch gerade, die armen M\u00fctter, V\u00e4ter und Kinder vor den fiesen Urheberrechtsverfolgern zu sch\u00fctzen bzw. die finanziellen Folgen f\u00fcr einen Urhebrrechtsversto\u00df &#8220;Privater&#8221; auf <a href=\"http:\/\/www.lampmannbehn.de\/blog\/2006\/11\/zypries-will-neuen-97a-urhg-50-euro-fr.html\"><span style=\"font-weight: bold\">50,00 \u20ac<\/span><\/a> zu beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Der vorliegende Fall zeigt meines Erachtens die mangelnde praktische Relevanz der geplanten Zypries-Regelung. Die Folgen eines Urheberrechtsverstosses ersch\u00f6pfen sich nun einmal nicht in den Anwaltskosten f\u00fcr die Abmahnung. Zum Unterlassungsanspruch kommen n\u00e4mlich immense Auskunfts- und Schadensersatzanspr\u00fcche oder eben, wie hier, sogar Geldbu\u00dfen hinzu.<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht nicht, dass ein juristischer Laie den Vorschlag der Justizministerin aus Unwissenheit beklatscht. \u00c4rgerlich ist es aber, wenn die Justizministerin, die selbst Juristin ist, diese Unwissenheit der Menschen zu ihrem politischen Vorteil ausnutzt. Anstatt vor unbedachten Urheberechtsverletzungen und deren Folgen zu warnen, doktort man an den im Vergleich zu dem insgesamt drohenden Ungemach eher geringen Kosten der &#8220;Abmahnung&#8221; herum.<\/p>\n<p>Aber vielleicht wollen es auch alle Beteiligten so. Politiker werden schlie\u00dflich auch von jemandem gew\u00e4hlt. Auf anderen Gesetzesbaustellen wird es ja auch nicht anders gemacht: Viel Reden, ein bisschen was f\u00fcrs <a style=\"font-weight: bold\" href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2006\/12\/zankapfel-abmahnkosten-lobby-stellt-sich-gegen-tranendrusen-argumente\/\">Herz<\/a>, ein bisschen notd\u00fcrftige Kosmetik, dann ist die Legislaturperiode auch schon wieder vorbei&#8230;.(la)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Heise-Verlag berichtet, mu\u00dfte nun ein 35-j\u00e4hriger Familienvater 2.300,00 \u20ac Geldbu\u00dfe zahlen. Im Gegenzug wurde das Strafverfahren gegen ihn wegen umfangreicher Urheberrechtsverletzungen eingestellt. Der zust\u00e4ndige Amtsrichter betonte, dass er die Einstellung vor allem f\u00fcr gerechtfertigt halte, da auf den Mann empfindliche zivirechtliche Schadensersatzanspr\u00fcche zuk\u00e4men. 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