{"id":70879,"date":"2026-09-02T05:11:33","date_gmt":"2026-09-02T03:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=70879"},"modified":"2026-09-02T05:11:33","modified_gmt":"2026-09-02T03:11:33","slug":"creditreform-bonitaetsindex-500-crefo-check","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/creditreform-bonitaetsindex-500-crefo-check\/","title":{"rendered":"LHR-Praxisfall: Creditreform-Bonit\u00e4tsindex 500 \u2013 was ein 99-Euro-Schreiben schaffte und was danach Anwaltssache blieb"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-70882 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/creditreform-bonitaetsindex-500-crefo-check-620x326-1.png\" alt=\"\" width=\"548\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/creditreform-bonitaetsindex-500-crefo-check-620x326-1.png 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/creditreform-bonitaetsindex-500-crefo-check-620x326-1-354x186.png 354w\" sizes=\"(max-width: 548px) 100vw, 548px\" \/>Wie eine GmbH mit einem Creditreform-Bonit\u00e4tsindex von 500 f\u00fcr 99 Euro netto zur\u00fcck in die regul\u00e4re Bewertung kam \u2013 und warum der letzte Schritt trotzdem ins Anwaltsgespr\u00e4ch f\u00fchrte.<\/em><\/p>\n<p>Die Konstellation ist unspektakul\u00e4r, bis sie einen selbst trifft: Ein Unternehmen arbeitet, zahlt seine Rechnungen, streitet sich hier und da \u00fcber eine Forderung. Irgendwann verlangt ein Lieferant Vorkasse, eine Bank fragt nach Sicherheiten, die man vorher nie stellen musste. Der Grund steht in einer Auskunft, die der Betroffene selbst nie zu sehen bekommt, wenn er nicht danach fragt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis, wenn er fragt: Bonit\u00e4tsindex 500. Kein Wert, der berechnet wurde. Ein Stempel.<\/p>\n<p>Ein aktueller Fall aus unserer Kanzlei zeigt, wie viel von diesem Stempel sich mit einem einzigen Aufforderungsschreiben entfernen lie\u00df \u2013 und wo die Grenze eines Selbsthilfe-Tools verl\u00e4uft.<\/p>\n<h2>Was bedeutet ein Creditreform Bonit\u00e4tsindex 500?<\/h2>\n<p>Ein Creditreform-Bonit\u00e4tsindex von 500 bedeutet, dass die Creditreform dem Unternehmen \u201emassive Zahlungsverz\u00fcge\u201c zuschreibt. Die Zahl ist kein Rechenergebnis aus Bilanz, Umsatz und Zahlungserfahrungen, sondern eine feste Stufe, die vergeben wird, sobald Inkassovorg\u00e4nge oder vergleichbare Zahlungsst\u00f6rungen in der Auskunft stehen. Solange dieser Stempel klebt, spielt es keine Rolle, wie gesund das operative Gesch\u00e4ft ist. Wer die zugrunde liegenden Eintr\u00e4ge angreift, greift deshalb nicht einen Score an, sondern die Tatsachengrundlage, auf der er steht.<\/p>\n<p>Der Bonit\u00e4tsindex 2.0 der Creditreform reicht regul\u00e4r von 100 (ausgezeichnet) bis 499. Die Werte 500 und 600 stehen au\u00dferhalb dieser Skala: 500 f\u00fcr massive Zahlungsverz\u00fcge, 600 f\u00fcr harte Negativmerkmale wie Insolvenz oder eidesstattliche Versicherung. F\u00fcr Gesch\u00e4ftspartner ist die Botschaft eindeutig: Von Krediten wird abgeraten, eine Gesch\u00e4ftsverbindung gilt als riskant. Was genau hinter der Zahl steckt, sehen sie nicht. Sie sehen 500.<\/p>\n<h2>Der Fall: Sieben Negativmerkmale, ein Sonderwert<\/h2>\n<p>Unsere Mandantin, eine Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft in der Rechtsform der GmbH aus Nordrhein-Westfalen, zog im August 2026 ihre Eigenauskunft. Das Bild war unerfreulich:<\/p>\n<ul>\n<li>Bonit\u00e4tsindex 500, dazu eine ausgewiesene Ausfallwahrscheinlichkeit von \u00fcber 77 Prozent<\/li>\n<li>Sieben Negativmerkmale, darunter sechs Inkassoforderungen zwischen 95 Euro und rund 3.360 Euro \u2013 zusammen etwa 7.160 Euro<\/li>\n<li>Drei dieser Forderungen waren als \u201eabgeschlossen\u201c vermerkt, also bezahlt; eine davon bereits seit Mai 2024<\/li>\n<li>Drei Forderungen liefen noch, mit Eingang zwischen Juni 2025 und Juni 2026<\/li>\n<li>Als siebtes Merkmal f\u00fchrte die Auskunft \u201ebereits eingetretene wirtschaftliche Nachteile\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwei der Betr\u00e4ge lagen unter 130 Euro. Eine bezahlte Forderung war \u00fcber zwei Jahre alt. Ein Vorgang von 95 Euro aus dem Jahr 2024 trug denselben Stempel mit wie eine offene Forderung \u00fcber 3.359,50 Euro aus dem laufenden Sommer. Das ist die Logik des Sonderwerts: Er unterscheidet nicht.<\/p>\n<p>H\u00e4ngen bleibt beim Leser der Auskunft: ein Unternehmen, das seine Rechnungen nicht zahlt. Die Realit\u00e4t war eine Handvoll teils erledigter, teils streitiger Kleinbetr\u00e4ge.<\/p>\n<h2>Kann man den Bonit\u00e4tsindex 500 ohne Anwalt loswerden?<\/h2>\n<p>Ja, in vielen F\u00e4llen zumindest teilweise. Bezahlte Inkassoforderungen, deren Speicherfrist abgelaufen ist, Bagatellbetr\u00e4ge und Vorg\u00e4nge, die vor der Einmeldung bestritten wurden, kann der Betroffene selbst gegen\u00fcber der Creditreform angreifen \u2013 er macht eigene Rechte geltend, daf\u00fcr braucht er keinen Rechtsdienstleister. Entscheidend ist, dass das Schreiben die richtigen Rechtsgr\u00fcnde je Eintrag benennt und ausdr\u00fccklich die Neuberechnung des Index verlangt. Genau das \u00fcbernimmt der <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/crefo-check\/\">LHR Crefo-Check<\/a>.<\/p>\n<p>Die Mandantin ging diesen Weg, bevor sie mit uns sprach:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Eigenauskunft hochladen.<\/strong> Der kostenlose Check ordnete jedem der sieben Merkmale einen Rechtsgrund und eine Erfolgsaussicht zu \u2013 abgelaufene Fristen, Bagatellabw\u00e4gung, Neuberechnungsanspruch.<\/li>\n<li><strong>Angriffspunkte best\u00e4tigen.<\/strong> Pro Eintrag: bezahlt, bestritten, falsch zugeordnet? Nur best\u00e4tigte Punkte wanderten ins Schreiben.<\/li>\n<li><strong>Crefo-Dossier bestellen.<\/strong> F\u00fcr 99 Euro netto erhielt sie das individuelle Aufforderungsschreiben als Word-Datei, dazu Fristenkalender, Reaktions-Playbook und Nachfass-Service.<\/li>\n<li><strong>Selbst versenden.<\/strong> Unter eigenem Briefkopf, mit 14-Tage-Frist, an die zust\u00e4ndige Creditreform-Gesch\u00e4ftsstelle.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Ergebnis: Die Creditreform berechnete neu. Aus dem Sonderwert 500 wurde ein Index knapp \u00fcber 300 \u2013 zur\u00fcck in der regul\u00e4ren Skala, knapp 200 Punkte besser, f\u00fcr den Preis eines Abendessens zu zweit.<\/p>\n<div style=\"background: #EFF3F9; border-left: 5px solid #263E96; padding: 24px 28px; margin: 0 0 32px;\">\n<p style=\"margin: 0 0 8px; font-weight: bold; color: #0a2c52;\">Aus der LHR-Praxis<\/p>\n<p style=\"margin: 0;\">Ein Index von 300 ist kein Traumwert. Er ist aber etwas grunds\u00e4tzlich anderes als 500: eine Bewertung, mit der man arbeiten, verhandeln und die man weiter verbessern kann. Der Sonderwert dagegen ist ein Ausschlusskriterium bei Banken, Leasinggebern, Warenkreditversicherern. Der wichtigste Schritt ist deshalb fast immer der erste: raus aus der 500.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Rechtlicher Rahmen: Warum die Creditreform neu rechnen musste<\/h2>\n<p>Die Creditreform darf Zahlungsst\u00f6rungen speichern und bewerten, aber nicht beliebig lange und nicht ohne R\u00fccksicht auf Gewicht und Aktualit\u00e4t. F\u00fcr Kapitalgesellschaften folgt der Anspruch auf Berichtigung und L\u00f6schung vor allem aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/824.html\">\u00a7 824 BGB<\/a> (Kreditgef\u00e4hrdung) und dem Unternehmenspers\u00f6nlichkeitsrecht; personenbezogene Daten von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern und Gesellschaftern sch\u00fctzt daneben die DSGVO, insbesondere <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/17.html\">Art. 17 DSGVO<\/a>. F\u00e4llt die Tatsachengrundlage weg, muss die Auskunftei ihr Werturteil neu bilden \u2013 der alte Index darf nicht einfach stehen bleiben.<\/p>\n<h3>1. Speicherfristen f\u00fcr erledigte Forderungen<\/h3>\n<p>Erledigte Zahlungsst\u00f6rungen sind nach den Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien grunds\u00e4tzlich drei Jahre nach Erledigung zu l\u00f6schen. Wurde die Forderung binnen 100 Tagen nach Einmeldung beglichen und stehen keine weiteren Negativmerkmale entgegen, kommt eine L\u00f6schung schon nach 18 Monaten in Betracht. Einen Anspruch auf sofortige L\u00f6schung mit der Zahlung gibt es dagegen nicht mehr: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das mit Urteil vom 18.12.2025 (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2097\/25\" title=\"BGH, 18.12.2025 - I ZR 97\/25: Von Vertragspartnern einer Wirtschaftsauskunftei eingemeldete Dat...\">I ZR 97\/25<\/a>) klargestellt und stattdessen eine Abw\u00e4gung im Einzelfall verlangt. Was das f\u00fcr die Praxis hei\u00dft, haben wir <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/olg-koeln-creditreform-bezahlt\/\">hier eingeordnet<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Mandantin hie\u00df das: Die 2024 bezahlte 95-Euro-Forderung war ein klarer Kandidat. Bei den 2026 erledigten Vorg\u00e4ngen kam es auf Zahlungszeitpunkt und Abw\u00e4gung an.<\/p>\n<h3>2. Bestrittene Forderungen d\u00fcrfen nicht gemeldet werden<\/h3>\n<p>Wer eine Forderung vor der Einmeldung bestritten hat, darf deswegen nicht bei einer Auskunftei landen. Das hat der BGH mit Urteil vom 12.05.2026 (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20375\/24\" title=\"BGH, 12.05.2026 - VI ZR 375\/24: Zul&auml;ssigkeit der &Uuml;bermittlung personenbezogener Daten i.R.d. Me...\">VI ZR 375\/24<\/a>) entschieden. Der Hebel ist stark, aber er setzt voraus, dass das Bestreiten tats\u00e4chlich und belegbar erfolgte; eine m\u00fcndliche Beschwerde beim Lieferanten reicht nicht. Das Aufforderungsschreiben aus dem Crefo-Check nimmt diesen Punkt deshalb nur auf, wenn der Nutzer ihn ausdr\u00fccklich best\u00e4tigt.<\/p>\n<h3>3. Bagatellen und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit<\/h3>\n<p>Eine Forderung von 95 oder 129 Euro sagt \u00fcber die Zahlungsf\u00e4higkeit einer Immobiliengesellschaft nichts aus. Sie kann trotzdem den Sonderwert ausl\u00f6sen. Die Abw\u00e4gung, die der BGH verlangt, muss das Gewicht des Vorgangs ber\u00fccksichtigen: H\u00f6he, Anlass, Erledigung, Zeitablauf. Ein Kleinbetrag aus einem Streit \u00fcber eine Zeitschriftenrechnung wiegt nicht wie ein titulierter Mahnbescheid.<\/p>\n<h3>4. Der Anspruch auf Neuberechnung<\/h3>\n<p>Gel\u00f6schte Eintr\u00e4ge n\u00fctzen nichts, wenn der Index aus alten Daten weiterlebt. Das Schreiben verlangte deshalb ausdr\u00fccklich die Neuberechnung von Bonit\u00e4tsindex, Ausfallwahrscheinlichkeit und Kreditlimit sowie die Mitteilung an alle Empf\u00e4nger der letzten Monate. Wie wichtig dieser Punkt ist, zeigte ein fr\u00fcherer Fall, in dem der Index trotz gel\u00f6schter Merkmale zun\u00e4chst weiter fiel \u2013 <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/lhr-praxisfall-creditreform-verwechslung-2\/\">nachzulesen hier<\/a>.<\/p>\n<h2>Wann reicht das Aufforderungsschreiben nicht mehr?<\/h2>\n<p>Das Aufforderungsschreiben st\u00f6\u00dft an seine Grenze, wo Tatsachen streitig sind oder Verhandlungen n\u00f6tig werden: bei offenen Forderungen, deren Berechtigung der Einmelder behauptet und der Betroffene bestreitet; bei der Frage, ob ein Bestreiten beweisbar vor der Einmeldung erfolgte; bei der Abw\u00e4gung, ob eine Zahlung an den Gl\u00e4ubiger den Eintrag schneller beseitigt als ein Streit dar\u00fcber. Hier braucht es eine juristische Bewertung des Einzelfalls und h\u00e4ufig ein Kanzleischreiben, auf das Auskunfteien erfahrungsgem\u00e4\u00df deutlich konsequenter reagieren als auf den Briefkopf des Betroffenen.<\/p>\n<p>Genau an diesem Punkt stand unsere Mandantin nach der Neuberechnung. Drei Forderungen liefen noch. Sie waren nicht bezahlt, ihre Berechtigung war teils streitig, und die Frage, mit welcher Reihenfolge von Schritten sich der Index von gut 300 weiter dr\u00fccken l\u00e4sst, ist keine, die ein Formular beantwortet. Am 31.08.2026 besprachen wir das Vorgehen: Welche der offenen Forderungen lohnt den Streit, welche erledigt man besser und l\u00e4sst dann die 18-Monats-Regel arbeiten, welche Daten zur aktuellen Gesch\u00e4ftslage sollte die Creditreform freiwillig bekommen.<\/p>\n<p>Das Tool hatte seine Arbeit gemacht. Die Feinarbeit war unsere.<\/p>\n<div style=\"background: #EFF3F9; border-left: 5px solid #263E96; padding: 24px 28px; margin: 0 0 32px;\">\n<p style=\"margin: 0 0 8px; font-weight: bold; color: #0a2c52;\">Aus der LHR-Praxis<\/p>\n<p style=\"margin: 0;\">Wir haben den Crefo-Check nicht gebaut, um uns \u00fcberfl\u00fcssig zu machen, sondern um die Reihenfolge zu korrigieren. Erst die Punkte, die jeder selbst erledigen kann, f\u00fcr 99 Euro statt f\u00fcr ein Anwaltshonorar. Dann, wenn n\u00f6tig, das Mandat f\u00fcr den Rest. Die 99 Euro werden dabei vollst\u00e4ndig angerechnet.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Strategische Vorgehensweise: Vom Sonderwert 500 zur brauchbaren Auskunft<\/h2>\n<p>Wer in seiner Eigenauskunft eine 500 findet, sollte nicht mit dem Anwalt beginnen und nicht mit der Bank. Er sollte mit der Auskunft selbst beginnen. Die Reihenfolge, die sich in diesem Fall bew\u00e4hrt hat:<\/p>\n<h3>1. Eigenauskunft anfordern, nicht Firmenauskunft<\/h3>\n<p>Nur die Eigenauskunft \u00fcber meine.creditreform.de oder per Antrag nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\">Art. 15 DSGVO<\/a> zeigt die Inkassohistorie und die Scoredetails. Die Firmenauskunft, die Gesch\u00e4ftspartner kaufen, enth\u00e4lt diese Angaben nicht.<\/p>\n<h3>2. Jeden Eintrag einzeln bewerten<\/h3>\n<p>Bezahlt oder offen? Wann eingemeldet, wann erledigt? Vor der Einmeldung bestritten \u2013 und gibt es daf\u00fcr einen Beleg? Betrag und Anlass? Aus diesen Antworten ergibt sich je Eintrag der Rechtsgrund. Der Crefo-Check erledigt diese Sortierung kostenlos.<\/p>\n<h3>3. Aufforderungsschreiben mit Frist und Neuberechnungsverlangen<\/h3>\n<p>L\u00f6schung, Berichtigung, Einschr\u00e4nkung der Verarbeitung w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung, Neuberechnung des Index, Mitteilung an Empf\u00e4nger, 14-Tage-Frist. Standardantworten der Creditreform (\u201estammt vom Einmelder\u201c, \u201ePr\u00fcfung abgeschlossen\u201c) sind kein Grund aufzugeben; sie haben jeweils eine Erwiderung.<\/p>\n<h3>4. Das, was bleibt, anwaltlich kl\u00e4ren<\/h3>\n<p>Offene und streitige Forderungen, Verhandlungen mit Einmeldern, gegebenenfalls eine f\u00f6rmliche anwaltliche Aufforderung oder die gerichtliche Durchsetzung \u2013 wie in unserem Verfahren vor dem Oberlandesgericht K\u00f6ln (OLG K\u00f6ln, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=18%20U%20304\/11\" title=\"18 U 304\/11 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">18 U 304\/11<\/a>). Bei bereits eingetretenen Sch\u00e4den, etwa einer geplatzten Finanzierung, kommt Schadensersatz nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/82.html\">Art. 82 DSGVO<\/a> bzw. \u00a7 824 BGB in Betracht.<\/p>\n<p>Dass es auch ohne den Umweg \u00fcber den Sonderwert um viel gehen kann, zeigen zwei weitere F\u00e4lle aus unserer Praxis: ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/creditreform-eintrag-loeschen-bonitaetsindex-korrigiert\/\">fehlerhafter Eintrag, dessen L\u00f6schung den Index auf 283 Punkte brachte und eine Insolvenz abwendete<\/a>, und ein <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/creditreform-bonitaetsindex-verschlechtert\/\">einzelner Vollstreckungsbescheid \u00fcber 2.500 Euro, der ein gesundes Unternehmen 90 Punkte kostete<\/a>. Weitere Verfahren gegen Auskunfteien finden sich auf unserer <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/unsere-erfolge\/\">Erfolge-Seite<\/a>.<\/p>\n<h2>Fazit: Der Stempel ist nicht das Urteil<\/h2>\n<p>Ein Creditreform-Bonit\u00e4tsindex von 500 sieht endg\u00fcltig aus. Er ist es nicht. Er beruht auf einzelnen Eintr\u00e4gen, und jeder dieser Eintr\u00e4ge hat eine Frist, ein Gewicht und eine Rechtsgrundlage, die man pr\u00fcfen kann. In diesem Fall reichte ein Schreiben f\u00fcr 99 Euro, um den Sonderwert zu beseitigen. F\u00fcr den Rest brauchte es ein Gespr\u00e4ch. Beides geh\u00f6rt zusammen \u2013 in dieser Reihenfolge.<\/p>\n<div style=\"background: #EFF3F9; padding: 36px 40px 28px; margin: 0 0 48px;\">\n<h2 style=\"margin: 0 0 20px;\">H\u00e4ufige Fragen zum Creditreform-Bonit\u00e4tsindex 500<\/h2>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6; padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold; color: #0a2c52; list-style: none;\">Warum steht bei meinem Unternehmen ein Bonit\u00e4tsindex von 500, obwohl wir zahlungsf\u00e4hig sind?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 26px; text-align: center;\">+<\/span><\/summary>\n<p style=\"margin: 12px 0 0;\">Der Wert 500 h\u00e4ngt nicht von Ihrer Liquidit\u00e4t ab, sondern davon, ob Inkassovorg\u00e4nge oder Zahlungsst\u00f6rungen in Ihrer Auskunft gespeichert sind. Schon ein einzelner offener oder erst k\u00fcrzlich erledigter Vorgang kann ihn ausl\u00f6sen, unabh\u00e4ngig von Betrag und Anlass. Pr\u00fcfen Sie deshalb zuerst, welche Eintr\u00e4ge konkret hinterlegt sind und ob sie noch gespeichert werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6; padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold; color: #0a2c52; list-style: none;\">Wie schnell verbessert sich der Index nach einem Aufforderungsschreiben?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 26px; text-align: center;\">+<\/span><\/summary>\n<p style=\"margin: 12px 0 0;\">Reagiert die Creditreform auf die gesetzte Frist, liegt eine Neuberechnung typischerweise binnen weniger Wochen vor. Verl\u00e4ssliche Zusagen zum Zeitrahmen oder zum Ergebnis kann niemand geben; beides h\u00e4ngt davon ab, welche Eintr\u00e4ge tats\u00e4chlich l\u00f6schbar sind und ob die Auskunftei die Neuberechnung vollst\u00e4ndig umsetzt. Bleibt sie unt\u00e4tig oder antwortet formelhaft, ist die anwaltliche Aufforderung der n\u00e4chste Schritt.<\/p>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6; padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold; color: #0a2c52; list-style: none;\">Gilt die DSGVO auch f\u00fcr die Bonit\u00e4tsauskunft einer GmbH?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 26px; text-align: center;\">+<\/span><\/summary>\n<p style=\"margin: 12px 0 0;\">Unmittelbar sch\u00fctzt die DSGVO nur nat\u00fcrliche Personen, also etwa Einzelunternehmer und die Daten von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern oder Gesellschaftern. F\u00fcr die GmbH selbst greifen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/824.html\" title=\"&sect; 824 BGB: Kreditgef&auml;hrdung\">\u00a7 824 BGB<\/a> (Kreditgef\u00e4hrdung) und das Unternehmenspers\u00f6nlichkeitsrecht. Im Ergebnis stehen Kapitalgesellschaften damit \u00e4hnliche Anspr\u00fcche auf Berichtigung, L\u00f6schung und Neubewertung zu.<\/p>\n<\/details>\n<details style=\"padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold; color: #0a2c52; list-style: none;\">Lohnt sich das 99-Euro-Schreiben, wenn ohnehin ein Anwalt n\u00f6tig wird?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; line-height: 26px; text-align: center;\">+<\/span><\/summary>\n<p style=\"margin: 12px 0 0;\">In der Regel ja. Das Schreiben r\u00e4umt die eindeutigen Punkte ab \u2013 abgelaufene Fristen, Bagatellen, belegbar bestrittene Forderungen \u2013 und schafft damit h\u00e4ufig schon den Weg aus dem Sonderwert. Das sp\u00e4tere Mandat kann sich dann auf die wirklich streitigen Vorg\u00e4nge konzentrieren, und die 99 Euro werden auf das Anwaltshonorar vollst\u00e4ndig angerechnet.<\/p>\n<\/details>\n<\/div>\n<div style=\"background: #0A2C52; padding: 32px 36px; margin: 0 0 40px;\">\n<p style=\"margin: 0 0 12px; color: #ffffff; font-weight: bold; font-size: 1.25em;\">Steht in Ihrer Creditreform-Eigenauskunft eine 500?<\/p>\n<p style=\"margin: 0 0 24px; color: #d7e3f4;\">Laden Sie die Auskunft im <a style=\"color: #ffffff; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/crefo-check\/\">LHR Crefo-Check<\/a> hoch \u2013 kostenlos, anonym, Ergebnis in etwa einer Minute. 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Ist die Lage komplexer oder steht eine Finanzierung auf dem Spiel, geben Sie den Fall direkt an uns: Sie erhalten eine anwaltliche Ersteinsch\u00e4tzung binnen 24 Stunden.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background: #FFFFFF; color: #0a2c52; font-weight: bold; padding: 14px 28px; text-decoration: none;\" href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/kontakt\/\">Jetzt Kontakt aufnehmen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/creditreform-schufa-loeschen-lassen\/\">Themenseite: Creditreform- oder SCHUFA-Eintrag l\u00f6schen lassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/crefo-check\/\">LHR Crefo-Check: Creditreform-Auskunft kostenlos pr\u00fcfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/lhr-crefo-check-bonitaet-pruefen\/\">Neu: Der LHR Crefo-Check \u2013 so funktioniert das Tool<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/olg-koeln-creditreform-bezahlt\/\">\u201eBezahlt ist bezahlt\u201c vor dem BGH \u2013 was seit Dezember 2025 gilt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/unsere-erfolge\/\">Unsere Erfolge gegen Auskunfteien<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><!-- FAQPage JSON-LD \u00b7 URL auf finale Beitrags-URL pr\u00fcfen \u00b7 bei Strip durch WordPress via Code Snippets \/ Schema Pro einbinden --><br \/>\n<script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/creditreform-bonitaetsindex-500-crefo-check\/#webpage\"},\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum steht bei meinem Unternehmen ein Bonit\u00e4tsindex von 500, obwohl wir zahlungsf\u00e4hig sind?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der Wert 500 h\u00e4ngt nicht von Ihrer Liquidit\u00e4t ab, sondern davon, ob Inkassovorg\u00e4nge oder Zahlungsst\u00f6rungen in Ihrer Auskunft gespeichert sind. Schon ein einzelner offener oder erst k\u00fcrzlich erledigter Vorgang kann ihn ausl\u00f6sen, unabh\u00e4ngig von Betrag und Anlass. Pr\u00fcfen Sie deshalb zuerst, welche Eintr\u00e4ge konkret hinterlegt sind und ob sie noch gespeichert werden d\u00fcrfen.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie schnell verbessert sich der Index nach einem Aufforderungsschreiben?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Reagiert die Creditreform auf die gesetzte Frist, liegt eine Neuberechnung typischerweise binnen weniger Wochen vor. Verl\u00e4ssliche Zusagen zum Zeitrahmen oder zum Ergebnis kann niemand geben; beides h\u00e4ngt davon ab, welche Eintr\u00e4ge tats\u00e4chlich l\u00f6schbar sind und ob die Auskunftei die Neuberechnung vollst\u00e4ndig umsetzt. Bleibt sie unt\u00e4tig oder antwortet formelhaft, ist die anwaltliche Aufforderung der n\u00e4chste Schritt.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Gilt die DSGVO auch f\u00fcr die Bonit\u00e4tsauskunft einer GmbH?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Unmittelbar sch\u00fctzt die DSGVO nur nat\u00fcrliche Personen, also etwa Einzelunternehmer und die Daten von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern oder Gesellschaftern. F\u00fcr die GmbH selbst greifen \u00a7 824 BGB (Kreditgef\u00e4hrdung) und das Unternehmenspers\u00f6nlichkeitsrecht. Im Ergebnis stehen Kapitalgesellschaften damit \u00e4hnliche Anspr\u00fcche auf Berichtigung, L\u00f6schung und Neubewertung zu.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Lohnt sich das 99-Euro-Schreiben, wenn ohnehin ein Anwalt n\u00f6tig wird?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"In der Regel ja. Das Schreiben r\u00e4umt die eindeutigen Punkte ab \u2013 abgelaufene Fristen, Bagatellen, belegbar bestrittene Forderungen \u2013 und schafft damit h\u00e4ufig schon den Weg aus dem Sonderwert. Das sp\u00e4tere Mandat kann sich dann auf die wirklich streitigen Vorg\u00e4nge konzentrieren, und die 99 Euro werden auf das Anwaltshonorar vollst\u00e4ndig angerechnet.\"}}]}<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie eine GmbH mit einem Creditreform-Bonit\u00e4tsindex von 500 f\u00fcr 99 Euro netto zur\u00fcck in die regul\u00e4re Bewertung kam \u2013 und warum der letzte Schritt trotzdem ins Anwaltsgespr\u00e4ch f\u00fchrte. Die Konstellation ist unspektakul\u00e4r, bis sie einen selbst trifft: Ein Unternehmen arbeitet, zahlt seine Rechnungen, streitet sich hier und da \u00fcber eine Forderung. 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