{"id":70794,"date":"2026-08-12T01:20:07","date_gmt":"2026-08-11T23:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=70794"},"modified":"2026-08-12T01:20:07","modified_gmt":"2026-08-11T23:20:07","slug":"helene-fischer-geldentschaedigung-bgh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/helene-fischer-geldentschaedigung-bgh\/","title":{"rendered":"BGH zu Promi-Babyfotos: Rechtswidrig fotografiert \u2013 und trotzdem kein Geld f\u00fcr Helene Fischer"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-70797 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/helene-fischer-geldentschaedigung-bgh-620x326-1.png\" alt=\"\" width=\"544\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/helene-fischer-geldentschaedigung-bgh-620x326-1.png 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/helene-fischer-geldentschaedigung-bgh-620x326-1-354x186.png 354w\" sizes=\"(max-width: 544px) 100vw, 544px\" \/>Der BGH best\u00e4tigt Helene Fischer, dass RTL ihre Babyfotos nicht h\u00e4tte zeigen d\u00fcrfen \u2013 und schickt sie trotzdem ohne einen Euro nach Hause. Warum \u201erechtswidrig&#8221; und \u201eentsch\u00e4digungspflichtig&#8221; zwei verschiedene Dinge sind und was Betroffene daraus lernen sollten.<\/em><\/p>\n<p>\u201eIhr Muttergl\u00fcck darf jeder sehen&#8221;, titelte RTL im Jahr 2022 und zeigte in einem Online-Beitrag heimlich aufgenommene Bilder von Helene Fischer, die mit ihrem Neugeborenen durch die Stadt bummelte.<\/p>\n<p>Die S\u00e4ngerin wehrte sich, der Sender gab eine strafbewehrte Unterlassungserkl\u00e4rung ab. Damit h\u00e4tte die Sache erledigt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>War sie aber nicht. Fischer klagte auf eine Geldentsch\u00e4digung von mindestens 25.000 Euro \u2013 durch drei Instanzen. Das Ergebnis vor dem Bundesgerichtshof: Die Ver\u00f6ffentlichung war rechtswidrig. Geld gibt es trotzdem keines (BGH, Urteil v. 21.04.2026, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=BGH&amp;Datum=21.07.2026&amp;Aktenzeichen=VI%20ZR%2093\/25\">VI ZR 93\/25<\/a>).<\/p>\n<h2>Der Fall: In der Stadt mit Kind, Kamera inklusive<\/h2>\n<p>Die Ausgangslage ist ein Klassiker des Bildnisrechts:<\/p>\n<ul>\n<li>Paparazzi fotografieren Helene Fischer 2022 beim Stadtbummel \u2013 im sommerlichen Outfit, mit Familie und Neugeborenem, erkennbar nicht auf \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit aus.<\/li>\n<li>RTL ver\u00f6ffentlicht die Aufnahmen in einem Online-Beitrag samt Video, wohlwollend im Ton, reichweitenstark in der Verbreitung.<\/li>\n<li>Eine Einwilligung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\">\u00a7 22 KUG<\/a> liegt unstreitig nicht vor.<\/li>\n<li>Nach anwaltlicher Aufforderung gibt der Sender am 30. Mai 2022 eine strafbewehrte Unterlassungserkl\u00e4rung ab.<\/li>\n<li>Fischer verlangt zus\u00e4tzlich eine Geldentsch\u00e4digung von mindestens 25.000 Euro \u2013 vor dem LG Berlin II (Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=27%20O%20498\/22\" title=\"LG Berlin II, 18.04.2024 - 27 O 498\/22\">27 O 498\/22<\/a>), dem Kammergericht (Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=10%20U%2076\/24\" title=\"KG, 27.02.2025 - 10 U 76\/24\">10 U 76\/24<\/a>) und schlie\u00dflich dem BGH.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Ergebnis: eine Entscheidung mit zwei Gesichtern. Auf der Ebene der Rechtsverletzung gewinnt Fischer auf ganzer Linie. Auf der Ebene der Entsch\u00e4digung verliert sie vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<h2>Die Rechtsverletzung: Elternschaft verst\u00e4rkt das Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/h2>\n<p>Der VI. Zivilsenat pr\u00fcft nach dem abgestuften Schutzkonzept der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\">\u00a7\u00a7 22<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\">23 KUG<\/a>, das wegen des Medienprivilegs (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/85.html\">Art. 85 Abs. 2 DSGVO<\/a> i.V.m. \u00a7 23 Abs. 1 Satz 4 MStV) auch neben der DSGVO ma\u00dfgeblich bleibt. Ohne Einwilligung kommt es darauf an, ob ein Bildnis aus dem Bereich der Zeitgeschichte vorliegt (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\" title=\"&sect; 23 KunstUrhG\">\u00a7 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG<\/a>) \u2013 und das entscheidet sich in einer Abw\u00e4gung zwischen Pers\u00f6nlichkeitsrecht und Pressefreiheit.<\/p>\n<p>Fischer ist nach der Terminologie des EGMR eine \u201epublic figure&#8221;. Ihre erste Elternschaft kann wegen der Leitbild- und Kontrastfunktion Prominenter durchaus Informationswert haben. Nur: Ein Stadtbummel im Sommeroutfit ist keine Angelegenheit, an der die \u00d6ffentlichkeit ein gewichtiges Informationsinteresse h\u00e4tte. Der Senat stuft es als gering ein.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite der Waage liegt mehr als das gew\u00f6hnliche Pers\u00f6nlichkeitsrecht. Weil die Bilder Fischer in der elterlichen Hinwendung zu ihrem Kind zeigen, verst\u00e4rkt <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/6.html\">Art. 6 Abs. 1 und 2 GG<\/a> ihren Schutz. Kinder m\u00fcssen sich frei von \u00f6ffentlicher Beobachtung entwickeln k\u00f6nnen, und dieser Schutz strahlt auf die Eltern aus \u2013 nicht als blo\u00dfer Reflex, sondern als eigenes Recht des Elternteils. Die Abw\u00e4gung f\u00e4llt damit klar zugunsten Fischers aus: Die Ver\u00f6ffentlichung verletzt ihr allgemeines Pers\u00f6nlichkeitsrecht, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a7 823 Abs. 1 BGB<\/a> i.V.m. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/2.html\" title=\"Art. 2 GG\">Art. 2 Abs. 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/1.html\" title=\"Art. 1 GG\">Art. 1 Abs. 1 GG<\/a>.<\/p>\n<h2>Die Entsch\u00e4digung: Warum 25.000 Euro trotzdem nicht flie\u00dfen<\/h2>\n<p>Hier trennt der BGH scharf. Eine Geldentsch\u00e4digung setzt nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung zweierlei voraus: einen <strong>schwerwiegenden<\/strong> Eingriff und die Feststellung, dass sich die Beeintr\u00e4chtigung <strong>nicht anderweitig befriedigend ausgleichen<\/strong> l\u00e4sst. Beides verneint der Senat.<\/p>\n<h3>1. Keine hinreichende Schwere des Eingriffs<\/h3>\n<p>Die Fotos zeigen nach Auffassung des Gerichts keine intimen Momente famili\u00e4rer Vertrautheit, sondern den in der \u00d6ffentlichkeit selbstverst\u00e4ndlichen Umgang mit einem S\u00e4ugling: Halten, Tragen, Anl\u00e4cheln, Umlagern. Die Berichterstattung war zudem nicht rufsch\u00e4digend, sondern positiv gehalten. Auch die heimliche Entstehung der Aufnahmen macht den Eingriff nicht automatisch schwer \u2013 wer so prominent ist wie Fischer, muss nach Ansicht des Senats im \u00f6ffentlichen Raum mit Beobachtung rechnen. Die gro\u00dfe Reichweite der Plattform und die Attraktivit\u00e4t des Videoformats \u00e4ndern daran nichts. Anhaltspunkte f\u00fcr eine bewusste Rechtsverletzung zur wirtschaftlichen Ausbeutung sah der BGH ebenfalls nicht; eine Entsch\u00e4digung wegen sogenannter Zwangskommerzialisierung scheidet damit aus.<\/p>\n<h3>2. Die Unterlassungserkl\u00e4rung als anderweitiger Ausgleich<\/h3>\n<p>Zus\u00e4tzlich verweist der Senat auf die strafbewehrte Unterlassungserkl\u00e4rung: Gegen eine Wiederholung k\u00f6nne sich Fischer damit effektiv wehren. Der Geldentsch\u00e4digungsanspruch ist subsidi\u00e4r \u2013 wo Unterlassung gen\u00fcgt, bleibt f\u00fcr Geld kein Raum.<\/p>\n<p>Genau an dieser Stelle liegt der wunde Punkt der Entscheidung. Eine Unterlassungserkl\u00e4rung erfasst die konkrete Verletzungsform: dieselben Bilder im selben Kontext. Bei neuen Aufnahmen oder einer Verbreitung in anderem Zusammenhang beginnt das Spiel von vorn. Der \u201eanderweitige Ausgleich&#8221;, auf den der BGH verweist, sch\u00fctzt also deutlich weniger, als es auf den ersten Blick scheint. F\u00fcr Paparazzi-Redaktionen l\u00e4sst sich das Urteil auch so lesen: Der erste rechtswidrige Schuss ist gratis, solange man freundlich textet.<\/p>\n<h2>Kein Ausrei\u00dfer: Die Parallelverfahren vom 21. Juli 2026<\/h2>\n<p>Dass es sich nicht um eine Einzelfallentscheidung handelt, zeigen drei weitere Urteile desselben Senats vom 21.07.2026. Auch gegen\u00fcber den Zeitschriften <em>Superillu<\/em> und <em>Freizeitwoche<\/em> blieb Fischer mit Entsch\u00e4digungsforderungen erfolglos (Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=BGH&amp;Datum=21.07.2026&amp;Aktenzeichen=VI%20ZR%20398\/24\">VI ZR 398\/24<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=BGH&amp;Datum=21.07.2026&amp;Aktenzeichen=VI%20ZR%20401\/24\">VI ZR 401\/24<\/a>): rechtswidrige Ver\u00f6ffentlichungen, aber Alltagssituationen ohne die erforderliche Eingriffstiefe.<\/p>\n<p>Interessant ist vor allem das dritte Verfahren um eine ganze Artikelserie (Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Gericht=BGH&amp;Datum=21.07.2026&amp;Aktenzeichen=VI%20ZR%20400\/24\">VI ZR 400\/24<\/a>): F\u00fcnf Magazine desselben Verlags hatten binnen weniger Wochen sechsmal \u00fcber die frisch gebackene Mutter berichtet. Der BGH stellt klar, dass sich mehrere f\u00fcr sich genommen leichtere Eingriffe zu einer schweren Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzung summieren k\u00f6nnen \u2013 allerdings nur, wenn der Verlag hartn\u00e4ckig weiterver\u00f6ffentlicht, obwohl ihm die Unzul\u00e4ssigkeit bereits vor Augen gef\u00fchrt wurde. Im konkreten Fall waren alle sechs Artikel erschienen, bevor die erste einstweilige Verf\u00fcgung zugestellt war. Das Timing rettete den Verlag.<\/p>\n<h2>Was Betroffene daraus mitnehmen sollten<\/h2>\n<p>Die Fischer-Urteile best\u00e4tigen eine Linie, die wir aus der Praxis kennen und auf unserer Themenseite zu <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/schadensersatz-und-schmerzensgeld-bei-persoenlichkeitsrechtsverletzungen\/\">Schadensersatz und Schmerzensgeld bei Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen<\/a> mit konkreten Betr\u00e4gen dokumentieren: Die Geldentsch\u00e4digung ist ultima ratio. Gerichte sprechen sie zu, wenn die Intimsph\u00e4re betroffen ist, unwahre oder rufsch\u00e4digende Behauptungen im Raum stehen oder ein Medium beharrlich weitermacht \u2013 von 2.000 Euro f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/2-000-e-geldentschaedigung-fuer-auf-demonstration-rechtswidrig-gefilmte-polizistin\/\">rechtswidrig gefilmte Polizistin<\/a> \u00fcber 60.000 Euro f\u00fcr Corinna Schumacher bis zu 395.000 Euro f\u00fcr J\u00f6rg Kachelmann.<\/p>\n<p>Wer dagegen \u201enur&#8221; ungefragt in einer neutralen oder gar freundlichen Alltagssituation gezeigt wird, hat starke Unterlassungs- und Beseitigungsanspr\u00fcche, aber schwache Karten beim Geld. Daraus folgt f\u00fcr die Strategie:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Schnelligkeit vor Summenfantasie:<\/strong> Unterlassungserkl\u00e4rung oder einstweilige Verf\u00fcgung stoppen die Verbreitung und dokumentieren die Kenntnis der Gegenseite. Erst diese Kenntnis macht sp\u00e4tere Wiederholungen zur \u201ehartn\u00e4ckigen&#8221; Verletzung, die eine Entsch\u00e4digung tragen kann.<\/li>\n<li><strong>Jede neue Ver\u00f6ffentlichung einzeln angreifen:<\/strong> Die Unterlassungserkl\u00e4rung deckt nur die konkrete Verletzungsform. Neue Bilder, neuer Kontext, neuer Anspruch.<\/li>\n<li><strong>Entsch\u00e4digungsklagen realistisch kalkulieren:<\/strong> Ohne Intimsph\u00e4re, Rufschaden oder Beharrlichkeit ist das Prozessrisiko erheblich. Fischer tr\u00e4gt nun die Kosten von drei Instanzen.<\/li>\n<\/ul>\n<div style=\"background: #EFF3F9; border-left: 5px solid #263E96; padding: 24px 28px; margin: 0 0 40px;\">\n<p style=\"margin: 0;\"><strong>Aus der LHR-Praxis:<\/strong> Der h\u00e4ufigste Fehler ist die umgekehrte Reihenfolge \u2013 erst monatelang \u00fcber eine Entsch\u00e4digung verhandeln, dann an die Unterlassung denken. Wer zu lange wartet, verliert das Eilverfahren und liefert der Gegenseite zugleich das Argument, so schwer k\u00f6nne die Verletzung nicht gewesen sein.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"background: #0A2C52; padding: 32px 36px; margin: 0 0 48px;\">\n<p style=\"margin: 0 0 12px; font-size: 20px; line-height: 1.4; color: #ffffff;\"><strong>Ungefragt in Presse oder Social Media abgebildet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin: 0 0 24px; color: #d7e3f4;\">Wir pr\u00fcfen kurzfristig, welche Anspr\u00fcche in Ihrem Fall wirklich durchsetzbar sind \u2013 Unterlassung, Beseitigung und, wo die H\u00fcrden erreichbar sind, Geldentsch\u00e4digung. Bei laufender Berichterstattung erhalten Sie typischerweise binnen 24 Stunden eine erste Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background: #FFFFFF; color: #0a2c52; padding: 14px 28px; font-weight: bold; text-decoration: none;\" href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/kontakt\/\">Jetzt Kontakt aufnehmen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"background: #EFF3F9; padding: 36px 40px 28px; margin: 0 0 48px;\">\n<h2 style=\"margin-top: 0;\">H\u00e4ufige Fragen zur Geldentsch\u00e4digung bei Bildver\u00f6ffentlichungen<\/h2>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6; padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Bekomme ich automatisch Geld, wenn ein Foto von mir rechtswidrig ver\u00f6ffentlicht wurde?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; transition: transform .2s;\">+<\/span><\/summary>\n<p>Nein. Die Rechtswidrigkeit begr\u00fcndet Unterlassungs- und Beseitigungsanspr\u00fcche. Eine Geldentsch\u00e4digung setzt zus\u00e4tzlich einen schwerwiegenden Eingriff voraus, der sich nicht anderweitig ausgleichen l\u00e4sst. Der BGH hat das in den Helene-Fischer-Verfahren 2026 erneut best\u00e4tigt.<\/p>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6; padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Wann ist eine Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzung \u201eschwerwiegend&#8221;?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; transition: transform .2s;\">+<\/span><\/summary>\n<p>Ma\u00dfgeblich sind Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, die Reichweite der Ver\u00f6ffentlichung, Anlass und Beweggrund sowie der Grad des Verschuldens. Typische F\u00e4lle sind Eingriffe in die Intimsph\u00e4re, unwahre oder rufsch\u00e4digende Behauptungen und hartn\u00e4ckige Weiterver\u00f6ffentlichungen trotz Verbots. Neutrale Alltagsaufnahmen erreichen diese Schwelle in der Regel nicht.<\/p>\n<\/details>\n<details style=\"border-bottom: 1px solid #C9D6E6; padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold;\">Sch\u00fctzt mich eine Unterlassungserkl\u00e4rung vor weiteren Ver\u00f6ffentlichungen?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; transition: transform .2s;\">+<\/span><\/summary>\n<p>Nur eingeschr\u00e4nkt. Sie erfasst die konkrete Verletzungsform, also dieselben Aufnahmen im selben Kontext. Gegen neue Fotos oder eine Verbreitung in anderem Zusammenhang muss erneut vorgegangen werden. Gerade deshalb sollte jede neue Ver\u00f6ffentlichung konsequent und z\u00fcgig angegriffen werden.<\/p>\n<\/details>\n<details style=\"padding: 14px 0;\">\n<summary style=\"display: flex; justify-content: space-between; align-items: center; gap: 16px; cursor: pointer; font-weight: bold;\">K\u00f6nnen mehrere kleinere Verletzungen zusammen eine Entsch\u00e4digung begr\u00fcnden?<span class=\"lhr-faq-toggle\" style=\"flex: 0 0 28px; width: 28px; height: 28px; display: flex; align-items: center; justify-content: center; border: 1px solid #263E96; color: #263e96; font-size: 19px; transition: transform .2s;\">+<\/span><\/summary>\n<p>Ja, das hat der BGH im Verfahren um die Artikelserie \u00fcber Helene Fischer ausdr\u00fccklich anerkannt (Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20400\/24\" title=\"BGH, 21.07.2026 - VI ZR 400\/24: Zu den Voraussetzungen eines Anspruchs auf Zahlung einer Gelden...\">VI ZR 400\/24<\/a>). Voraussetzung ist aber, dass der Verletzer weiterver\u00f6ffentlicht, obwohl ihm die Unzul\u00e4ssigkeit bereits \u2013 etwa durch Abmahnung oder einstweilige Verf\u00fcgung \u2013 bekannt gemacht wurde. Deshalb ist die schnelle Zustellung eines Verbots auch f\u00fcr sp\u00e4tere Zahlungsanspr\u00fcche entscheidend.<\/p>\n<\/details>\n<\/div>\n<h2>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/schadensersatz-und-schmerzensgeld-bei-persoenlichkeitsrechtsverletzungen\/\">Schadensersatz und Schmerzensgeld bei Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen \u2013 Voraussetzungen, Betr\u00e4ge, Beispiele<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/medienrecht-persoenlichkeitsrecht\/\">Ruf &amp; Berichterstattung sch\u00fctzen \u2013 Medienrecht &amp; Pers\u00f6nlichkeitsrecht bei LHR<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/2-000-e-geldentschaedigung-fuer-auf-demonstration-rechtswidrig-gefilmte-polizistin\/\">2.000 \u20ac Geldentsch\u00e4digung f\u00fcr rechtswidrig gefilmte Polizistin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/eine-million-euro-schadensersatz-fuer-altkanzler-kohl\/\">Eine Million Euro Schadensersatz f\u00fcr Altkanzler Kohl<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><!-- FAQPage-JSON-LD: falls KSES den script-Tag strippt, via Code Snippets \/ Schema Pro einbinden. {Beitrags-URL} ersetzen. --><br \/>\n<script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"{Beitrags-URL}#webpage\"},\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Bekomme ich automatisch Geld, wenn ein Foto von mir rechtswidrig ver\u00f6ffentlicht wurde?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Nein. 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