{"id":7050,"date":"2011-09-05T09:12:42","date_gmt":"2011-09-05T07:12:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=7050"},"modified":"2017-04-07T12:31:19","modified_gmt":"2017-04-07T11:31:19","slug":"schadensersatz-in-hohe-von-13-milliarden-dollar-fur-urheberrechtsverletzung-durch-sap-vorerst-gekippt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/schadensersatz-in-hohe-von-13-milliarden-dollar-fur-urheberrechtsverletzung-durch-sap-vorerst-gekippt\/","title":{"rendered":"Schadensersatz in H\u00f6he von 1,3 Milliarden Dollar f\u00fcr Urheberrechtsverletzung durch SAP vorerst gekippt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"bezeichnet eine mit Hilfe eines Rituals oder eines Mediums gewonnene transzendente, h\u00e4ufig g\u00f6ttliche Offenbarung, die der Beantwortung von Zukunfts- oder Entscheidungsfragen dient.\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/oracle.jpg\" alt=\"\" \/> Wie <a href=\"http:\/\/www.heise.de\">heise online<\/a> berichtet, ist der deutsche Softwareriese SAP \u2013 vorerst \u2013 der in der Geschichte h\u00f6chsten Schadenersatzfoderung f\u00fcr Urheberrechtsverletzungen entgangen.<\/p>\n<p>Anlass des Rechtsstreits (Case: Oracle Corp. v. SAP AG (SAP), 07-01658, U.S. District Court, Northern District of California (Oakland)). war, dass sich das Tochterunternehmen der SAP \u2013 TomorrowNow \u2013 als Kunde von Oracle ausgegeben und Updatedateien von Oracle heruntergeladen hatte. Dies gaben die Vertreter von SAP im Rechtsstreit auch zu. Daher wurde \u201elediglich\u201c noch \u00fcber die H\u00f6he des zu leistenden Schadenersatzes gestritten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Oracle den Schadenersatz anhand der hypothetisch entgangenen Lizenzgeb\u00fchr berechnete (hypothetical license) und daher eine Summe in H\u00f6he von 1,3 Milliarden US-Dollar ansetzt, sind die Vertreter der SAP der Ansicht, nur den tats\u00e4chlich entstandenen Schaden ersetzen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber die H\u00f6he des tats\u00e4chlich entstandenen Schadens besteht Streit. Nach Angaben von <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ix\/meldung\/SAP-will-Schadenersatz-fuer-Oracle-reduzieren-1279117.html\">heise<\/a> geht SAP von 28 Millionen US-Dollar aus, von der Gegenseite Oracle werden hierf\u00fcr 408 Millionen Dollar angesetzt.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland wird \u00fcber die H\u00f6he des zu leistenden Schadenersatzes bei Urheberrechtsverletzungen sehr h\u00e4ufig vor Gericht gestritten. In Deutschland hat der in seinen Rechten Verletzte die Wahl zwischen drei verschiedenen Berechnungsmodellen in Bezug auf den an ihn zu zahlenden Schadenersatz. Ausgehend von dem Grundsatz, dass derjenige, der eine Urheberrechtsverletzung vors\u00e4tzlich oder fahrl\u00e4ssig begeht, dem Verletzten zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet ist, kann der in seinen Rechten Verletzte zwischen dem konkreten Schaden, dem Verletzergewinn oder der sogenannten Lizenzanalogie zur Bestimmung der H\u00f6he des zu zahlenden Schadenersatzes w\u00e4hlen:<\/p>\n<p>&#8211; Verletzergewinn<br \/>\nDer Verletzte kann als Schadenersatz den Gewinn verlangen, den der Verletzer durch die Urheberrechtsverletzung erlangt hat. Dies wird bereits im <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/97.html\" title=\"&sect; 97 UrhG: Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz\">\u00a7 97 Abs. 2 S. 2 UrhG<\/a> zum Ausdruck gebracht.<\/p>\n<p>&#8211; Lizenzanalogie<br \/>\nDer Schadenersatzanspruch kann zudem anhand einer sog. Lizenzanalogie berechnet und gefordert werden, geregelt in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/97.html\" title=\"&sect; 97 UrhG: Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz\">\u00a7 97 Abs. 2 S. 3 UrhG<\/a>. Diese fiktive Lizenzgeb\u00fchr berechnet sich anhand des Betrages, den der Verletzer dem Urheber als angemessene Verg\u00fctung h\u00e4tte bezahlen m\u00fcssen (vgl. BGH <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%201990,%201008\" title=\"BGH, 22.03.1990 - I ZR 59\/88: &quot;Lizenzanalogie&quot;; Schadensberechnung bei ungenehmigter Verwertung...\">GRUR 1990, 1008<\/a>, 1009). Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Verletzer willens oder in der Lage gewesen w\u00e4re, zu den vorgegebenen Bedingungen einen tats\u00e4chlichen Lizenzvertrag abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8211; konkreter Schaden<br \/>\nZuletzt kann auch der konkrete Schaden in Geld ersetzt werden.<\/p>\n<p>Im Rechtsstreit zwischen SAP und Oracle kam die kalifornische Richterin nunmehr zu dem Ergebnis, dass der Schadenersatz in H\u00f6he von 1,3 Milliarden US-Dollar zu hoch angesetzt sei und kassierte den Urteilsspruch der Jury.<\/p>\n<p>Nach deutschem Recht h\u00e4tte die Richterin ihre Entscheidung damit begr\u00fcnden k\u00f6nnen, dass die berechnete Summe in H\u00f6he von 1,3 Milliarden US-Dollar keine angemessene Verg\u00fctung sei.<\/p>\n<p>Wie hoch der Schadenersatz \u2013 den SAP an Oracle leisten muss \u2013 am Ende sein wird, bleibt abzuwarten. Nach dem obigen Bericht von heise online soll die Richterin eine Strafzahlung in H\u00f6he von 272 Millionen US-Dollar vorgeschlagen haben.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nDer Fall zeigt eindrucksvoll, wie teuer Urheberrechtsverletzungen f\u00fcr Unternehmen werden k\u00f6nnen. Zudem bietet er allerdings auch ein Paradebeispiel f\u00fcr die Haftung von Unternehmen, in Bezug auf die Zurechnung von Urheberrechtsverst\u00f6\u00dfen nach dem Motto: \u201eUnternehmen haften f\u00fcr Ihre T\u00f6chter\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie heise online berichtet, ist der deutsche Softwareriese SAP \u2013 vorerst \u2013 der in der Geschichte h\u00f6chsten Schadenersatzfoderung f\u00fcr Urheberrechtsverletzungen entgangen. Anlass des Rechtsstreits (Case: Oracle Corp. v. 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