{"id":702,"date":"2006-12-15T14:28:00","date_gmt":"2006-12-15T12:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=77"},"modified":"2006-12-15T14:28:00","modified_gmt":"2006-12-15T12:28:00","slug":"olg-hamburg-nicht-jede-unzulassige-bestimmung-in-agb-ist-wettbewerbsverstos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/olg-hamburg-nicht-jede-unzulassige-bestimmung-in-agb-ist-wettbewerbsverstos\/","title":{"rendered":"OLG Hamburg: Nicht jede unzul\u00e4ssige Bestimmung in AGB ist Wettbewerbsversto\u00df"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;text-align: justify\">Heute wurde ein Beschluss des OLG Hamburg, vom 13.11.2006, 5 U W 162\/06 &#8211;<br \/>\n&#8211; (rechtskr\u00e4ftig) &#8211; bekannt, der dem Abmahnwahn einen weiteren D\u00e4mpfer versetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dort ist man n\u00e4mlich (wie schon in K\u00f6ln) der Meinung, dass nicht jeder Versto\u00df gegen die verbrauchersch\u00fctzenden Bestimmungen der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7\u00a7 307 ff. BGB<\/a>, die sich mit unzul\u00e4ssigen Klauseln in Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen besch\u00e4ftigen, auch ein Versto\u00df gegen lauteren Wettbewerb ist.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde des Beschlusses liegen leider noch nicht vor.<\/p>\n<p>Die Leits\u00e4tze lauten wie folgt:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\">\n<div style=\"text-align: justify\">\n<blockquote><p>\u00a7<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7\u00a7 4 Nr.11 UWG<\/a>, \u00a7\u00a7 307 ff.BGB<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>1. Nicht jede verbrauchersch\u00fctzende Norm ist zugleich eine solche, die im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7 4 Nr.11 UWG<\/a> auch dazu bestimmt ist, das Marktverhalten zu regeln.<\/p>\n<p>2. Bei den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7\u00a7 307 ff. BGB<\/a> handelt es sich ebenso wie bei den sonstigen Vorschriften des BGB, nach denen vertragliche Absprachen unwirksam sein k\u00f6nnen \u2013 z.B. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/134.html\" title=\"&sect; 134 BGB: Gesetzliches Verbot\">\u00a7\u00a7 134<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/138.html\" title=\"&sect; 138 BGB: Sittenwidriges Rechtsgesch&auml;ft; Wucher\">138<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/242.html\" title=\"&sect; 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben\">242 BGB<\/a> \u2013 um Bestimmungen, die darauf gerichtet sind, das individuelle Verh\u00e4ltnis der Vertragsparteien zu regeln. Nicht jede Verwendung einer nach den \u00a7\u00a7 307 ff. unwirksamen AGB-Klausel ist auch wettbewerbswidrig nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">\u00a7 4 Nr.11 UWG<\/a>. Hierf\u00fcr ist es erforderlich, dass die Klausel sich bei der Nachfrageentscheidung des Verbrauchers auswirkt und nicht erst bei der Durchf\u00fchrung des Vertrages, z.B. bei Leistungsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\">\nF\u00fcr diese Einsch\u00e4tzung sprechen bei vielen rechtswidrigen Klauseln auch gesetzessystematische Gr\u00fcnde. Denn das Gesetz \u00fcber Unterlassungsklagen bei Verbraucherrechts- und anderen Verst\u00f6\u00dfen (UklaG) weist die Ahndung von Verst\u00f6ssen gegen verbraucherschutzgesetzwidrige Praktiken und die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/307.html\" title=\"&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle\">\u00a7\u00a7 307 ff. BGB<\/a> ausdr\u00fccklich den in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UKlaG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UKlaG: Anspruchsberechtigte Stellen\">\u00a7 3 UklaG<\/a> genannten anspruchsberechtigten Stellen zu. Daher l\u00e4sst sich das Argument h\u00f6ren, Wettbewerber seien von der Verfolgung dieser Verst\u00f6sse ausgeschlossen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\">Wir warten gespannt auf die Begr\u00fcndung des OLG Hamburg. (la)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wurde ein Beschluss des OLG Hamburg, vom 13.11.2006, 5 U W 162\/06 &#8211; &#8211; (rechtskr\u00e4ftig) &#8211; bekannt, der dem Abmahnwahn einen weiteren D\u00e4mpfer versetzen k\u00f6nnte. Dort ist man n\u00e4mlich (wie schon in K\u00f6ln) der Meinung, dass nicht jeder Versto\u00df gegen die verbrauchersch\u00fctzenden Bestimmungen der \u00a7\u00a7 307 ff. BGB, die sich mit unzul\u00e4ssigen Klauseln in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[],"class_list":["post-702","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-wettbewerbsrecht-kartellrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}