{"id":69559,"date":"2025-09-27T05:02:06","date_gmt":"2025-09-27T03:02:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=69559"},"modified":"2025-09-27T05:07:17","modified_gmt":"2025-09-27T03:07:17","slug":"adwords-sperre-ev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wettbewerbsrecht-kartellrecht\/adwords-sperre-ev\/","title":{"rendered":"LHR-Praxisfall: LG Hamburg erl\u00e4sst einstweilige Verf\u00fcgung gegen Google Ads-Sperrung ohne Begr\u00fcndung"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-69563 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GoogleAds-EV-414x414.jpg\" alt=\"\" width=\"414\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GoogleAds-EV-414x414.jpg 414w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GoogleAds-EV-620x620.jpg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GoogleAds-EV-207x207.jpg 207w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GoogleAds-EV-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GoogleAds-EV.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 414px) 100vw, 414px\" \/>Das Landgericht Hamburg (Beschluss vom 26.09.2025, Az. 415 HKO 85\/25) hat Google Ireland Limited per einstweiliger Verf\u00fcgung untersagt, den Google-Ads-Account der Antragstellerin mit einem pauschalen Hinweis auf die angebliche \u201eUmgehung von Systemen\u201c zu sperren.<\/em><\/p>\n<h2>GoogleAds-Sperrung wegen &#8220;Umgehung von Systemen&#8221;<\/h2>\n<p>Die Antragstellerin \u2013 ein Unternehmen, das in erheblichem Umfang \u00fcber Google Ads wirbt \u2013 war von Google ohne n\u00e4here Begr\u00fcndung gesperrt worden.<\/p>\n<p>In den Mitteilungen wurde lediglich pauschal ein Versto\u00df gegen die Richtlinien wegen \u201eUmgehung von Systemen\u201c behauptet. Eine konkrete Erl\u00e4uterung, welche Anzeigen oder Ma\u00dfnahmen dies betreffen sollte, blieb aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Antragstellerin hatte die Sperrung gravierende Folgen: Sie konnte keine Werbung mehr \u00fcber die wichtigste Plattform im Online-Marketing schalten. Die drohenden Umsatzverluste beliefen sich auf Millionenbetr\u00e4ge.<\/p>\n<h2>Entscheidung des Gerichts<\/h2>\n<p>Das Landgericht Hamburg stellte klar, dass die Antragstellerin einen vertraglichen Anspruch aus den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/241.html\" title=\"&sect; 241 BGB: Pflichten aus dem Schuldverh&auml;ltnis\">\u00a7\u00a7 241<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\" title=\"&sect; 280 BGB: Schadensersatz wegen Pflichtverletzung\">280<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/249.html\" title=\"&sect; 249 BGB: Art und Umfang des Schadensersatzes\">249<\/a> ff. BGB sowie einen kartellrechtlichen Anspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GWB\/33.html\" title=\"&sect; 33 GWB: Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch\">\u00a7\u00a7 33<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GWB\/19.html\" title=\"&sect; 19 GWB: Verbotenes Verhalten von marktbeherrschenden Unternehmen\">19 GWB<\/a> hat, an den Advertorial-Auktionen teilnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da Google keinerlei nachvollziehbare Gr\u00fcnde f\u00fcr die Sperrung vorgelegt hatte, sah die Kammer die Voraussetzungen f\u00fcr den Erlass einer Leistungsverf\u00fcgung als erf\u00fcllt an. Angesichts der drohenden erheblichen wirtschaftlichen Sch\u00e4den k\u00f6nne der Antragstellerin ein Abwarten bis zur Hauptsacheklage nicht zugemutet werden.<\/p>\n<p>Der Streitwert wurde vom Gericht auf <strong>2.000.000 \u20ac<\/strong> festgesetzt \u2013 ein Hinweis auf die wirtschaftliche Dimension des Falls und die existenzielle Bedeutung von Werbem\u00f6glichkeiten \u00fcber Google.<\/p>\n<h2>Bedeutung f\u00fcr Werbetreibende<\/h2>\n<p>Der Beschluss verdeutlicht, dass sich Unternehmen gegen undurchsichtige oder nicht begr\u00fcndete Sperrungen von Google-Ads-Konten zur Wehr setzen k\u00f6nnen. Gerade bei pauschalen Sperrungen ohne konkrete Nachweise ist es m\u00f6glich, einstweiligen Rechtsschutz zu erlangen, wenn andernfalls erhebliche Umsatzausf\u00e4lle drohen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Werbetreibende zeigt sich: Google agiert mit seinen Entscheidungen faktisch wie eine \u201ePrivatbeh\u00f6rde\u201c \u2013 die Gerichte jedoch stellen sicher, dass Plattformmacht nicht ohne Rechtfertigung zum existenziellen Risiko f\u00fcr Unternehmen wird.<\/p>\n<p><em>(Offenlegung: Bei der Antragstellerin handelt es sich um eine Mandantin von LHR.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Hamburg (Beschluss vom 26.09.2025, Az. 415 HKO 85\/25) hat Google Ireland Limited per einstweiliger Verf\u00fcgung untersagt, den Google-Ads-Account der Antragstellerin mit einem pauschalen Hinweis auf die angebliche \u201eUmgehung von Systemen\u201c zu sperren. 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