{"id":69551,"date":"2025-09-26T01:25:21","date_gmt":"2025-09-25T23:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=69551"},"modified":"2025-09-26T01:39:41","modified_gmt":"2025-09-25T23:39:41","slug":"chat-gpt-ai-slop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/kurioses-und-interessantes\/chat-gpt-ai-slop\/","title":{"rendered":"LHR-Praxisfall: Wenn Mandanten mit ChatGPT \u201evorgearbeitet\u201c haben"},"content":{"rendered":"

\"\"Immer h\u00e4ufiger begegnen uns in der Beratung Texte, die offensichtlich von KI erstellt wurden \u2013 sei es bei Mandatsanfragen, bei strategischen Diskussionen in Unternehmen oder bei vermeintlich fundierten Whitepapern. <\/em><\/p>\n

Sie wirken professionell, sind aber oft fehlerhaft, oberfl\u00e4chlich oder schlicht unbrauchbar. <\/em>Beispiele aus der Praxis und eine neue Studie zeigen, wie gro\u00df der Schaden durch diese Form von \u201eAI Slop\u201c tats\u00e4chlich ist.<\/em><\/p>\n

Wenn Mandanten mit ChatGPT \u201evorgearbeitet\u201c haben: Warum KI-Sachverhaltsschilderungen oft mehr Probleme als L\u00f6sungen schaffen<\/h2>\n

In der t\u00e4glichen Praxis erreichen uns immer h\u00e4ufiger Mandatsanfragen, bei denen der zugrunde liegende Sachverhalt erkennbar nicht vom Mandanten selbst stammt, sondern von ChatGPT oder einem anderen KI-Tool generiert wurde. Diese Texte wirken auf den ersten Blick strukturiert und professionell, enthalten aber fast immer schwerwiegende Probleme: voreilige \u2013 in der Regel falsche \u2013 rechtliche Einsch\u00e4tzungen und oft sogar konkrete Handlungsanweisungen. Bevor eine fundierte Rechtsberatung einsetzen kann, muss dieser KI-bedingte Irrweg daher erst einmal korrigiert werden.<\/p>\n

Das “unbekannte” Whitepaper<\/h2>\n

Ein \u00e4hnlich aufschlussreiches Erlebnis hatten wir k\u00fcrzlich bei einer Strategiebesprechung mit einem gr\u00f6\u00dferen Unternehmen. Auf unserer Seite nahmen mehrere Anw\u00e4lte teil, auf der anderen die vollst\u00e4ndige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung.<\/p>\n

Grundlage der Diskussion war ein Whitepaper, das schon beim ersten Lesen \u201eauff\u00e4llig nach ChatGPT roch\u201c. In der Besprechung stellte sich dann heraus: Niemand in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung hatte das Paper tats\u00e4chlich gelesen \u2013 und selbst derjenige, der es erstellt hatte, konnte gar nicht genau erkl\u00e4ren, was er da eigentlich produziert hatte.<\/p>\n

Wenn einzelne Bullet Points daraus angesprochen wurden, dann nur isoliert, keinesfalls als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Gesamtkonzepts. Das wirkte nicht nur etwas skurril, sondern machte auch deutlich, wie schnell KI-Inhalte als blo\u00dfes F\u00fcllmaterial herhalten, ohne dass sie wirklich Substanz oder Handlungsrelevanz haben.<\/p>\n

\u201eAI Workslop\u201c \u2013 wenn scheinbar professionelle Inhalte Produktivit\u00e4t vernichten<\/h2>\n

An dieser Stelle lohnt der Hinweis auf ein LinkedIn-Posting von Tobias Vo\u00dfberg<\/strong>, der das Ph\u00e4nomen treffend aufgegriffen und in einen gr\u00f6\u00dferen Kontext eingeordnet hat (Link zum Originalbeitrag<\/a>). Er verweist darin auf eine aktuelle Untersuchung von Stanford University, MIT und BetterUp Labs<\/strong><\/a>, die zeigt, welche massiven Produktivit\u00e4tsverluste entstehen k\u00f6nnen, wenn Unternehmen ungefiltert auf KI-Inhalte setzen.<\/p>\n