{"id":68956,"date":"2025-04-29T06:59:18","date_gmt":"2025-04-29T04:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=68956"},"modified":"2025-04-29T07:11:59","modified_gmt":"2025-04-29T05:11:59","slug":"bonitaet-gerichtsurteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/bonitaet-gerichtsurteil\/","title":{"rendered":"LG Bamberg erkl\u00e4rt SCHUFA-Scoring f\u00fcr rechtswidrig \u2013 Auswirkungen f\u00fcr Verbraucher und Unternehmen"},"content":{"rendered":"

\"\"Am 26. M\u00e4rz 2025 hat das Landgericht Bamberg ein entscheidendes Urteil zum SCHUFA-Scoring erlassen (Az. 41 O 749\/24<\/a> KOIN). <\/em><\/p>\n

Das Gericht erkl\u00e4rte die automatisierte Bonit\u00e4tsbewertung (Scoring) der SCHUFA f\u00fcr rechtswidrig, da diese gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verst\u00f6\u00dft. Besonders betont wurde dabei, dass automatisierte Entscheidungen ohne menschliche \u00dcberpr\u00fcfung und ohne ausreichende Transparenz zu einer Verletzung der Rechte betroffener Personen f\u00fchren k\u00f6nnen. <\/em><\/p>\n

Das Gericht gab dem klagenden Verbraucher 1.000 \u20ac immateriellen Schadensersatz und stellte fest, dass der Score, der \u00fcber die Kreditw\u00fcrdigkeit einer Person entscheidet, ma\u00dfgeblich und unzul\u00e4ssig ist, wenn keine menschliche Entscheidung im Verlauf des Prozesses stattfindet.<\/em><\/p>\n

Dieses Urteil setzt den EuGH-Urteil vom 7. Dezember 2023 um, in dem der Europ\u00e4ische Gerichtshof bereits klargestellt hatte, dass automatisierte Bonit\u00e4tsbewertungen, die eine wichtige Grundlage f\u00fcr Vertr\u00e4ge (z. B. Kredite) darstellen, automatisch unter Art. 22 DSGVO<\/a> fallen.<\/p>\n

Das Landgericht Bamberg best\u00e4tigte diese Rechtsauffassung nun auf nationaler Ebene und forderte die SCHUFA und andere Auskunfteien zu einer umfassenden \u00dcberarbeitung ihrer Verfahren auf.<\/p>\n

Auswirkungen f\u00fcr nat\u00fcrliche Personen<\/h2>\n

Das Urteil betrifft direkt und unmittelbar den Schutz nat\u00fcrlicher Personen nach der DSGVO.<\/p>\n

Verbraucher, deren Bonit\u00e4tswert automatisiert ermittelt und zur Ablehnung von Krediten oder anderen Vertr\u00e4gen gef\u00fchrt hat, k\u00f6nnen jetzt Anspr\u00fcche auf Schadenersatz geltend machen.<\/p>\n

Die DSGVO sch\u00fctzt nat\u00fcrliche Personen vor automatisierten Entscheidungen, die rechtsverbindliche Folgen haben, wenn diese Entscheidungen auf Daten basieren, die ohne menschliche \u00dcberpr\u00fcfung verarbeitet werden.<\/p>\n

Die Kernpunkte des Urteils lauten:<\/p>\n