{"id":68771,"date":"2025-03-13T02:48:54","date_gmt":"2025-03-13T00:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=68771"},"modified":"2025-03-13T02:50:15","modified_gmt":"2025-03-13T00:50:15","slug":"eugh-datenschutz-schufa-crefo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/datenschutzrecht\/eugh-datenschutz-schufa-crefo\/","title":{"rendered":"EuGH-Urteil: SCHUFA &#038; Creditreform \u2013 Welche Rechte Sie jetzt haben und wie Sie sie durchsetzen"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-68774 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/court-of-justice-of-the-eu.jpg\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/court-of-justice-of-the-eu.jpg 253w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/court-of-justice-of-the-eu-207x207.jpg 207w\" sizes=\"(max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/>Ein negativer Schufa- oder Creditreform-Eintrag kann gravierende Folgen haben: Ob es um den neuen Handyvertrag, die Wohnungssuche oder einen Kredit geht \u2013 Ihre Bonit\u00e4t entscheidet mit. Umso wichtiger ist es, die eigenen Rechte gegen\u00fcber Auskunfteien wie SCHUFA und Creditreform zu kennen. Welche Daten speichern diese Unternehmen \u00fcber Sie? Stimmen die Eintr\u00e4ge? Und wie lassen sich falsche oder veraltete Informationen l\u00f6schen? <\/em><\/p>\n<p><em>In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Datenschutzrechte Ihnen laut DSGVO zustehen, wie Sie diese praxisnah durchsetzen (inklusive Muster f\u00fcr eine Auskunftsanfrage) und was ein aktuelles EuGH-Urteil vom 27. Februar 2025 (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=C\u00e2\u0080\u0091203\/22\" title=\"C&acirc;&#128;&#145;203\/22 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">C\u2011203\/22<\/a>, Dun &amp; Bradstreet Austria) f\u00fcr mehr Transparenz bei Bonit\u00e4tsausk\u00fcnften bedeutet. Am Ende zeigen wir, warum bei hartn\u00e4ckigen F\u00e4llen professionelle Unterst\u00fctzung \u2013 etwa durch LHR Rechtsanw\u00e4lte \u2013 sinnvoll sein kann.<\/em><\/p>\n<h2>Ihre Datenschutz-Rechte gegen\u00fcber SCHUFA &amp; Creditreform<\/h2>\n<p>Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gibt Verbrauchern starke Rechte an die Hand, um Kontrolle \u00fcber ihre personenbezogenen Daten zu behalten. Auskunfteien unterliegen voll diesen Regeln. So hat <i>\u201cjede betroffene Person gegen\u00fcber der SCHUFA das Recht auf Auskunft nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art.\u00a015 DS-GVO<\/a>, das Recht auf Berichtigung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/16.html\" title=\"Art. 16 DSGVO: Recht auf Berichtigung\">Art.\u00a016 DS-GVO<\/a>, das Recht auf L\u00f6schung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/17.html\" title=\"Art. 17 DSGVO: Recht auf L&ouml;schung (&quot;Recht auf Vergessenwerden&quot;)\">Art.\u00a017 DS-GVO<\/a> und das Recht auf Einschr\u00e4nkung der Verarbeitung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/18.html\" title=\"Art. 18 DSGVO: Recht auf Einschr&auml;nkung der Verarbeitung\">Art.\u00a018 DS-GVO<\/a>\u201d<\/i><i><\/i><\/p>\n<p>Au\u00dferdem k\u00f6nnen Sie unter bestimmten Voraussetzungen der Datenverarbeitung widersprechen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/21.html\" title=\"Art. 21 DSGVO: Widerspruchsrecht\">Art. 21 DSGVO<\/a>) \u2013 etwa wenn eine Auskunftei sich auf \u201cberechtigtes Interesse\u201d beruft. Hier die wichtigsten Rechte im \u00dcberblick:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Auskunft (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art.\u00a015 DSGVO<\/a>)<\/strong>: Sie d\u00fcrfen <i>jederzeit von der Auskunftei wissen, ob und welche personenbezogenen Daten \u00fcber Sie gespeichert sind<\/i>. Auf Anfrage muss Ihnen das Unternehmen eine kostenlose Kopie Ihrer gespeicherten Daten bereitstellen. Dieses Auskunftsrecht umfasst auch Informationen \u00fcber die Verarbeitungszwecke, die Datenkategorien, die Empf\u00e4nger von Daten\u00fcbermittlungen, die Speicherdauer sowie (falls zutreffend) das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschlie\u00dflich Profiling und aussagekr\u00e4ftige Angaben \u00fcber die Logik und Auswirkungen eines solchen Scorings. All diese Details sollen Ihnen helfen, die Datenlage und einen Scorewert nachvollziehen zu k\u00f6nnen \u2013 und genau hier setzt das neue EuGH-Urteil an, wie wir weiter unten sehen werden.<\/li>\n<li><strong>Berichtigung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/16.html\" title=\"Art. 16 DSGVO: Recht auf Berichtigung\">Art.\u00a016 DSGVO<\/a>)<\/strong>: Sie haben das Recht, unrichtige oder unvollst\u00e4ndige Daten berichtigen zu lassen. Finden Sie also z.\u202fB. einen falschen Geburtsdatum-Eintrag oder eine veraltete Adresse in Ihrer Schufa-Auskunft, k\u00f6nnen Sie verlangen, dass dies korrigiert wird. Korrekte Daten sind die Grundlage einer fairen Bonit\u00e4tsbewertung.<\/li>\n<li><strong>L\u00f6schung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/17.html\" title=\"Art. 17 DSGVO: Recht auf L&ouml;schung (&quot;Recht auf Vergessenwerden&quot;)\">Art.\u00a017 DSGVO<\/a>, \u201cRecht auf Vergessenwerden\u201d)<\/strong>: Unter bestimmten Umst\u00e4nden k\u00f6nnen Sie die L\u00f6schung Ihrer Daten verlangen \u2013 insbesondere wenn die Speicherung unrechtm\u00e4\u00dfig, unrichtig oder nicht mehr erforderlich ist. <i>Jeder hat einen Anspruch darauf, bei der Creditreform oder Schufa falsche Eintr\u00e4ge l\u00f6schen zu lassen<\/i>Das bedeutet: Nicht existente oder erledigte Forderungen, falsche Zuordnungen oder veraltete Eintr\u00e4ge d\u00fcrfen nicht ewig in Ihrer Akte stehen. Beispielsweise m\u00fcssen Auskunfteien nicht existierende Forderungen, falsche Adressen oder veraltete Kontodaten aus ihrer Datenbank entfernen<br \/>\nAuch erledigte Negativposten (etwa <i>bezahlte<\/i> Schulden) sind nach Ablauf bestimmter Fristen zu l\u00f6schen \u2013 in der Regel drei Jahre ab Begleichung der ForderungWichtig: Sie m\u00fcssen dabei <i>nicht<\/i> im Detail beweisen, warum ein Eintrag falsch ist oder gar die \u201crichtigen\u201d Daten liefern \u2013 die Betroffenen sind nicht verpflichtet, bei der Vermarktung ihrer Daten mitzuwirken. Es gen\u00fcgt, die Fehlerhaftigkeit oder Unzul\u00e4ssigkeit aufzuzeigen; die Auskunftei muss dann reagieren.<\/li>\n<li><strong>Einschr\u00e4nkung der Verarbeitung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/18.html\" title=\"Art. 18 DSGVO: Recht auf Einschr&auml;nkung der Verarbeitung\">Art.\u00a018 DSGVO<\/a>)<\/strong>: Dieses Recht erlaubt Ihnen, die Verarbeitung Ihrer Daten <i>vor\u00fcbergehend einzuschr\u00e4nken<\/i>, z.\u202fB. w\u00e4hrend Sie die Richtigkeit der Eintr\u00e4ge \u00fcberpr\u00fcfen lassen oder rechtliche Schritte gegen einen Eintrag einleiten. In dieser Zeit d\u00fcrfen die Daten nur noch gespeichert, aber grunds\u00e4tzlich nicht weiterverarbeitet oder weitergegeben werden (au\u00dfer zur Geltendmachung von Rechtsanspr\u00fcchen u.\u202f\u00e4.).<\/li>\n<li><strong>Widerspruch (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/21.html\" title=\"Art. 21 DSGVO: Widerspruchsrecht\">Art.\u00a021 DSGVO<\/a>)<\/strong>: Gegen die Verarbeitung Ihrer Daten zu bestimmten Zwecken k\u00f6nnen Sie Widerspruch einlegen. Gerade bei Auskunfteien st\u00fctzt man sich h\u00e4ufig auf das \u201cberechtigte Interesse\u201d als Rechtsgrundlage f\u00fcr die Datenverarbeitung. Wenn Sie <i>Gr\u00fcnde in Ihrer besonderen Situation<\/i> haben, die <i>gegen<\/i> diese Verarbeitung sprechen, k\u00f6nnen Sie jederzeit formlos Widerspruch einlegen. Im Erfolgsfall muss die Auskunftei Ihre Daten dann <i>nicht mehr f\u00fcr diese Zwecke nutzen<\/i>. (Hinweis: Gegen Werbung kann man z.\u202fB. immer widersprechen; bei Bonit\u00e4tsdaten ist die H\u00fcrde h\u00f6her, hier m\u00fcsste z.\u202fB. ein <i>besonderer pers\u00f6nlicher Grund<\/i> vorliegen.)<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Schritt-f\u00fcr-Schritt: So setzen Sie Ihre Rechte durch<\/h2>\n<p>Theorie ist das eine \u2013 in der Praxis stellt sich die Frage: Wie gehe ich konkret vor? Im Folgenden finden Sie eine praxisnahe Anleitung, wie Sie Ihre Datenschutzrechte gegen\u00fcber Schufa, Creditreform &amp; Co. geltend machen k\u00f6nnen. Von der ersten Selbstauskunft bis zur eventuellen Beschwerde oder anwaltlichen Durchsetzung zeigen wir die wichtigsten Schritte.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Auskunft einholen (\u201eSelbstauskunft\u201c)<\/strong>: Am Anfang steht immer die Transparenz. Verschaffen Sie sich einen \u00dcberblick, welche Daten \u00fcberhaupt vorliegen. Stellen Sie bei der Auskunftei eine Anfrage auf Auskunft nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art.\u00a015 DSGVO<\/a>. Das geht formlos per Brief, Fax, E-Mail oder oft \u00fcber ein Online-Formular. Wichtig: Die Anfrage ist kostenlos und das Unternehmen muss <i>\u201cunverz\u00fcglich, in jedem Fall aber innerhalb eines Monats\u201d<\/i> darauf reagieren. Sie erhalten dann eine Datenkopie (\u201eDaten\u00fcbersicht\u201c) mit allen gespeicherten Informationen zu Ihrer Person. Sollte die Schufa\/Creditreform <i>gar keine<\/i> Daten zu Ihnen haben, erhalten Sie eine sogenannte Negativauskunft \u2013 auch das muss mitgeteilt werdenMuster f\u00fcr eine Auskunftsanfrage nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art.\u00a015 DSGVO<\/a>:\n<p><i>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/i><br \/>\n<i>hiermit bitte ich Sie gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art.\u00a015 DSGVO<\/a> um Auskunft \u00fcber s\u00e4mtliche zu meiner Person gespeicherten personenbezogenen Daten. Sollte eine Speicherung stattfinden, senden Sie mir bitte eine Kopie dieser Daten und teilen Sie mir zus\u00e4tzlich folgendes mit:<\/i><br \/>\n<i>&#8211; die Zwecke, f\u00fcr die meine Daten verarbeitet werden,<\/i><br \/>\n<i>&#8211; die Kategorien personenbezogener Daten, die verarbeitet werden,<\/i><br \/>\n<i>&#8211; die Empf\u00e4nger (bzw. Kategorien von Empf\u00e4ngern), an die meine Daten weitergegeben wurden oder werden,<\/i><br \/>\n<i>&#8211; die geplante Dauer der Datenspeicherung (bzw. die Kriterien f\u00fcr die Festlegung dieser Dauer),<\/i><br \/>\n<i>&#8211; falls zutreffend, das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschlie\u00dflich Profiling (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/22.html\" title=\"Art. 22 DSGVO: Automatisierte Entscheidungen im Einzelfall einschlie&szlig;lich Profiling\">Art.\u00a022 DSGVO<\/a>) sowie aussagekr\u00e4ftige Informationen \u00fcber die dabei verwendete Logik und die Auswirkungen dieser Verarbeitung.<\/i><br \/>\n<i>Bitte stellen Sie mir diese Informationen innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Monat zur Verf\u00fcgung. Vielen Dank!<\/i><br \/>\n<i>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/i><br \/>\n<i><\/i><i>[Ihr Name]\n<p><\/i><\/li>\n<li><strong>Eintr\u00e4ge pr\u00fcfen und Korrektur\/L\u00f6schung verlangen<\/strong>: Sobald Ihnen die Auskunft vorliegt, hei\u00dft es: Daten checken! Gehen Sie alle aufgef\u00fchrten Eintr\u00e4ge sorgf\u00e4ltig durch. Achten Sie dabei insbesondere auf Fehler oder veraltete Angaben. Typische Beispiele aus der Praxis sind z.\u202fB. veraltete Negativmerkmale (eine bereits vor Jahren beglichene Forderung, die trotzdem noch als offen gemeldet ist) oder Verwechslungen (Daten einer fremden Person in Ihrem Profil). Finden Sie Unstimmigkeiten, sollten Sie umgehend schriftlich die Berichtigung oder L\u00f6schung dieser speziellen Eintr\u00e4ge fordern. Nennen Sie den fraglichen Eintrag genau (z.\u202fB. mit Vertragsnummer, Datum oder Forderungsh\u00f6he) und erkl\u00e4ren Sie kurz, was daran falsch oder \u00fcberholt ist. Etwa so: <i>\u201cDie Forderung XYZ wurde am [Datum] vollst\u00e4ndig beglichen, bitte l\u00f6schen Sie den Negativvermerk.\u201d<\/i>\n<p>Weisen Sie \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 Nachweise f\u00fcr Ihre Angaben vor (z.\u202fB. eine Zahlungsbest\u00e4tigung), um Ihren Anspruch zu untermauern. Die Auskunftei ist gesetzlich verpflichtet, unzutreffende Daten umgehend zu korrigieren oder zu entfernen. Eintr\u00e4ge, die ganz offensichtlich <i>rechtswidrig<\/i> sind (etwa eine nicht existierende Forderung oder ein Fall von Identit\u00e4tsdiebstahl), m\u00fcssen sofort gel\u00f6scht werden.F\u00fcr andere F\u00e4lle gelten feste Fristen: Erledigte Zahlungseintr\u00e4ge bleiben z.\u202fB. <i>maximal drei Jahre<\/i> gespeichert und sind dann zu streichen. Z\u00f6gern Sie also nicht, auf Ihr L\u00f6schrecht zu pochen, wenn ein Negativmerkmal l\u00e4nger gespeichert bleibt, als erlaubt.<\/li>\n<li><strong>Beharrlichkeit zeigen und Unterst\u00fctzung holen<\/strong>: Viele Auskunfteien reagieren bereits auf klare L\u00f6sch- oder Berichtigungsaufforderungen. Bleibt die gew\u00fcnschte Reaktion jedoch aus \u2013 lassen Sie nicht locker! Erinnern Sie das Unternehmen h\u00f6flich, aber bestimmt an seine Pflichten und setzen Sie ggf. eine Nachfrist. Sollte weiterhin nichts passieren oder unzureichend geantwortet werden, gibt es zwei wirkungsvolle Hebel: Beschwerde und Rechtsbeistand. Sie k\u00f6nnen sich zum einen an die zust\u00e4ndige Datenschutzaufsichtsbeh\u00f6rde wenden (f\u00fcr die SCHUFA etwa der Hessische Datenschutzbeauftragte).\n<p>Die Beh\u00f6rde kann den Fall pr\u00fcfen und auf die Einhaltung der DSGVO dr\u00e4ngen. Zum anderen \u2013 und das oft noch schneller \u2013 k\u00f6nnen Sie einen auf Datenschutz-\/Wirtschaftsrecht spezialisierten Anwalt einschalten. Ein Anwalt wei\u00df genau, welche Schritte und Formulierungen Druck machen. H\u00e4ufig reicht schon ein anwaltliches Schreiben, damit Auskunfteien pl\u00f6tzlich doch einlenken: Creditreform und SCHUFA entfernen falsche Daten regelm\u00e4\u00dfig auf unsere Aufforderung. Weigert sich die Auskunftei selbst bei klarem Rechtsversto\u00df, kann der Anwalt notfalls gerichtlich vorgehen.<\/p>\n<p>Die Gerichte haben in solchen F\u00e4llen meist wenig Nachsehen mit den Datens\u00fcndern \u2013 im Gegenteil: Verweigert eine Auskunftei die L\u00f6schung eines offensichtlich falschen Eintrags, muss sie am Ende sogar den Anwalt des Betroffenen bezahlen. Sp\u00e4testens dann lohnt es sich f\u00fcr das Unternehmen nicht mehr, auf stur zu schalten.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Mehr Transparenz dank EuGH-Urteil vom 27.\u202fFebruar\u00a02025<\/h2>\n<p>Ein wichtiger R\u00fcckenwind f\u00fcr Verbraucherrechte kam j\u00fcngst vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof. Mit Urteil vom 27.02.2025 (Rechtssache <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=C\u00e2\u0080\u0091203\/22\" title=\"C&acirc;&#128;&#145;203\/22 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">C\u2011203\/22<\/a>, Dun &amp; Bradstreet Austria) hat der EuGH die Transparenzanforderungen bei Bonit\u00e4tsausk\u00fcnften erh\u00f6ht. Konkret stellte der EuGH fest, dass die Erstellung einer Bonit\u00e4tsauskunft (also z.\u202fB. ein Scorewert \u00fcber Ihre Kreditw\u00fcrdigkeit) als \u201cProfiling\u201d im Sinne der DSGVO anzusehen ist<\/p>\n<p>Damit greifen die Auskunftsrechte aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/15.html\" title=\"Art. 15 DSGVO: Auskunftsrecht der betroffenen Person\">Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO<\/a> vollumf\u00e4nglich \u2013 Verbraucher haben also das Recht, bei einer Auskunftei aussagekr\u00e4ftige Informationen \u00fcber die Logik und die Tragweite einer solchen Score-Berechnung zu erhalten.<\/p>\n<p>Welche Daten flie\u00dfen in das Ergebnis ein? Wie wird der Score berechnet? Bislang hielten sich Auskunfteien hier oft bedeckt und verwiesen auf Gesch\u00e4ftsgeheimnisse. Doch laut EuGH reicht <i>\u201cdas Berufen auf Gesch\u00e4ftsgeheimnisse\u201d<\/i> nicht mehr aus, um die geforderte Transparenz zu verweigern.<\/p>\n<p>Im Zweifel muss die Auskunftei strittige Informationen <i>gegen\u00fcber Gericht oder Aufsichtsbeh\u00f6rde offenlegen<\/i>, damit entschieden werden kann, was dem Betroffenen mitzuteilen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Verbraucher bedeutet das: Wenn Sie eine Selbstauskunft einholen, d\u00fcrfen Sie jetzt konkreter nachfragen, wie Ihr Score zustande kommt. Die Auskunftei muss Ihnen verst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, welche Ihrer Daten in die Bewertung eingeflossen sind und warum. Dieses Urteil st\u00e4rkt Ihre Position erheblich \u2013 gerade wenn Sie den Eindruck haben, ein schlechter Score sei <i>nicht gerechtfertigt<\/i>, k\u00f6nnen Sie nun bessere Einblicke in die Hintergr\u00fcnde verlangen. Langfristig d\u00fcrfte das EuGH-Urteil Auskunfteien dazu bewegen, ihre Auskunftspraxis transparenter zu gestalten, damit Verbraucher ihre Bewertungen nachvollziehen und Fehler leichter erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Professionelle Hilfe nutzen: LHR unterst\u00fctzt Sie bei falschen Eintr\u00e4gen<\/h2>\n<p>Die Durchsetzung der eigenen Rechte kann mitunter m\u00fchsam sein \u2013 vor allem, wenn sich Unternehmen querstellen. Hier ist es gut zu wissen, dass man nicht allein k\u00e4mpfen muss. Professionelle rechtliche Unterst\u00fctzung bietet gleich mehrere Vorteile: Experten kennen die Rechtslage im Detail, formulieren Ihre Anliegen juristisch wasserdicht und erh\u00f6hen den Druck auf die Auskunftei. Die Kanzlei LHR \u2013 Lampmann, Haberkamm &amp; Rosenbaum in K\u00f6ln hat sich unter anderem auf dieses Gebiet spezialisiert und <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/thema\/reputationsmanagement\/creditreform-schufa-loeschen-lassen\/#:~:text=LHR%20hat%C2%A0bereits%20zahlreiche%C2%A0Creditreform%20und%20Schufa,l%C3%B6schen%20lassen\"><i>bereits zahlreiche Creditreform- und SCHUFA-Eintr\u00e4ge l\u00f6schen lassen<\/i><\/a><i><\/i>.<\/p>\n<h2>Wie kann LHR Betroffenen konkret helfen?<\/h2>\n<p>Zum Beispiel durch die Einholung und Pr\u00fcfung Ihrer Selbstauskunft auf Unstimmigkeiten, die juristische \u00dcberpr\u00fcfung jedes einzelnen Eintrags (Stimmt die Datengrundlage? Ist die Speicherfrist abgelaufen?), und die Durchsetzung Ihrer Anspr\u00fcche auf Berichtigung oder L\u00f6schung \u2013 sowohl au\u00dfergerichtlich als auch, falls n\u00f6tig, vor Gericht. Auch spezielle Anliegen wie die Entfernung sogenannter \u201cNegativmerkmale\u201d oder die Verbesserung Ihres Bonit\u00e4tsindex nehmen die Anw\u00e4lte in Angriff. Kurzum: LHR k\u00fcmmert sich darum, dass falsche oder unberechtigte Eintr\u00e4ge verschwinden und Ihre Reputation wieder makellos wird.<\/p>\n<p>Dabei zeigt die Erfahrung zwei Dinge: Erstens trauen sich viele Betroffene allein nicht, ihre Rechte gegen\u00fcber gro\u00dfen Auskunfteien durchzusetzen \u2013 oft aus Angst oder Unwissenheit. Zweitens kann man sich sehr wohl erfolgreich wehren, wie zahlreiche F\u00e4lle aus der LHR-Praxis belegen. Eine negative Bonit\u00e4tsauskunft ist kein unabwendbares Schicksal, <i>\u201csondern letztendlich nur die Auskunft aus einer Sammlung von Daten eines privaten Unternehmens \u2026 die selbstverst\u00e4ndlich auch falsch bzw. veraltet sein k\u00f6nnen\u201d.<\/i><i><\/i><\/p>\n<p>Mit den richtigen Schritten und dem passenden Partner an der Seite lassen sich Datenfehler korrigieren und Sch\u00e4den abwenden. Z\u00f6gern Sie also nicht, im Zweifel professionellen Rat einzuholen \u2013 sei es bei der Formulierung Ihrer Schreiben oder f\u00fcr den gesamten Prozess. So stellen Sie sicher, dass Ihre Rechte effektiv genutzt werden und Sie eine faire Bonit\u00e4tsbewertung erhalten.<\/p>\n<p>Ihr guter Ruf ist es wert.<b><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein negativer Schufa- oder Creditreform-Eintrag kann gravierende Folgen haben: Ob es um den neuen Handyvertrag, die Wohnungssuche oder einen Kredit geht \u2013 Ihre Bonit\u00e4t entscheidet mit. 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