{"id":68704,"date":"2025-02-21T05:57:23","date_gmt":"2025-02-21T03:57:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=68704"},"modified":"2025-02-21T05:57:23","modified_gmt":"2025-02-21T03:57:23","slug":"motorsport-instagram-vergleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/motorsport-instagram-vergleich\/","title":{"rendered":"Verbreitung einer Verbraucher-Story auf Instagram durch Unternehmer: Landgericht D\u00fcsseldorf erl\u00e4sst einstweilige Verf\u00fcgung"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-68711 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Homer-414x414.jpeg\" alt=\"\" width=\"414\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Homer-414x414.jpeg 414w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Homer-620x620.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Homer-207x207.jpeg 207w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Homer-768x769.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Homer.jpeg 1400w\" sizes=\"(max-width: 414px) 100vw, 414px\" \/>Das Landgericht D\u00fcsseldorf hat in einem einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren (LG D\u00fcsseldorf, Beschluss v. 17.2.2025, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=38%20O%2040\/25\" title=\"LG D&uuml;sseldorf, 17.02.2025 - 38 O 40\/25: Verbreitung einer Verbraucher-Story auf Instagram durch...\">38 O 40\/25<\/a>, nicht rechtskr\u00e4ftig) entschieden, dass Unternehmen sich nicht hinter fremden Social-Media-Postings verstecken k\u00f6nnen. <\/em><\/p>\n<p><em>Wer Inhalte von Dritten \u00fcbernimmt und verbreitet, macht sich die Aussagen zu eigen und haftet dann selbst \u2013 wom\u00f6glich nach den strengen Vorschriften des Wettbewerbsrechts. Auch wenn der Ursprungspost zul\u00e4ssig war.<\/em><\/p>\n<h2>Sachverhalt: \u00dcbernommene Herabw\u00fcrdigung<\/h2>\n<p>Ein Unternehmen aus der Automobilbranche teilte auf Instagram eine Instagram-Story eines Dritten, in der die Produkte eines Mitbewerbers abwertend dargestellt wurden. Die urspr\u00fcngliche \u00c4u\u00dferung beinhaltete eine direkte Gegen\u00fcberstellung der Produkte beider Unternehmen, wobei das Produkt des Mitbewerbers als minderwertig dargestellt wurde.<\/p>\n<p>Die Antragstellerin sah hierin eine unzul\u00e4ssige vergleichende Werbung gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/6.html\" title=\"&sect; 6 UWG: Vergleichende Werbung\">\u00a7 6 Abs. 2 Nr. 2 UWG<\/a>, da sie nicht objektiv und sachlich war, sondern darauf abzielte, ihr Produkt gezielt abzuwerten. Sie forderte die umgehende L\u00f6schung der Story sowie eine strafbewehrte Unterlassungserkl\u00e4rung. Da die Antragsgegnerin eine solche Erkl\u00e4rung verweigerte, wurde der Erlass einer einstweiligen Verf\u00fcgung beantragt.<\/p>\n<h2>Gerichtliche Entscheidung: Eigene Verantwortung f\u00fcr geteilte Inhalte<\/h2>\n<p>Das Gericht entschied, dass die Weiterverbreitung der Story eine unzul\u00e4ssige vergleichende Werbung darstellte, selbst wenn das Unternehmen die Aussage nicht selbst verfasst hat. Durch das Teilen der Story machte sich die Antragsgegnerin die abwertende Aussage zu eigen und verstie\u00df gegen das Wettbewerbsrecht.<\/p>\n<p>Das Gericht untersagte die weitere Nutzung dieser Werbema\u00dfnahme und drohte bei Zuwiderhandlung ein empfindliches Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft an.<\/p>\n<h2>Bedeutung f\u00fcr die Praxis<\/h2>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Die Entscheidung verdeutlicht, dass Unternehmen in sozialen Medien genau pr\u00fcfen m\u00fcssen, welche Inhalte sie teilen oder weiterverbreiten. Es reicht nicht aus, sich darauf zu berufen, dass die urspr\u00fcngliche \u00c4u\u00dferung nicht aus der eigenen Feder stammt.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Die \u00dcbernahme und Verbreitung macht sich das Unternehmen zu eigen und kann rechtliche Folgen nach sich ziehen. Und zwar nach den Ma\u00dfst\u00e4ben des strengen Wettbewerbsrechts, sogar dann, wenn die Ursprungsver\u00f6ffentlichung zul\u00e4ssig gewesen sein mag.<\/p>\n<p>Um Abmahnungen oder gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, sollten Unternehmen klare Social-Media-Richtlinien aufstellen. Sie sollten darauf achten, keine Inhalte zu verbreiten, die Mitbewerber herabsetzen oder irref\u00fchrend darstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht D\u00fcsseldorf hat in einem einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren (LG D\u00fcsseldorf, Beschluss v. 17.2.2025, Az. 38 O 40\/25, nicht rechtskr\u00e4ftig) entschieden, dass Unternehmen sich nicht hinter fremden Social-Media-Postings verstecken k\u00f6nnen. Wer Inhalte von Dritten \u00fcbernimmt und verbreitet, macht sich die Aussagen zu eigen und haftet dann selbst \u2013 wom\u00f6glich nach den strengen Vorschriften des Wettbewerbsrechts. Auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":68711,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[150,240,264,372],"class_list":["post-68704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht","tag-einstweilige-verfugung","tag-unternehmer","tag-uwg","tag-verbraucher","topic_category-medienrecht-persoenlichkeitsrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68704"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68715,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68704\/revisions\/68715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}