{"id":68361,"date":"2024-12-19T21:42:52","date_gmt":"2024-12-19T19:42:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=68361"},"modified":"2024-12-19T21:44:23","modified_gmt":"2024-12-19T19:44:23","slug":"kreditgefaehrdung-schadensersatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht\/kreditgefaehrdung-schadensersatz\/","title":{"rendered":"LHR erwirkt einstweilige Verf\u00fcgung gegen gesch\u00e4ftssch\u00e4digende \u00c4u\u00dferungen gegen\u00fcber Gesch\u00e4ftspartnern"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-68364 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/LHR_IMAGE_JPG_WEB-101.jpg-621x414.jpeg\" alt=\"\" width=\"569\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/LHR_IMAGE_JPG_WEB-101.jpg-621x414.jpeg 621w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/LHR_IMAGE_JPG_WEB-101.jpg-620x413.jpeg 620w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/LHR_IMAGE_JPG_WEB-101.jpg-311x207.jpeg 311w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/LHR_IMAGE_JPG_WEB-101.jpg-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/LHR_IMAGE_JPG_WEB-101.jpg.jpeg 1350w\" sizes=\"(max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/>Das Landgericht Weiden hat mit Beschluss vom 29.11.2024 (Az.: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=15%20O%20506\/24\" title=\"LG Weiden\/Oberpfalz, 20.11.2024 - 15 O 506\/24: Glaubhaftmachung, Einstweilige Verf&uuml;gung, Elektr...\">15 O 506\/24<\/a>, nicht rechtskr\u00e4ftig) der Antragstellerin, einem deutschen Anbieter von Solarmodulen und Energiespeichersystemen, im Wege der einstweiligen Verf\u00fcgung Recht gegeben. <\/em><\/p>\n<p><em>Gegenstand des Verfahrens war die Behauptung der Antragsgegnerin, die Antragstellerin sei zahlungsunf\u00e4hig und stehe kurz vor der Insolvenz. <\/em><\/p>\n<p><em>Diese \u00c4u\u00dferungen waren nicht nur unwahr, sondern f\u00fchrten zu erheblichen wirtschaftlichen Sch\u00e4den bei der Antragstellerin.<\/em><\/p>\n<h2>Behauptung von Liquidit\u00e4tsproblemen gegen\u00fcber Gesch\u00e4ftspartner<\/h2>\n<p>Die Antragsgegnerin, ein Logistikunternehmen, verbreitete in mehreren E-Mails, darunter ein internationaler Logistikpartner und damit ein Gesch\u00e4ftspartner der Antragstellerin, die Behauptung, die Antragstellerin habe Liquidit\u00e4tsprobleme, k\u00f6nne ihre Rechnungen nicht begleichen und es drohe eine Insolvenz. Diese Aussagen waren objektiv falsch und hatten das Ziel, die gesch\u00e4ftlichen Beziehungen der Antragstellerin zu beeintr\u00e4chtigen. Die Antragstellerin vermutete, dass die Antragsgegnerin ihre eigene wirtschaftliche Schieflage verschleiern wollte, indem sie den Fokus auf vermeintliche Probleme der Antragstellerin lenkte.<\/p>\n<h2><b>Die Deutsche Bank zahlte einst fast 1 Milliarde Euro Schadensersatz an Leo Kirch<\/b><\/h2>\n<p>Das LG Weiden stellte klar, dass die \u00c4u\u00dferungen der Antragsgegnerin unwahre Tatsachenbehauptungen darstellten, die geeignet waren, die Kreditw\u00fcrdigkeit und Marktposition der Antragstellerin nachhaltig zu gef\u00e4hrden. Der Fall weist Parallelen zu dem bekannten Streit zwischen Leo Kirch und der Deutschen Bank auf, in dem vergleichbare gesch\u00e4ftssch\u00e4digende \u00c4u\u00dferungen eine zentrale Rolle spielten.<\/p>\n<p>Im Fall Kirch f\u00fchrte die \u00f6ffentliche \u00c4u\u00dferung eines f\u00fchrenden Vertreters der Deutschen Bank \u00fcber die angebliche Zahlungsunf\u00e4higkeit der Kirch-Gruppe zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen f\u00fcr das Unternehmen, die letztlich zur Insolvenz beitrugen. Obwohl das Verfahren nicht abschlie\u00dfend durch den BGH entschieden wurde, erkannte die Deutsche Bank im Rahmen eines Vergleichs ihre Verantwortung an und zahlte 925 Millionen Euro Schadensersatz an die Erben von Leo Kirch. Diese Vorg\u00e4nge unterstreichen, wie gravierend die Folgen solcher \u00c4u\u00dferungen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Wirtschaftliche Konsequenzen<\/h2>\n<p>Auch im Fall der Antragstellerin hatten die unwahren Aussagen der Antragsgegnerin schwerwiegende Folgen. Mehrere Kreditversicherer k\u00fcndigten ihre Policen, Lieferanten forderten Vorauszahlungen, und wichtige Kunden beendeten die Gesch\u00e4ftsbeziehung. Zus\u00e4tzlich drohte die Beeintr\u00e4chtigung des Weihnachtsgesch\u00e4fts, das f\u00fcr die Antragstellerin von zentraler Bedeutung ist.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Das Urteil des LG Weiden verdeutlicht, dass Unternehmen, die unwahre und gesch\u00e4ftssch\u00e4digende \u00c4u\u00dferungen verbreiten, nicht nur mit rechtlichen Konsequenzen rechnen m\u00fcssen, sondern auch die Glaubw\u00fcrdigkeit ihres eigenen Gesch\u00e4ftsmodells gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Der Fall zeigt, dass Parallelen zu prominenten Streitigkeiten wie dem Fall Kirch gezogen werden k\u00f6nnen, in denen gesch\u00e4ftssch\u00e4digende \u00c4u\u00dferungen weitreichende wirtschaftliche und rechtliche Folgen nach sich ziehen. Unternehmen sollten daher nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus moralischen und wirtschaftlichen Gr\u00fcnden verantwortungsvoll mit \u00c4u\u00dferungen \u00fcber Mitbewerber umgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Weiden hat mit Beschluss vom 29.11.2024 (Az.: 15 O 506\/24, nicht rechtskr\u00e4ftig) der Antragstellerin, einem deutschen Anbieter von Solarmodulen und Energiespeichersystemen, im Wege der einstweiligen Verf\u00fcgung Recht gegeben. Gegenstand des Verfahrens war die Behauptung der Antragsgegnerin, die Antragstellerin sei zahlungsunf\u00e4hig und stehe kurz vor der Insolvenz. 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