{"id":670,"date":"2006-08-09T14:07:00","date_gmt":"2006-08-09T12:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=12"},"modified":"2006-08-09T14:07:00","modified_gmt":"2006-08-09T12:07:00","slug":"downloaden-bis-der-arzt-kommt-oder-das-lg-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/downloaden-bis-der-arzt-kommt-oder-das-lg-frankfurt\/","title":{"rendered":"Downloaden bis der Arzt kommt &#8211; oder das LG Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>Langsam kommt Licht in das Dunkel des neuen Urheberrechts. Das <a href=\"http:\/\/www.lg-frankfurt.justiz.hessen.de\/C1256E4B004692BD\/vwContentByKey\/7762A231E901BEF4C12571BF00386473\/$File\/2-06%20O%20288-06-Kopierschutz.pdf\">Landgericht Frankfurt<\/a> hatte sich erstmals mit der Frage auseinanderzusetzen, ob das analoge Mitschneiden von <a href=\"http:\/\/www.napster.de\/\">Napster<\/a>-Downloads eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Der mittleweile geb\u00fchrenpflichtige Online-Dienst untersagte dem Verk\u00e4ufer der Software &#8220;Napster DirectCut&#8221; mit dieser Entscheidung (AZ: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2-06%20O%20288\/06\" title=\"LG Frankfurt\/Main, 31.05.2006 - 6 O 288\/06: Keine Urheberrechtsverletzung bei &quot;analoger L&uuml;cke&quot;\">2-06 O 288\/06<\/a>) im Eilverfahren deren Vertrieb.<\/p>\n<p>Die Software erm\u00f6glicht es dem Nutzer, die durch das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Digital_Rights_Management\">DRM<\/a>-Verfahren gesch\u00fctzten Musikdateien von Napster umzuwandeln und auch nach K\u00fcndigung der Download-Flatrate von Napster weiter zu nutzen.<\/p>\n<p>Napster sah darin eine Verletzung des Urheberrechts (\u00a7<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/urhg\/__95a.html\"> 95 a UrhG<\/a>) &#8211; das Gericht wies dies jeoch mit einleuchtenden Argumenten zur\u00fcck: <em>&#8221; Wenn der Nutzer bei bestehendem digitalen Kopierschutz eine analoge Kopie zieht, liegt jedoch keine Umgehung einer wirksamen technischen Ma\u00dfnahme vor. Der technische Kopierschutz ist insoweit nicht wirksam. Das DRM-System der Antragstellerinnen zielt nicht darauf ab, analoge Kopien der Dateien zu verhindern. Dies w\u00e4re letztlich auch nicht realisierbar, weil das analoge Signal immer zumindest durch externe<br \/>\nGer\u00e4te aufgefangen werden kann. Die Wirksamkeit hinsichtlich analoger Kopien ist deshalb nicht gegeben&#8221;<\/em>, so die Richter.<\/p>\n<p>Allerdings: Der Vertrieb der Software sei wettbewerbswidrig und aus diesem Grund zu verbieten. Die in Anspruch genommene Softwarefirma erm\u00f6gliche es dem Nutzer, geb\u00fchrenpflichtige Leistungen von Napster quasi kostenlos zu nutzen und behindere damit den Wettbewerb. Au\u00dferdem verleite die Firma die Napster-Kunden zu vertragswidrigem Verhalten.<\/p>\n<p>Fazit: die Nutzung solcher Programme stellt &#8211; sofern der Kopierschutz &#8220;analog&#8221; umgangen wird, nicht unbedingt eine Urheberrechtsverletzung dar. Allerdings ist der Vertrieb solcher Programme unzul\u00e4ssig. Mit seiner Argumentation d\u00fcrfte das Gericht die Richtung f\u00fcr die k\u00fcnftige Auslegung der neuen gesetzlichen Regelungen vorgegeben haben.<\/p>\n<p>David Ziegelmayer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam kommt Licht in das Dunkel des neuen Urheberrechts. Das Landgericht Frankfurt hatte sich erstmals mit der Frage auseinanderzusetzen, ob das analoge Mitschneiden von Napster-Downloads eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Der mittleweile geb\u00fchrenpflichtige Online-Dienst untersagte dem Verk\u00e4ufer der Software &#8220;Napster DirectCut&#8221; mit dieser Entscheidung (AZ: 2-06 O 288\/06) im Eilverfahren deren Vertrieb. 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